Aktualisiert am 27. Juni 2026
Die Fahrt zum Nordkap im Winter mit dem Wohnmobil ist ein einmaliges Erlebnis. Immer mehr Camper machen sich im Winter auf den Weg ganz in den Norden Europas. Es ist eine Reise voller Abenteuer und Eindrücke. Doch bei der Fahrt im Winter zum Nordkap gibt es einiges zu beachten, egal ob Du mit dem Camper oder Auto unterwegs bist, und Mensch und Fahrzeug kommen dabei auch oft an ihre Grenzen.
Mit Auto oder Wohnmobil im Winter zum Nordkap
Immer wieder werde ich bei Vorbereitungen von Touren im Winter zum Nordkap nach Tipps befragt und was zu beachten ist. Für Deine Planung habe ich hier die wichtigsten Informationen für Deine Nordkap-Fahrt in der kalten Jahreszeit zusammengestellt. Diese sind nützlich, wenn Du mit dem Wohnmobil oder im Auto in den Norden Norwegens unterwegs bist.
Hier findest Du auch viele nützliche Tipps für eine Reise zum Nordkap im Winter mit dem Auto, obwohl ich mich im Beitrag auf Camper und Wohnmobile fokussiere. Aber Achtung, winterliche Verhältnisse gelten hier nicht nur im Dezember und Januar, sondern von Mitte Oktober bis März. Das musst Du unbedingt bei der Vorbereitung Deiner Reise zum Nordkap im Camper beachten. Hier findest Du die ausführliche Beschreibung des besten Wegs zum Nordkap.
Nützlich für Deine Reise ist auch meine Wohnmobil-Packliste.
Auf meiner Empfehlungsseite* findest Du die Ausstattung, die meine Leserinnen und Leser am meisten interessiert.
Wichtig für die Fahrt zum Nordkap im Winter: Wetter & Temperaturen
Wesentliche Faktoren bei einer Fahrt zum Nordkap im Winter mit Wohnmobil oder Auto sind das Wetter und die damit verbundenen Temperaturen. Auf dem Weg zum Nordkap können von Mitte Oktober oder November bis März extreme Kälte, Stürme und heftige Schneefälle vorkommen. Dazu treten bei starkem Schneefall auch Erdrutsche auf. Bei extremen Wettersituationen kann die Nordkap-Straße gesperrt werden. Deshalb muss man den Wetterbericht und entsprechende Warnungen immer im Auge behalten. Die wichtigsten Informationen findest Du auf yr.no.
In den Wintermonaten kann es auf der Route zum Nordkap richtig kalt sein. An der Küste und am Nordkap selbst ist es dagegen durch den Golfstrom in der Regel etwas milder. Aber die Anfahrt zum Nordkap führt ja nicht nur an der Küste entlang, sondern auch große Strecken durchs Landesinnere.
Im Inland von Schweden, Finnland und Norwegen, das Du bei der Tour zum Nordkap im Winter mit dem Auto oder Wohnmobil durchquerst, können in diesen Monaten extrem tiefe Temperaturen herrschen. Temperaturen bis zu –40 Grad in Lappland im Dezember und Januar sind keine Seltenheit. Aber auch wenn es nicht ganz so kalt wird, sind bei einer Nordkap-Tour im Winter Temperaturen bis 20/25/30 Grad minus wahrscheinlich. Durch den Wind erscheinen die Temperaturen dann noch tiefer.
Auch mit heftigen Winterstürmen und starken Schneefällen musst Du bei einer Fahrt mit dem Camper oder mit dem Auto zum Nordkap im Winter rechnen. Und natürlich gibt es auch immer wieder Glatteis.
Nötig sind bei einer Nordkap-Winter-Reise gute Reifen und Schneeketten
Zum Nordkap im Winter ohne Allrad? Ja, das geht, aber nur, wenn Du Dich gut vorbereitest.
In Skandinavien sind die Winter schneereich und so sind die Straßenämter auf die Räumung vorbereitet. Die Straßen oberhalb des Polarkreises werden im Winter regelmäßig geräumt und präpariert. Salz kommt dagegen sehr selten zum Einsatz. An manchen Stellen wird Sand gestreut.
Wenn Du zum Nordkap im Winter mit dem Wohnmobil fährst, brauchst Du deshalb sehr gute Winterreifen (unabhängig davon, dass diese in den Wintermonaten in Norwegen vorgeschrieben sind). Ideal sind für den skandinavischen Winter produzierte Winterreifen mit einer speziellen, weicheren Gummimischung (sehr gut ist die Marke Nokian, wie der Nokian Hakkapeliitta, z. B. der Nokian hakkapeliitta cr4*, Achtung, Reifengröße beachten). Mit Vorplanung kannst Du diese auch in Deutschland beim Reifenhändler bestellen (sonst werden sie in Skandinavien vertrieben). Im Winter sind in Norwegen auch für den Wohnwagen Winterreifen vorgeschrieben. Manche Camper ziehen auch Allterrain-Reifen* für die Fahrt zum Nordkap auf. Allerdings sind diese bei den Verhältnissen auf der Straße im Winter in Finnland, Schweden und Norwegen nicht so zuverlässig.
Die Tour zum Nordkap im Winter ohne Allrad ist möglich.
Zusätzlich braucht man im Winter in Norwegen gute Schneeketten* (oder alternativ diese speziell für Lieferwagen entwickelte, teureren Schneeketten*, die sehr gerne für Wohnmobile verwendet wird). Auf manchen Strecken gilt für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen im Winter sogar Schneekettenpflicht. Bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen müssen dann mindestens drei Schneeketten montiert werden.
