Aktualisiert am 11. September 2026
Ich habe hier Tipps zusammengetragen, die ich in mehr als 55 Jahren Camping und über acht Jahren Bloggen rund ums Reisen & Wohnmobil auf Hin-Fahren gesammelt habe, keine Theorie, sondern Praxis.
Zwischen Südspanien und Nordkap habe ich in über fünf Jahrzehnten so ziemlich jeden Fehler selbst gemacht, den man machen kann. Genau die stecken in diesen Camping- und Wohnmobiltipps. Springe gerne über das Inhaltsverzeichnis direkt zu Deinem Thema. Und denk dran: Hinter der nächsten Kurve wartet das Neue.
Angefangen habe ich mit Camping vor über 55 Jahren im Zelt. Schon als kleines Kind war ich mit meiner Familie so in ganz Europa unterwegs und habe es geliebt. Ich erinnere mich an viele magische Momente, aber auch an Pleiten, Pech und Pannen in Frankreich, Schweden, Norwegen, Irland oder Griechenland. Später kam mit der Partnerschaft mit meinem Mann der erste selbst ausgebaute VW-Bus. Insgesamt waren es vier. Wir waren viele Kilometer in ganz Europa unterwegs und haben damals schon Vanlife gemacht, bevor dieser Begriff in Deutschland bekannt war.
Als unser VW-Bus in die Jahre kam und durch das undichte Dach mit Kind auch eng wurde (unser T3 war schon 20 Jahre alt und ein neuer VW-Bus war damals extrem teuer), kam der erste Kastenwagen. Auch hiermit waren wir damals die Exoten. Das ist heute kaum zu glauben, aber Kastenwagen, vor allem Kastenwagen für Familien, waren zu dieser Zeit noch sehr selten. Inzwischen fahre ich bereits meinen dritten Kastenwagen-Camper. Bei der Vorbereitung unserer ersten Reise zum Nordkap habe ich mit dem Bloggen rund um Camping und Wohnmobil gestartet. Erst wollte ich nur über Reiseziele schreiben. Aber das war irgendwann nicht genug, deshalb findest Du hier auf Hin-Fahren inzwischen auch Informationen rund um Wohnmobile und Ausstattung. Denn ich beschäftige mich regelmäßig intensiv damit.
Nützlich für Deine Reise ist auch meine Wohnmobil-Packliste.
Im Shop findest Du immer aktuelle Angebote und Empfehlungen zur Ausstattung.
Bevor Du weiterliest: Nur Mut!
Vielleicht denkst Du gerade, dass das alles ganz schön kompliziert klingt: Gewicht, Zuladung, Gas, Strom, die richtige App, der richtige Platz. Ich verstehe das gut, denn auch mir geht es trotz langer Erfahrung manchmal genauso.
Ich möchte Dir eine Sache mit auf den Weg geben, bevor Du Dich mit den Tipps beschäftigst. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, wirklich keiner. Auch ich mache nach über fünf Jahrzehnten Fehler und lerne immer wieder Neues dazu.
Ich habe im Dunkeln Stellplätze gesucht und nicht gefunden. Ich habe Dinge eingepackt, die ich nie benutzt habe, und andere vergessen, die ich dringend gebraucht hätte. Ich stand schon ohne Internet und Plan da und habe durchgefroren bei absolut schlechtem Wetter mit einer Heizung, die nicht wollte, gekämpft. Bei mehreren Fahrten sind wir in Märkten gelandet, haben uns verfahren und es wurde auch schon ganz schön eng. Und weißt Du was? Aus fast jeder dieser Pannen ist am Ende eine Geschichte geworden, die ich heute nicht missen möchte. Denn beim Reisen mit dem Camper kannst Du nicht alles vorplanen (und das ist auch gut so). Das Schönste passiert oft genau da, wo der Plan aufhört.
Also lies diese Tipps nicht wie eine Prüfung, die Du bestehen musst, bevor Du losfahren darfst. Lies sie wie einen guten Rat von einer Freundin, die schon ein paarmal dort war, wo Du gerade hinwillst. Du musst nicht alles auf einmal können. Du musst nur den ersten Schritt machen. Fahr für ein Wochenende in die Nähe, mach Deine ersten kleinen Fehler, lach darüber und fahr beim nächsten Mal ein Stück weiter. Der Rest kommt von ganz alleine. Ich drücke Dir die Daumen und ich verspreche Dir, es lohnt sich.