Auch wird oft von den Verantwortlichen das Fahren im Konvoi hinter dem Schneepflug nur mit angelegten Schneeketten gestattet. Auch darauf muss man also vorbereitet sein, denn sonst darf man nicht mitfahren. Schade, wenn man sein Ziel nicht erreicht, weil auf diese Weise die Nordkap-Straße gesperrt bleibt.
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Du solltest unbedingt das Anlegen der Schneeketten vorher üben und auch Handschuhe dafür einpacken. Denn dann, wenn Du die Ketten brauchst, herrschen oft extreme Bedingungen. Im Dunkeln und Schneetreiben hast Du keine Zeit, die Anleitung zu lesen. Bei häufigem Gebrauch lohnen sich auf jeden Fall selbst spannende Schneeketten.
Wer zum Nordkap im Winter ohne Allrad fahren will, sollte sehr gute Winterreifen aufziehen. Spätestens nördlich des Polarkreises (aber je nach Wetter bereits weiter südlich) sind für schwere Fahrzeuge im Winter Spikes oder Spike-Reifen sinnvoll, denn im Norden wird nur Schnee geräumt und Du fährst dann auf präparierter Schneepiste und manchmal auch auf blankem Eis. In Deutschland sind Spikereifen allerdings nicht zugelassen.
Es gibt Schneeketten mit Spikes*, die aber eigentlich nicht für den Dauereinsatz gedacht sind.
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Es gibt auch Spikes zum Eindrehen* in den Reifen. Diese Reifen-Spikes* haben noch eine bessere Qualität. Welche Spikes Du brauchst, hängt vom Reifen und Fahrzeug ab. Dazu gibt es eine Tabelle. Die Spikes werden in die Reifen eingedreht und wenn sie nicht mehr benötigt werden, wieder herausgedreht. Dafür brauchen die Winterreifen genügend Profil, um Beschädigungen zu vermeiden. Es gibt allerdings Reifentypen, die bei der Nutzung von Spikes die Betriebserlaubnis verlieren.
Für das Eindrehen der Spikes in die Winterreifen werden ein Akkuschrauber*, ein Spezialwerkzeug und etwas Zeit benötigt. Pro Reifen werden etwa 100 Spikes gebraucht. Die Montagezeit beträgt 1,5 bis 2 Stunden. Bei härteren AT-Reifen kann es auch etwas länger dauern.
Du kannst auch bei einem Reifenhändler in Südschweden, Stockholm oder in Helsinki Spikereifen kaufen und aufziehen lassen und Deine eigenen Reifen einlagern. Auf dem Rückweg wird dann wieder getauscht. Wenn Du für ein Auto oder Wohnmobil unter 3,5 Tonnen Spikereifen verwendest, müssen diese auf allen Rädern aufgezogen werden. Eine sehr gute Adresse ist „Däckcity Uppsala“, höre ich aus meinem Netzwerk. Auch bei NDF wirst Du gut bedient. In Finnland geht man zu Vianor.
Kann man auch Spikereifen leihen? Laut einem Schwedenforum kann man an den Fährterminals von Color Line in Oslo, Kristiansand und Larvik Spikereifen mieten. Aber hier habe ich keine weiteren Informationen gefunden. NDF in Mölndal bei Göteborg vermietet laut Webseite neben Winterreifen auch Spikereifen. Hier kannst Du per Mail reservieren (unbedingt rechtzeitig vorher) und die Reifen sind innerhalb kurzer Zeit getauscht. Natürlich kannst Du hier auch Spikereifen kaufen. Auch beim Reifenhändler in Solna (Schweden) kann man Spikereifen mieten.
Piggdekks (Spikereifen) ersetzen aber nicht die Schneeketten. Diese gehören bei der Fahrt zum Nordkap im Winter zur Grundausstattung (auch wenn in den Foren immer wieder Reisende schreiben, sie hätten sie nicht benötigt, sie hatten wahrscheinlich Glück mit dem Wetter).
Wenn Du Spikes eindrehst oder Spikereifen nutzen möchtest, kläre bitte mit Deiner Versicherung, ob dadurch der Versicherungsschutz erlischt (das ist manchmal der Fall, da Spikes in Deutschland nicht gestattet sind, manche Versicherungen bieten hier eine Zusatzversicherung an).
Mit dem Wohnmobil ist man idealerweise langsamer unterwegs als die anderen Verkehrsteilnehmer, die dankbar sind, wenn man sie passieren lässt.
Wer im Winter nach Nordnorwegen fährt, kann zusätzlich auch eine Anfahrthilfe* mitnehmen. Diese ist nützlich, wenn Du unterwegs auf einem Parkplatz oder an einer anderen Stelle stehst und bereits beim Anfahren gar nicht mehr wegkommst. Das gilt besonders, wenn Du die Fahrt zum Nordkap im Winter ohne Allrad machst, aber auch mit Allrad kannst Du in solchen Situationen hängen bleiben.
Tanken im Winter
Der Winterdiesel aus Deutschland ist in der Regel bis zu einem Temperaturbereich von 22 Grad minus ausgelegt und damit nur bedingt für den Winter in Skandinavien tauglich. Deshalb tankt man im Winter vor der Abfahrt nach Skandinavien in Deutschland nicht mehr voll und fährt den Tank so weit wie möglich leer. So kann man in Schweden, Finnland oder Norwegen Winterdiesel tanken. Achtung, in Finnland tankt man im Winter Arctic-Diesel.
Zur Sicherheit tanken wir auf dem Weg zum Nordkap immer schon, wenn der halbe Tank leer ist.
Wenn Du ein Fahrzeug mit AdBlue fährst, musst Du hier auch aufmerksam sein, da AdBlue bei Kälte in Verbindung mit Sauerstoff kristallisieren kann. Es hilft, den Tank gut gefüllt zu lassen und Anti-Kristall für AdBlue von Liqui Moly* oder Mathy AdBlue-Systemreiniger* einzufüllen. Auch eine Motorheizung sorgt für eine gute Temperierung des Tanks und der Leitungen. Eine nachträgliche Isolierung der Leitungen und des Tanks wäre auch möglich.
Mit dem E-Auto im Winter zum Nordkap
Wenn Du mit dem E-Auto im Winter zum Nordkap fahren willst, ist das möglich. Ich hatte schon mit einigen Leuten Kontakt, die das gemacht haben. Die Ladeinfrastruktur in Norwegen und Schweden ist viel besser als bei uns. Allerdings wird es mühsamer, je weiter Du nach Norden kommst. Dazu kommt die geringere Reichweite. Deshalb musst Du gut planen.
Auf dem Parkplatz am Nordkap-Plateau stehen zwei Typ-2-Ladepunkte für E-Autos (Tesla Destination Charging) zur Verfügung, die jedoch im Winter oft wegen der durch den Schneepflug geschobenen großen Schneehaufen nicht zugänglich sind. Die nächsten E-Ladestationen befinden sich dann in Honningsvåg.
Beste Route zum Nordkap im Winter
Ich empfehle Dir im Winter die Anfahrt zum Nordkap durch Schweden und Finnland.
Dabei kommen in Schweden die Route über die E4 parallel zur Küste oder über die E45 durchs Inland in Frage. Besonders die Strecke über die E4 durch Schweden ist sehr gut ausgebaut und auch bei Schnee und Eis gut geräumt. Auf der E45 (Inlandsvägen) ist dagegen nicht so viel Verkehr, die Straße ist geräumt und bei Schneefall gut präpariert. Wer Kilometer bei der Anfahrt sparen möchte, kann auch von Deutschland nach Finnland die Fähre nehmen und ab Helsinki auf der E 75 durch Finnland zum Nordkap starten.
Idealer Einstieg für Deine Fahrt zum Nordkap im Winter sind die Fähren Kiel-Göteborg* (E 45), Rostock-Trelleborg*, Travemünde-Trelleborg* (E 4 und E 6) oder Travemünde-Helsinki* (E 75).
Über diese Routen kommst Du schneller voran als über die Strecke auf der E6 durch Norwegen. Hier erfährst Du mehr über die schnellste Route zum Nordkap.
Nutze vor allem auch die begrenzten Tageslichtstunden und die Zeiten des Dämmerlichts effizient aus.
Straßensperrungen und Konvoipflicht zum Nordkap im Winter
Straßensperrungen durch schlechtes Wetter können bei einer Fahrt im Winter zum Nordkap die Anfahrt behindern und verzögern.
Vor allem bei starken Schneefällen oder Sturm kann in Norwegen auf Abschnitten der Route die Durchfahrt nur im Konvoi hinter einem Schneepflug oder einem Leitfahrzeug möglich sein (Kolonnekjøring). Dann ist die Straße mit einer Schranke abgesperrt und Autofahrer müssen bis zur Abfahrt des Konvois warten (das können durchaus auch mehrere Stunden sein). Die Uhrzeiten des Konvois sind angegeben. Manchmal sind für die Fahrt im Konvoi Schneeketten vorgeschrieben, das gilt besonders für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen (oft auch für Wohnmobile, wegen der Windanfälligkeit). Das entscheidet der Verantwortliche für den Konvoi.
Wenn Straßen gesperrt sind und/oder ein Konvoi abgewartet wird, muss man Wartezeiten (gegebenenfalls bei großer Kälte und schlechten Wetterverhältnissen) überbrücken. Hierauf müssen sich auch Autofahrer, die im Winter zum Nordkap fahren, vorbereiten. Zur Ausrüstung gehören warme Kleidung, gute Schuhe, eine Heizmöglichkeit, Schlafsäcke und Essen und Trinken. Das sind Dinge, die man im Wohnmobil schon dabei hat. Denke auch ans Ladekabel und eine Powerbank fürs Handy, damit Du unterwegs immer in Kontakt mit der Außenwelt bleiben und Dich informieren kannst.
Die norwegischen Behörden bieten auf dieser Webseite regelmäßig aktualisierte Angaben und Informationen zu Straßensperrungen und Konvois. Einen guten Einblick in die Verhältnisse verschaffen auch die verlinkten Kameras.
Das letzte Stück der Fahrt zum Nordkapplateau darf aus Sicherheitsgründen im Winter nur noch mit Konvoi zurückgelegt werden. Es handelt sich um das Stück der E 69 zwischen Skarsvåg und Nordkap. Es gibt feste Kolonnenzeiten. Diese gelten für die Hinfahrt und die Rückfahrt. Wann die Kolonnen starten und wie lange sie ins Frühjahr durchgeführt werden, hängt von den Wetterverhältnissen ab.
- Fahrzeiten Konvoi zum Nordkap: 08.30 Uhr, 10.00 Uhr, 12.00 Uhr, 14.30 Uhr, 19.30 Uhr
- Rückfahrt Konvoi vom Nordkap nach Skarsvag: 09.30 Uhr, 11.00 Uhr, 13.45 Uhr, 16.15 Uhr, 21.30 Uhr.
Womit viele Reisende nicht rechnen: Auch die Zufahrt zum Nordkap, die Nordkap-Straße, ist im Winter immer wieder einmal gesperrt. Das wird nach den Wetterverhältnissen entschieden. Manchmal wird auch das Aufziehen von Schneeketten verlangt. Wenn die Wettersituation zu schlecht ist, kann im Winter die Zufahrt zum Nordkap für einen oder mehrere Tage komplett gesperrt werden. Das Wetter kann sehr plötzlich umschlagen. Hier kannst Du sehen, ob die Straße frei ist, und Dir über die Webcam ein Bild von der aktuellen Situation machen.