11 Tipps, wie Du das richtige Fahrzeug findest
- Schau zuerst auf Deinen Reisestil, nicht sofort auf das Fahrzeug. Ich war als Kind mit der Familie und später alleine mit dem Zelt unterwegs. Mein Mann sagte vor unserem ersten Urlaub dann nur einen Satz: „Nie wieder zelten.“ Er hatte damals einen alten VW-Bus, das war der Beginn meiner Liebe zum Wohnmobil.
- Wähle für Deine Reisen ein Wohnmobil, wenn Du Roadtrips liebst und fast jede Nacht woanders stehen willst. Wir sind bei unseren Reisen selten mehr als eine Nacht oder zwei Nächte an einem Ort.
- Nimm einen Wohnwagen, wenn Du gerne länger an einem Ort bleibst. Dann kannst Du mit dem Zugfahrzeug Ausflüge machen.
- Lege vor dem Kauf fest, wie viele Personen wirklich mitfahren und schlafen sollen. Wenn nur ab und an einmal Freunde oder die Enkelkinder für einzelne Tage mitkommen, dann reicht für sie ein Notschlafplatz. Wenn Du mit mehreren Personen längere Zeit unterwegs bist, braucht jeder einen Sitzplatz und ein Bett.
- Überlege, welcher Fahrzeugtyp es sein soll: Wohnwagen, Kastenwagen, Teilintegrierter, Alkovenwohnmobil oder Campingbus. Oder vielleicht startest Du ja auch mit dem Dachzelt. Es gibt kein richtig oder falsch, nur das, was für Dich passt.
- Kläre den Grundriss, den Dein Wohnmobil haben soll. Daraus ergibt sich dann alles andere.
- Beachte die Fahrzeuglänge, Fahrzeugbreite und die Höhe. Prüfe vor dem Kauf, ob Du mit dem Fahrzeug überhaupt zu Dir nach Hause hinkommst und ob der Parkplatz groß genug ist. Miss genau nach und nimm die Zahlen mit. Auf der Messe sehen auch große Wohnmobile nach einem langen Tag nicht mehr so groß aus.
- Wenn Du ein eigenes Wohnmobil kaufen willst, probiere Camping mit einem Mietwohnmobil über ein verlängertes Wochenende oder noch besser über ein bis zwei Wochen aus, bevor Du Dich entscheidest.
- Miete vielleicht auch zusätzlich ein anderes Modell als Deinen Wunschcamper, dann hast Du einen echten Vergleich. Obwohl ich selbst einen Kastenwagen habe, habe ich richtig Lust, mir auch einmal ein größeres Fahrzeug zu mieten, um zu sehen, wie das ist. Mehr Platz wäre schon schön, aber wie flexibel sind wir dann noch beim Fahren?
- Buche Mietwohnmobile früh, in den Ferienzeiten sind sie schnell weg.
- Vielleicht willst Du ja auch mit einem Dachzelt reisen. Denk beim Kauf eines Dachzeltes zuerst an die Dachlast in Deinen Fahrzeugpapieren.
Messebesuch und Kauf: klug entscheiden (13 Tipps)
- Sprich unterwegs Camper an und frag, ob Du ihr Wohnmobil oder ihren Wohnwagen anschauen darfst. Die meisten teilen gerne ihr Wissen.
- Geh auf eine Campingmesse, denn dort kannst Du ganz viele Zelte, Wohnmobile und Wohnwagen sehen und vergleichen. Am besten planst Du mindestens zwei Tage für den Besuch ein. Die wichtigsten Messen sind der Caravan Salon Düsseldorf und die CMT Stuttgart.
- Ziehe bequeme Schuhe an und nimm Stift, Papier und ein Maßband mit.
- Recherchiere vor dem Messebesuch gründlich und notiere Dir Marken, Modelle sowie Hallen- und Standnummern. Das Angebot ist riesig und so verlierst Du nicht den Überblick. Wir haben so bereits zwei Kastenwagen auf der Messe gekauft.
- Steig in jedes Fahrzeug ein, das Du ausgesucht hast, und in die, die Dir zusätzlich ins Auge fallen.
- Öffne Schubladen und Schränke, dreh die Toilette um und setz Dich bei geschlossener Tür einmal aufs WC.
- Leg Dich zu zweit ins Bett und probier das Ein- und Aussteigen, wenn der andere schon liegt.
- Prüf die Stehhöhe im Bad, sie ist oft niedriger als im Wohnraum.
- Mach zu jedem Fahrzeug Notizen, Fotos und kleine Skizzen mit den wichtigsten Maßen. Die Eindrücke und Informationen sind so vielfältig, dass Du sonst den Überblick verlierst. Am Abend kannst Du dadurch eine Vorauswahl treffen und diese am nächsten Tag noch einmal gründlich anschauen.
- Vergleich Messeangebote in Ruhe, oft gelten sie auch nach der Messe noch.
- Lass Dich nicht unter Druck setzen. Kein gutes Bauchgefühl, dann kauf nicht.
- Frag nach dem Lieferdatum und rechne im Kopf noch ein paar Monate drauf.
- Wähle einen Händler, der Dir liegt, aber auch nicht zu weit weg ist (Du kaufst auf der Messe bei einzelnen Händlern und nicht bei der Marke). Ich habe mich ganz bewusst für einen Händler entschieden. Für Reklamationen fuhren wir 200 Kilometer einfach, das war genau richtig.
10 Tipps zu Gewicht und Zuladung: teure Anfängerfehler
- Nimm die Zuladung ernst, sie ist schneller am Limit, als Du denkst. Ich habe mich bisher immer bewusst für einen Camper unter 3,5 Tonnen entschieden. Dadurch kann ich schneller fahren und habe es auch bei der Maut leichter.
- Verlass Dich nicht auf den Prospekt, lass Dir das Fahrzeug wiegen und den Wiegeschein geben.
- Wiege Deinen Camper selbst einmal leer und einmal reisefertig mit allem und allen an Bord.
- Prüf dabei auch die Achslasten, nicht nur das zulässige Gesamtgewicht.
- Fülle Frischwasser erst am Ziel ein. Für die Fahrt reichen ein paar Liter. Wir machen unterwegs nie das Wasser voll. Das kostet nur Sprit. Und jeder Liter wiegt ein Kilo.
- Leere Abwasser und Toilette, sobald sich die Gelegenheit ergibt, nicht erst, wenn alles voll ist.
- Wiege auch Dein Zubehör, damit Du ein Gefühl fürs Gewicht bekommst.
- Lass zu Hause, was Du nicht wirklich benutzt.
- Prüf schon vor dem Kauf, ob sich das Wohnmobil bei Bedarf auflasten lässt.
- Denk bei kritischem Gewicht über Alu-Gasflaschen statt Stahlflaschen nach.
Erstausstattung und clever packen (12 Tipps)
- Kauf nicht die halbe Campingausrüstung, bevor der Camper überhaupt vor der Tür steht. Was für mich passt, muss nicht unbedingt für Dich nützlich sein.
- Mach am Anfang einen Kurztrip in die Umgebung und notier unterwegs, was Du brauchst und was Dir wirklich fehlt. Stift und Papier für Notizen sind Deine wichtigste Erstausstattung.
- Pack Kleidung nach dem Zwiebelprinzip ein, dann bist Du für jedes Wetter gerüstet und sparst Stauraum.
- Nimm für eine Reise von 1–3 Wochen Kleidung für sieben bis zehn Tage mit, mehr brauchst Du eigentlich nicht. Wir fahren nach etwa einer Woche unterwegs einen Campingplatz mit Waschmaschine an.
- Beschränke Dich auf drei Paar Schuhe: Badeschuhe, Wanderschuhe und ein Paar für den Rest.
- Kauf frische Lebensmittel unterwegs. Es ist nicht notwendig, Vorräte durch halb Europa zu fahren. So lernst Du das Land gleich anders kennen.
- Die Schränke sind voll? Nutze zusätzlich stapelbare Kisten statt Koffer, die lassen sich viel besser verstauen. Mit einem durchsichtigen Deckel siehst Du gleich, was drin ist.
- Teste Campingstühle vor dem Kauf. Wie sitzt man darauf und wo kann ich sie verstauen? Die Stühle, die in unserem VW-Bus perfekt passten, waren im Kastenwagen unpraktisch. Nach zehn Jahren haben wir beim Händler neue getestet und gekauft.
- Eine kleine Wasserwaage ist praktisch, um den Camper gerade auszurichten.
- Besorg Dir einen passenden CEE-Adapter für Dein Reiseland (in Frankreich und Italien gibt es manchmal noch alte Steckdosen), dazu Kabeltrommel und Verlängerung.
- Kaufe zwei Klemmstangen fürs Bad, dann können Handtücher sogar während der Fahrt trocknen.