Informationen zu den Straßenverhältnissen in Norwegen und am Nordkap
- yr.no
- vegvesen.no
- varsom.no
- Sehr nützlich ist auch die Verkehrs-App der Straßenverwaltung.
Tierbegegnungen unterwegs
Unterwegs im Norden müssen Autofahrer im Winter immer auf Rentierherden oder auch auf Elche gefasst sein, die ebenfalls gerne die Straßen nutzen und dann plötzlich vor dem Fahrzeug stehen. Wenn an den Schneestangen am Straßenrand schwarze Plastiksäcke hängen, ist dies ein Zeichen dafür, dass Tiere in der Nähe sind. Der Gegenverkehr (wenn es welchen gibt) warnt mit Lichthupe.
Wohnmobil für den Weg zum Nordkap winterfest machen
Im Winter zum Nordkap: Heizung im Camper
Das Problem ist nicht die Temperatur am Nordkap im Winter, sondern die Temperaturen auf dem Weg dorthin.
Ich hatte schon Anfragen von Lesern, die sich mit einem Camper ohne Heizung zum Nordkap im Winter auf den Weg machen wollten. Das ist gefährlich. Wer im Auto oder Camper im Winter übernachten will, braucht eine Möglichkeit zu heizen (unabhängig von der Fahrzeugheizung)!
Wegen der tiefen Temperaturen, die im Winter in der Region oberhalb des Polarkreises vorkommen können, durch die man fährt, ist zusätzlich zur Fahrzeugheizung und zur Camperheizung eine weitere Heizmöglichkeit sinnvoll (falls eine Heizung versagt, was bei den tiefen Temperaturen öfter passiert, als man denkt). Du kannst zum Beispiel zur Sicherheit eine Standheizung nachrüsten (lassen) und/oder zusätzlich einen Elektroheizlüfter* mitnehmen, für den man allerdings externen Strom benötigt. Den Ecomat könnte man auch über eine gewisse Zeit mit einer Powerstation* betreiben.
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Wenn Du Dein Wohnmobil mit Gas beheizt, reichen Deine Gasvorräte im Winter nur für eine gewisse Zeit (2–4 Tage, abhängig vom Heizverhalten, den Außentemperaturen und der Größe und Isolierung des Campers). Bei tiefen Temperaturen wird auch beim Verlassen des Fahrzeugs durchgeheizt, damit sich das Wohnmobil nicht zu stark abkühlt. Die Sicherung der Gasversorgung und die regelmäßige Überprüfung der Gasvorräte mit einem Gasstand-Messgerät* sind also bei der Fahrt zum Nordkap im Winter fundamental.
In Schweden und Norwegen kannst Du Deine graue Gasflasche und auch die Alugasflasche oder den Gastank an verschiedenen Stationen wieder befüllen lassen. In der Regel sind entsprechende Adapter vorhanden. Allerdings würde ich immer welche mitnehmen, um auf Nummer sicher zu gehen.
Achtung! In Finnland gibt es keine Möglichkeit, Gas nachfüllen zu lassen (außer in Helsinki).
Auf dieser interaktiven Karte eines Bloggerkollegen (Besucherguide Schweden) findest Du die Stationen zum Gasnachfüllen in Schweden. An einigen Stellen ist sogar der Tausch von deutschen grauen Gasflaschen möglich, auch dazu gibt es Angaben. Er ergänzt und pflegt die Informationen regelmäßig. Ich finde die Karte sehr nützlich. Auf Womoo gibt es eine interaktive Karte, wo Du in Norwegen (und auch sonst) Wintergas nachfüllen kannst.
In der App Park4Night kann man über einen Filter Gasfüllstationen auf der Route herausfinden. Sehr zuverlässig sind die Angaben in der App myLPG.eu.
Nützlich für das Befüllen der Gasflaschen unterwegs sind ein Umfüllschlauch* und vor allem das Adapter-Set zum Befüllen einer deutschen Gasflasche*. Sehr wertig ist auch dieses Tankadapter-Set* im Etui. Für eine Gastankflasche braucht man andere Adapter.
Wer vorbereitet sein möchte, im Notfall eine skandinavische Gasflasche anzuschließen (die man kaufen muss und dann fast überall tauschen kann), braucht diesen Gasadapter*.
Die skandinavischen Gasflaschen von AGA können überall in Finnland, Schweden und Norwegen gekauft und getauscht werden (zum Beispiel in Baumärkten und an Tankstellen). Durch ihre Größe und Form passen sie als Ersatz für eine deutsche graue 11-Kilo-Gasflasche in fast jeden Gaskasten. Auch die Position des Einfüllstutzens spielt eine Rolle. Die Flasche kostet etwa 70 Euro. Das ist eine gute Investition, wenn man in Skandinavien mit Gas zum Heizen und Kochen auf der sicheren Seite sein will und genügend Platz im Gaskasten hat. Wahrscheinlich kannst Du sie aber nicht zurücktauschen.
Bei großer Kälte im Gaskasten kann das bei uns verkaufte Gas nicht ordentlich verdampfen und die Gasheizung dann nicht richtig funktionieren. Beim in Skandinavien erhältlichen Gas besteht dieses Problem nicht.
Als Ergänzung (und auch um Gas zu sparen) bieten sich ergänzend das Verlegen einer Infrarot-Heizfolie*, die mit 12 Volt betrieben wird, und ein hochwertiger Heizlüfter an, der verwendet werden kann, wenn man am Landstrom hängt. Den energiesparenden Heizlüfter von Ecomat* mit Frostwächter und Umfallschutz haben wir selbst in Verwendung. Er ist flüsterleise und kann auch an Netzen mit schlechter Absicherung betrieben werden. Manche Camper betreiben ihn auf niedriger Stufe mit einer Powerstation. Ergänzend kann auch eine Heizdecke* praktisch sein.
Kälteschutz und Isolierung für das Wohnmobil
Die wenigsten Wohnmobile sind für extreme Temperaturen vorbereitet oder isoliert. Das gilt auch für als „winterfest“ angepriesene Fahrzeuge. Deshalb muss man sich auch mit Isolierung beschäftigen, wenn man zum Nordkap im Winter fahren möchte.
Beim Wohnmobil und vor allem auch bei Kastenwagen gibt es viele Stellen, die Kältebrücken sind. Dazu gehören Schiebetür, Hecktüren oder Heckklappen. Hier kannst Du mit selbstklebenden Dämmmatten* nacharbeiten.
Exponierte Stellen, an denen sich Kondenswasser bildet, das dann gefriert und später wieder taut, und wasserführende Rohre können bei vorhandenem Landstrom mit Rohrheizkabel* geschützt werden. Gegen Kälte, die im Fahrerhaus von unten eindringt, hilft ein passend angefertigter Fahrerhaus-Teppich*. Wir haben auch im Wohnraum einen Teppich angepasst und verlegt. Darauf kommen im Winter zusätzlich Schafffelle (die haben wir bei verschiedenen Reisen angeschafft). Bei extremen Temperaturen sorgt auch ein Heizteppich*, den es in verschiedenen Größen gibt, für Wärme von unten.
- Baujahr: 2006/07
- Fahrzeugmodell: FIAT Ducato Typ 250 (ab…
- Material: 42 % PE Polyethylen, 58 % PP…
Für nachts kannst Du zusätzlich Außen- und Innenisolierungen am Wohnmobil anbringen. Beliebt ist eine Abdeckung wie diese*, die die Frontscheibe und die Seitenscheiben abdeckt, und diese Winter-Fahrerhausabdeckung*, die zusätzlich die Motorhaube mit Lüftungsöffnungen abdeckt.
Vor allem die Frontscheiben, das Armaturenbrett und der Fußraum sind beim Wohnmobil Kältebrücken. Alles gemeinsam kann effektiv durch einen Vorhang abgeschirmt werden. So kannst Du die Vordersitze auch bei extremer Kälte nutzen.
- für
- Fiat Ducato ab Baujahr 07/2006 mit Radiozugang
Alternativ kann man auch das Armaturenbrett durch eine Decke abdecken, in den Fußraum und vor die Pedale eine dicke Isoliermatte legen und die Frontscheiben zusätzlich zur Verdunklung mit Thermomatten* schützen.
Je nach Fahrzeugtyp ist es auch sinnvoll, andere Bereiche zu isolieren.
Beim Kastenwagen helfen Vorhänge aus Thermostoff an der Schiebetür und im Heck. Auch diese kannst Du selbst herstellen und mit Hilfe einer Klemmstange, einer gespannten Schnur, Druckknöpfen oder einer Gardinenschiene befestigen. Auch die Führung der Fliegentür an der Schiebetür lässt sich zweckentfremden. Für den Spalt am Zusammentreffen der Hecktüren eignet sich Rohrisolierung*, die man an einer der Türen festklebt.
- Baujahr: 2006/07 –
- Fahrzeugmodell: Fiat Ducato, Peugeot Boxer…
- Farbe: beige
- Herkunftsland:- Deutschland
Bei der von uns genutzten Wintermatte von Pössl im Heck (sehr gute Qualität, haben wir beim Kauf mitbestellt) bildet sich dahinter an der Tür und den Möbeln Kondenswasser. Hier trocknen wir regelmäßig mit einem Funktionshandtuch ab. Das Fahrerhaus trennen wir bei Kälte mit einer dicken Decke ab.
Auch an die anderen Fenster im Wohnmobil und die Dachluken muss man bei einer Fahrt im Winter durch Skandinavien und ans Nordkap denken. Aus dem DIY-Kit* kannst Du für die Isolierung Thermomatten zuschneiden. Eine andere Möglichkeit zur Isolierung von Fenstern ist auch das Einsetzen von passend zugeschnittenem Noppenschaumstoff*.
Beliebt zum Selbermachen von Thermovorhängen sind Picknickdecken, andere Decken oder bereits genähte Vorhänge* in Kombination mit Thermostoff*. Bei unserem Kastenwagen lege ich eine zusammengerollte Wolldecke als Zugluftstopper an der Schiebetür auf den Boden. Das hilft und sie ist auch leicht zu verstauen. Alternativ kannst Du eine Zugluftrolle kaufen und passend zuschneiden.
Auf die Nacht in der Kälte kann man sich schon während der Fahrt vorbereiten und das Wohnmobil über die auf die höchste Stufe gestellte Fahrzeugheizung aufwärmen. Warme Bettwäsche, die Abschirmung vor Zugluft und Kälte aus dem Ladebereich durch eine Silberfolie unter der Matratze und Winterschlafsäcke sorgen für warmes Schlafen. Zum Vorwärmen des Bettes und als zusätzliche Wärmequelle eignen sich Wärmeflaschen*.
Wassersystem im Camper im Winter
Die Temperaturen in Schweden, Finnland und Norwegen können im Winter stark unter den Gefrierpunkt fallen. Wenn das Wohnmobil nicht ausreichend isoliert oder beheizt ist, bedeutet dies: Wasserleitungen und Frisch- und Abwassertank sind von Frost bedroht und können einfrieren. Dies führt zu einem Ausfall der Wasserversorgung und auch zu Schäden am System.