- Wäsche trocknet bei schlechtem Wetter auch gut auf einer Wäscheleine zwischen den Haltegriffen über den Vordertüren.
Strom, Internet und Technik: autark unterwegs (8 Tipps)
- Die Nachrüstung einer Lithiumbatterie bringt mehr Freiheit. Wir haben es gemacht und uns geärgert, dass wir es nicht schon früher gemacht haben. Durch die Umrüstung kommen wir viel länger mit dem Strom aus. Ein weiterer Vorteil: Die Lithiumbatterie geht auch durch Tiefentladen nicht kaputt, weil sie vorher abschaltet.
- Wenn Du unterwegs Internet brauchst, nutze einen Router mit Anschluss für eine externe Antenne. Das ergibt das beste Signal.
- Wenn Du unterwegs arbeitest, beachte bei der Auswahl Deines Stellplatzes auch das Mobilfunksignal.
- Praktisch ist auch eine zusätzliche Prepaid-Karte oder eine E-SIM-Karte eines zweiten Anbieters. An der deutsch-tschechischen Grenze im absoluten Niemandsland hatte ich gar keinen Empfang mehr, während mein Mann mit einem anderen Anbieter keine Probleme hatte.
- Schau im Vertrag nach, ob der Datentarif auch im Ausland ohne Aufpreis gilt.
- Wer zusätzlichen Strom für die Kaffeemaschine oder das Laden von E-Bikes benötigt, packt zusätzlich eine Powerstation mit Solarpanel ein.
- Eine Starthilfe-Powerbank ist ein Booster, den man im Ernstfall dabeihaben will, wenn der Motor nicht mehr anspringt.
- Versteck einen AirTag im Camper, an den Schlüsseln und an den Fahrrädern, dann findest Du sie im Notfall wieder.
9 Tipps zu Kaffee und Küche im Camper
- Kaffee kann man auch ganz ohne Strom auf Gas zubereiten. Ich nutze ein Espresso-Herdkännchen. Mein Mann ist Fan von Filterkaffee. Er bringt das Wasser mit dem Wasserkessel zum Kochen.
- Es gibt einen Campingbackofen, den Du auf dem Gasherd verwenden kannst, den Omnia. Damit backst Du sogar Kuchen oder Brot. Wir nutzen ihn für Pizza und Aufläufe.
- Verwende faltbare Schüsseln statt starrer Behälter, die sparen richtig Platz.
- Wenn Du weiter Platz sparen willst, nutze ein Topfset mit abnehmbaren Griffen. Wir haben eins aus mehreren Töpfen, Sieb und Kessel mit einem kombinierten Deckel.
- Wenn Du draußen kochst und grillst, bleibt der Kochgeruch draußen. Das gilt besonders für Fisch, denn der Geruch setzt sich gerne fest und Du riechst es mehrere Tage. Wir kochen deshalb Fisch immer im Freien.
- Beim Camping-Grill sind ein kleines Packmaß und wenig Gewicht praktisch.
- Prüf vorher, ob Grillen auf dem Platz erlaubt ist. Auf vielen Campingplätzen darf man nur an bestimmten Grillstellen oder gar nicht mit Holzkohle grillen.
- Lass den Grill vollständig abkühlen, bevor Du ihn verstaust.
- Kontrollier vor jeder Reise den Füllstand Deiner Gasflaschen. Das ist wichtig, wenn Du zusätzlich zum Kochen mit Gas heizt, besonders in der Übergangszeit und im Winter oder bei Reisezielen im Norden, so wie Norwegen. Wir haben immer zwei Elf-Kilo-Flaschen dabei und schauen vor jeder Fahrt nach.
Die besten Stellplätze und Campingplätze finden (9 Tipps)
- Nutze Camping-Apps für die Suche nach Stell- und Übernachtungsplätzen. Besonders interessant sind bei der Auswahl die von anderen Nutzern eingestellten Fotos und Bewertungen. Als ich mit Camping angefangen habe, gab es die digitalen Helfer noch nicht. Damals war man auf mehr oder weniger aktuelle Campingführer angewiesen. Manchmal haben wir abends bis zu zwei Stunden nach einem Übernachtungsplatz gesucht. Apps machen einem das Campingleben wirklich viel einfacher.
- Prüfe trotzdem immer die Schilder vor Ort, denn nicht jeder Platz in den Apps ist auch legal.
- Kombiniere mehrere Apps, keine deckt alle Situationen ab.
- Aktiviere die Offline-Funktion Deiner Apps für Regionen ohne Netz. Diese ist bei den meisten Apps in der Bezahlversion enthalten.