Nicht jedes Wohnmobil ist winterfest und oft sind der Wassertank, die Wasserleitungen und der Abwassertank nicht frostsicher verbaut. Dazu kommt, dass im Winter bei extremem Frost die Entsorgung des Brauchwassers nicht ganz einfach ist. Auch beim Offenlassen des Ablasshahns kann sich am Abwassertank bei extremen Temperaturen Eis aufbauen.
Ein eingefrorener Frischwassertank und eine eingefrorene Wasserpumpe brauchen eine warme Halle und viel Wärme, um wieder aufzutauen. Achtung, die zuschaltbare Abwassertankheizung, die bei manchen Winterpaketen enthalten ist, benötigt viel Strom und zieht die Batterie leer.
Zum Schutz des Wassersystems im Camper muss man also im Vorfeld besondere Vorkehrungen treffen und vor allem checken, wo Kältebrücken bestehen. Wichtige Fragen, die Du Dir stellen solltest: Wird der Doppelboden wirklich beheizt, kommt die Heizungs-Wärme wirklich dahin, wohin sie soll, bekommen Wassertank und Wasserleitungen auch bei hoher Kälte genügend Wärme?
Alternativ kannst Du Dich entscheiden, ab einer gewissen Temperatur, die Du festlegen musst, das Wasser aus dem System zu lassen. Da ich mit einem Kastenwagen unterwegs bin, den wir als Zweitfahrzeug nutzen, haben wir uns entschieden, im Winter nicht mit Wasser zu fahren. Dennoch funktionieren Waschen und Kochen unterwegs.
- Neben der Toilette stehen bei uns zwei Wasserflaschen zum Nachspülen (bisher haben wir den Umstieg auf eine Trockentrenntoilette noch nicht geschafft). Wer auf Nummer sicher gehen will, kann hier auch Frostschutz verwenden. Wir nutzen zusätzlich Toiletten außerhalb des Wohnmobils. In Skandinavien findest Du auch im Winter viele öffentliche Toiletten, sogar beheizt.
- Koch- und Waschwasser führen wir in einem kleinen Kanister mit Wasserhahn* mit. Ich habe sehr lange nach einem wirklich dichten Kanister mit Hahn gesucht. Diesen gibt es in verschiedenen Größen. Wenn es noch nicht zu kalt ist, läuft das Brauchwasser durch den Abwasserhahn in einen kleinen Eimer*, den wir dann ausleeren. Beim Händewaschen oder dem morgendlichen Waschen fängt bei größerer Kälte eine Schüssel das Wasser auf. Auch mit einem Waschlappen erreicht man ein Grundmaß an Sauberkeit. Zum Duschen nutzen wir im Winter Schwimmbäder oder Campingplätze.
- Trinkwasser lagern wir in Flaschen in einem mit Wärme versorgten Bereich in der Nähe der Heizung. Zur Sicherheit liegen sie in einer Plastikkiste, falls doch einmal eine einfriert und platzt.
Kondenswasser und Eis im Wohnmobil (nicht unterschätzen)
Trotz guter Isolierung und weiterer Vorkehrungen wird sich durch den Temperaturunterschied zwischen Außen und Innen im Wohnmobil Kondenswasser niederschlagen. Dieses entsteht durch Duschen oder Kochen und auch durch den austretenden Atem. Durch den Temperaturunterschied an Fenstern und Außenwänden setzt sich Kondenswasser an Kältebrücken ab und kann dabei auch gefrieren. Unangenehm wird es, wenn diese Stellen wieder auftauen und ein Effekt wie in einer „Tropfsteinhöhle“ entsteht.
Gegen Kondenswasser im Fahrerhaus kannst Du auf dem Boden des Fahrerhauses Zeitungen auslegen, die die Feuchtigkeit aufnehmen, und diese dann im feuchten Zustand wegwerfen. Auch eine Schale mit Holzkohle im Fußraum des Fahrerhauses nimmt nachts Feuchtigkeit auf, muss aber dann tagsüber wieder getrocknet werden. Andere Camper empfehlen als Lösung gegen Kondenswasser im Wohnmobil einen Luftentfeuchter* und einen Fenstersauger*.
Regelmäßiges Lüften ist auch bei Kälte wichtig, denn dabei wird die feuchte gegen sauerstoffreiche Luft getauscht. Am besten lässt Du auch das Wohnmobil nicht auskühlen.
Dennoch wirst Du auf dem Weg zum Nordkap im Winter immer mit Kondenswasser zu kämpfen haben. Das Innere der Frontscheibe und der Seitenscheiben muss dann bei großer Kälte vor dem Weiterfahren mit dem Eiskratzer von Eis befreit werden. Auch die Dämmung der anderen Fenster sollte man regelmäßig abnehmen und das sich dahinter bildende Eis entfernen. Stauraum oder andere exponierte Stellen muss man ebenfalls regelmäßig kontrollieren.
Vor der Fahrt kann man das Wohnmobil so weit wie möglich winterfest machen und überprüfen, ob alles einwandfrei funktioniert. So vermeidet man unangenehme Überraschungen.
Fahrzeugbatterie: Bei Kälte benötigt der Diesel ein längeres Vorglühen. Bereits ab zehn Grad Minus hat die Autobatterie aber eine deutlich geringere Kapazität. Wenn diese dann noch einige Jahre alt ist, sinkt die Leistungsfähigkeit weiter. Dadurch kann es sein, dass das Wohnmobil bei extremer Kälte nicht anspringt. Am besten fährt man im Winter mit einer neuwertigen Batterie zum Nordkap. Auch die Glühkerzen müssen überprüft werden. Zusätzliche Power für die Fahrzeugbatterie bietet eine Starthilfe-Powerbank*.
Aufbaubatterie: Auch die Aufbaubatterie wird im Winter stark belastet. Auch hier sollte man vor Abfahrt die Leistung checken. Zum Aufladen musst Du unterwegs vielleicht auch einmal einen Campingplatz anfahren und Landstrom nutzen.
Beleuchtung/Zusatzscheinwerfer: Im Winter fährst Du auf dem Weg zum Nordkap auch durch schlechtes Wetter, Schneetreiben und vor allem durch lang anhaltende Dunkelheit. Viele Fahrzeuge fahren mit Fernlicht. Gutes Licht ist auf der Strecke wichtig. Man kann sein Wohnmobil mit neuem LED-Abblendlicht* ausrüsten (vorher die Kompatibilität prüfen und daran denken, dass dann der Scheinwerfer vielleicht nicht alleine enteist). Eine andere Möglichkeit bei nicht ausreichender Beleuchtung ist die Nachrüstung von Zusatzscheinwerfern*.
Motorvorwärmer oder Standheizung: Hast Du eine Standheizung oder Motorvorwärmung installiert? Eine elektrische Motorvorwärmung sorgt dafür, dass sich Kühlwasser und Motoröl vor dem Motorstart erwärmen und der Motor dadurch besser anspringt. Allerdings gibt es moderne Motoren, die dann einen Fehler auswerfen können. Deine KFZ-Werkstatt kann Dich bei dieser Frage beraten. Alternativ kann eine Diesel-Standheizung genutzt werden. Bei Temperaturen unter minus 40 Grad bleibt bei vielen Einheimischen in Skandinavien der Motor zur Sicherheit an.
Auf das richtige Motoröl achten: KFZ-Motoröl gefriert nicht. Aber je kälter es wird, desto zähflüssiger wird es. Ein Motoröl mit niedriger Viskosität erleichtert dem Anlasser bei tiefen Temperaturen die Arbeit und das Öl gelangt so früher an die wichtigen Stellen, was den Motor schont. Ein Motoröl mit der Bezeichnung 0W ist für niedrige Temperaturen bis 30 Grad minus ausgelegt und bleibt flüssig.
AdBlue: AdBlue kann bei Kälte kristallisieren. Anti-Kristall für AdBlue von Liqui Moly* oder Mathy Adblue Systemreiniger* verbessert den Gefrierpunkt.
Scheibenwischwasser: Auch das Scheibenwischwasser braucht Frostschutz* und zwar mehr als bei unseren Temperaturen. Daran sollte man nicht sparen, denn die Scheibenwischer braucht man im Winter auf dem Weg zum Nordkap öfter, vor allem wenn man durch Schnee und Matsch fährt oder wenn andere Verkehrsteilnehmer überholen.
Scheibenwischer: Bei polaren Temperaturen sind Scheibenwischer stark belastet und können auch durch die Kälte zerbrechen. Wenn man die Scheibenwischer mit Essig oder Glasreinigungsspray befeuchtet, fördert dies die Langlebigkeit bei extremer Kälte. Zusätzlich hilft es, wenn man beim längeren Stehen die Scheibenwischer von der Scheibe abklappt, damit diese nicht festfrieren.
Frostschutz im Kühlwasser: Ausreichender Frostschutz für das Kühlwasser muss ebenfalls bei einer Fahrt durch Schweden, Finnland und Norwegen im Winter bedacht werden. Denn einfrierendes Kühlwasser braucht kein Mensch. Bei uns in Deutschland ist der Frostschutz in der Regel für einen Bereich bis 20/25 Grad Minus ausgelegt. Aber in Skandinavien kann es auch tiefere Temperaturen geben. Und die zusätzliche Abkühlung durch den Fahrtwind ist auch nicht zu unterschätzen. Zur Sicherheit überprüft man das Kühlmittel bei sinkenden Temperaturen mit einem Refraktometer* und passt die Konzentration nach den Bedürfnissen an.
Türgummis: Bei Kälte frieren Türgummis fest. Hier hilft vorheriges Einreiben mit einem Spezialpfleger* oder Hirschtalk.
Vorräte: Bei der Reiseplanung muss man auch berücksichtigen, dass einige Orte und Regionen auf der Route zum Nordkap im Winter weniger Versorgungsmöglichkeiten bieten. Auf der Strecke fährst Du auch immer wieder durch unbesiedelte Gebiete. Zur Sicherheit nimmt man eine Grundausrüstung an Lebensmitteln und Getränken mit. Diese ist auch dann nützlich, wenn Du wegen des Wetters unterwegs festsitzt und nicht weiterfahren kannst.
Nützliche Zusatzausrüstung für Deine Fahrt zum Nordkap im Winter
- Teleskopleiter*
- Schneeschaufel mit ausziehbarem Griff*: Eine Schaufel solltest Du unbedingt mitnehmen, da Du auch einmal Dein Fahrzeug ausgraben oder den Weg frei machen musst. Für die Mitfahrt im Konvoi wird eine Schaufel verlangt, dann kommst Du ohne nicht mit. Falls der Auspuff im Schnee steckt, droht Kohlenstoffmonoxid im Innenraum.
- Eiskratzer mit Besen*
- Teleskop-Schneebesen*
- Schneebesen*
- Ersatzscheibenwischer
- Sicherungen
- Ersatzlampen für Scheinwerfer
- Frostschutzmittel* Kühler (pur, nicht fertig verdünnt), um bei tiefen Temperaturen kurzfristig reagieren zu können.