- Für Skandinavien und eine Fahrt zum Nordkap empfehle ich die Nordcamp-App. In Finnland, Schweden und Norwegen war sie unsere Nummer eins.
- Probiere als Alternative zu anderen Wohnmobil-Stellplätzen in Deutschland Landvergnügen aus. Hier stehst Du direkt auf Bauernhöfen und bei anderen Erzeugern. Wir haben schon einsam unter alten Eichen oder mitten im Hof neben den Treckern gestanden. Dazu gab es hervorragende Produkte und das beste Eis, das ich je gegessen habe.
- Bedank Dich mit einem Einkauf im Hofladen.
- Kennst Du die anderen Ländernetzwerke? In Frankreich sind dies France Passion, in Italien Agricamper und in Spanien España Discovery.
- Nutzt Du gerne Campingplätze? Dann hol Dir die CampingCard ACSI. Es gibt sie als Buch oder als App. Hier findest Du Campingplätze, die in der Nebensaison einen attraktiven Festpreis (inklusive Strom) bieten. Bei mir ist die Karte inklusive Büchern und App seit vielen Jahren im Einsatz, weil wir fast immer außerhalb der Hauptsaison unterwegs sind.
Unterwegs: planen, flexibel bleiben, sicher reisen (15 Tipps)
- Plane nur das Grundgerüst Deiner Route und lass genug Raum für Zufälle. Aus genau diesen Umwegen werden oft die schönsten Erlebnisse.
- Fahr am besten vor 16 Uhr auf den Campingplatz oder Wohnmobil-Stellplatz, dann bekommst Du eher einen Platz.
- Reserviere einen Stellplatz nur, wo Du wirklich musst, etwa für Stadtbesuche, und bleib sonst flexibel.
- Speichere Dir bei der Reiseplanung immer ein paar Alternativplätze ab, falls Dein Wunschplatz voll ist.
- Lerne Deinen Camper vor der ersten großen Reise in Ruhe zu Hause kennen.
- Schau Dir Anleitungsvideos zur Technik an und probier alle Funktionen durch.
- Sorg dafür, dass nicht nur einer von Euch den Camper bedienen und fahren kann.
- Schreib die Fahrzeugmaße auf einen Zettel und klebe ihn sichtbar ins Fahrerhaus. Wenn es eng wird, hat man leicht vergessen, wie breit oder hoch das Wohnmobil ist.
- Mache vor jeder Reise einen kurzen Check: Heizung, Gas, WC-Chemie und Reifen.
- Behalte unterwegs die Füllstände von Wasser, Gas und Strom im Blick und fülle rechtzeitig nach.
- Bevor es am Morgen wieder losgeht, kontrolliere, ob das Gas abgedreht und Fenster und Kühlschrank geschlossen sind.
- Starte mit kurzen Touren, ein verlängertes Wochenende reicht für den Anfang völlig.
- Trage Deine Dokumente und Wertsachen in einer kleinen Hüfttasche am Körper.
- Befreie Dich von der Vorstellung, wie Camping „sein muss“. Es gibt kein Richtig oder Falsch.
- Nutze mindestens zwei Wetter-Apps gleichzeitig. So kannst Du Deine Route dem Wetter anpassen. Das ist doch das Schöne am Camper: Man kann jederzeit flexibel reagieren. Wir haben schon öfter bei anhaltendem Regen oder drohendem Sturm ein anderes Ziel angesteuert.
Mit Kindern reisen (6 Tipps)
- Suche den Übernachtungsplatz mit Kindern früh, nicht erst am Abend. Sonst wird es stressig. Wenn Du länger an einem beliebten Campingplatz bleiben willst, solltest Du in den Ferien reservieren.
- Wechsel bei einem Roadtrip zwischen einem Besichtigungspunkt und einem Kinderprogrammpunkt ab. So lernst Du auch andere Orte kennen.
- Mache alle zwei bis drei Stunden Pause an Plätzen mit Wiese oder Spielplatz. So eine Pause tut allen in der Familie gut.
- Stelle Deine Reise unter ein Motto, das Kinder lieben, so wie Dinosaurier, Burgen oder Höhlen.
- Nutze auf längeren Etappen oder bei schlechtem Wetter Hörbücher, Musik und einen Timer fürs Tablet. Dann werden die Nerven von allen geschont.
- Wenn ein fremdes Kind mitkommt, hol Dir eine beglaubigte Vollmacht der anderen Eltern. Wir waren einmal zwei Wochen mit unserem Sohn und einem Freund in Sizilien und der Provence unterwegs. Das hat allen viel Spaß gemacht.
7 Tipps zum Reisen mit Hund und Katze
- Gewöhn Dein Tier vor der Reise spielerisch an den Camper und fang mit kurzen Fahrten an.
- Sichere Deinen Hund während der Fahrt in einer Box oder mit Gurt.
- Besorge rechtzeitig den EU-Heimtierausweis und halte die vorgeschriebenen Impfungen immer aktuell.
- Kläre vorher, ob Tiere auf dem Campingplatz oder Stellplatz erlaubt sind, und halt sie an der Leine. Ich kenne jemanden, dessen Hund sich plötzlich erschreckte und weglief. Die Suche dauerte über zwei Monate, eine Tortur für Hund und Mensch.
- Richte einen reizarmen Rückzugsplatz im Camper ein und sorge an heißen Tagen für Schatten und Kühlung.
- Kennzeichne Halsband und Geschirr mit Namen und Handynummer und melde Dein Tier bei einem Portal wie Tasso an.
- Nützlich ist auch eine kleine Reiseapotheke mit Zeckenzange, Krallenschere und Kohletabletten.
Wintercamping (7 Tipps)
- Ziehe gute Winterreifen auf und führe Schneeketten mit. Das Anlegen sollte man vorher sicherheitshalber einmal üben.
- Fahre bei einer Wintertour nach Skandinavien den Tank leer und tanke dann vor Ort Winterdiesel. Richtung Nordkap tanke zur Sicherheit schon bei halbem Tank.
- Fahre im strengen Winter ohne Wasser und nutze stattdessen Kanister, sonst frieren die Leitungen ein. Bei unserem Kastenwagen, den wir als Zweitwagen fahren, verzichten wir im Winter bewusst auf Wasser im Tank.
- Verhindere Kältebrücken mit Thermovorhängen an Fahrerhaus und Türen. Bei uns liegt zusätzlich eine zusammengerollte Wolldecke als Zugluftstopper an der Schiebetür.
- Nimm einen kleinen Elektroheizlüfter mit, falls die Heizung ausfällt.
- Rufe Campingplätze im Winter vorher an, um sicher zu sein, dass sie geöffnet haben und ein Platz geräumt ist.
- Reibe die Türgummis mit Pflegemittel oder Hirschtalg ein, dann frieren sie nicht fest.
Den Camper regelmäßig nutzen (5 Tipps)
- Halte Deinen Camper inklusive Grundausstattung startklar, dann kannst Du jederzeit los. Vor Kurztrips fülle ich nur noch zwei Gießkannen Wasser nach und packe etwas Kleidung ein.
- Blockiere Wochenenden und Feiertage für kleinere Touren rechtzeitig im Kalender.
- Fahre auch mal nur für eine Nacht weg. Manchmal fahren wir auch nur auf einen Parkplatz in der Umgebung, gehen spazieren, trinken Kaffee, dann geht es wieder heim.
- Nutze Reisepausen für Wartung, Reifen, TÜV, Dichtungen und einen gründlichen Frühjahrsputz.
- Beziehe Freunde in Deine Pläne ein.
Das waren über 100 Tipps aus mehr als 55 Jahren Camping. Sie ersetzen keinen einzigen eigenen Fehler, aber vielleicht sparst Du Dir ein paar Pannen. Und falls Du noch zögerst: Fahr einfach los. Man kann beim Reisen mit dem Camper sowieso nicht alles planen, und gerade daraus entsteht das Schönste.
Hast Du einen Tipp, der hier noch fehlt? Dann schreib ihn mir gerne in die Kommentare. Und wenn Dir die Sammlung gefallen hat, freue ich mich, wenn Du sie teilst. DANKE!
Zuletzt geprüft im September 2026.
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ÜBER MICH: Hier schreibt Katja Hein – Journalistin und seit über 50 Jahren begeisterte Camperin. Hinter jeder Kurve wartet das Neue, ist meine Philosophie und die will ich mit Dir teilen. Mit meinen ausführlichen Wohnmobil-Reiseberichten, Camping-Erfahrungen und Routen zum Nachfahren entdeckst Du neue Reiseziele für den Urlaub mit Wohnmobil zwischen Südspanien & Nordkap. Dazu bekommst Du Unterstützung bei der Suche nach Deinem Traumfahrzeug.
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