- Anti Kristal für AdBlue von Liqui Moly*, damit die Versorgung rund läuft
- Refraktometer* zum Messen der Konzentration des Kühlmittels
- Starthilfe-Powerbank* (diese ist auch für Temperaturen unter –20 Grad geeignet)
- Gasstandmesser* zum Check des Gasvorrats
- Wasserkanister* zum Wasser nachfüllen, da Du dieses aus den Innenräumen holen musst, weil die Außenhähne für den Winter stillgelegt sind.
- Wolldecken: für Wartezeiten unterwegs, wenn der Motor ausgeschaltet ist, zur zusätzlichen Isolierung und zum Zudecken.
- Ladekabel* / Powerbank*: Das Telefon ist im Notfall die wichtigste Verbindung.
- Herkunftsland:- Deutschland
- Verpackungsgewicht: 1.8 Kg
- Verpackungsabmessungen (L x B x H): 30.0 x 20.0 x…
- Farbe: Blau (Blau)
Persönliche Ausrüstung
Zur Vorbereitung einer Fahrt zum Nordkap im Winter gehört auch genügend warme Kleidung, denn die Temperaturen unterscheiden sich von unseren und können unterwegs stark fallen. Am besten eignet sich ein „Zwiebellook“, also verschiedene Kombinationen übereinander. Denn auch Du selbst wirst Zeit im Freien in der Kälte verbringen und solltest Dich darauf vorbereiten. Es kann aber genausogut auch einmal warme Tage geben. Und Cafés, Restaurants oder Museen sind geheizt.
- Schuh-Spikes* (Grödel) sorgen für Sicherheit beim Gehen, wenn es glatt ist.
- Wasserdichte Schneestiefel, sorgen auch bei tiefer Kälte für warme Füße: Schneestiefel Männer* / Schneestiefel Damen* (für kalte Temperaturen immer größer wählen, so dass die Zehen die Außenwand nicht berühren)
- Sohlenwärmer*
- Handwärmer*
- Stirnlampe*
- Warme Jacke
- Thermohose
- Thermoüberhose
- Merinosocken
- Merino-Unterwäsche für extreme Temperaturen: Damen* / Männer*
Ausrüstung für den Hund bei starker Kälte
Wann es für den Hund zu kalt ist, hängt von der Rasse und vom Gesundheitszustand ab. Bei sinkenden Temperaturen muss man nach seinem Kälteempfinden die Zeit im Freien reduzieren, damit der Hund nicht krank wird. Gute Dienste leistet ein Hundemantel* oder dieser Wintermantel für Hunde*. Hundepfoten sind bei Kälte und Schnee stark beansprucht. Pfotenpflege ist für Dich sicher selbstverständlich. Bei Temperaturen unter dem Gefrierpunkt können Hundeschuhe* sinnvoll sein. Nach dem Spaziergang muss man den Hund wieder gut abtrocknen. Im Wohnmobil schützt eine spezielle selbstwärmende Decke* den Hund gegen vom Boden aufsteigende Kälte.
Übernachten auf Campingplätzen oder Stellplätzen bei einer Nordkap-Winter-Tour
Bei Übernachtungen braucht man bei der Fahrt zum Nordkap im Winter etwas Flexibilität.
Frei stehen ist im Winter auf der Strecke zum Nordkap nicht immer möglich, da viele Rastplätze oder andere geeignete Stellen nicht geräumt werden. Sie sind also bei entsprechendem Schneefall im Winter nicht zugänglich. Es besteht auch immer die Möglichkeit, dass der Schneepflug den geräumten Schnee genau am von Dir ausgesuchten freigeräumten Platz ablädt, auch wenn Du dort mit dem Wohnmobil übernachtest.
Bei schlechten Wetterbedingungen bist Du außerdem beim alleine Übernachten nur auf Dich selbst angewiesen und es kann einige Zeit dauern, bis jemand vorbeikommt.
Deshalb ist es sinnvoll, bei der Anfahrt zum Nordkap im Winter auch auf Campingplätze oder offizielle Wohnmobil-Stellplätze auszuweichen. Es haben mehr Campingplätze geöffnet, als man denkt. Eigentlich geschlossene Campingplätze öffnen manchmal auch auf Nachfrage. Code für Schranke und Strom bekommt man digital, wenn niemand da ist.
Ich empfehle den Anruf oder die Kontaktaufnahme per Mail spätestens am Tag der Anreise, besser noch am Tag davor. Wenn Du Dich vorher anmeldest, weißt Du sicher, dass der Campingplatz geöffnet ist. Oft wird auch ein entsprechender Stellplatz für Dich vom Schnee geräumt.
- Auf Campingplätzen und einigen Stellplätzen kannst Du Dein Wohnmobil an den Strom anschließen.
- Auf dem Campingplatz begegnest Du vielleicht anderen Campern und hast Kontakt mit den Besitzern. Das sorgt für Abwechslung. Und Du erhältst wertvolle Tipps zum Wetter, zur Strecke und zu Unternehmungen.
- Doch es gibt noch einen anderen Vorteil: Wer auf einem Campingplatz übernachtet und die dortige Küche und Sanitärräume nutzt, kann die Feuchtigkeit im Wohnmobil reduzieren.
- Außerdem kann man auf dem Campingplatz elektrisch heizen, spart dadurch Gas und lädt zusätzlich die Bordbatterie.
- Auf vielen Campingplätzen und Stellplätzen kann man auch eine Sauna nutzen.
Im Winter geöffnete Campingplätze und Stellplätze auf der Strecke zum Nordkap
Auf der Route gibt es auch im Winter geöffnete Campingplätze. Die Liste ergänze ich weiter. Nützlich bei der Suche ist auch die App von Norcamp.
Schweden
- First Camp Sibbarp-Malmö*
- First Camp City-Stockholm*
- First Camp Fläsian* – Sundsvall
- First Camp Nydala* – Umeå
- Stellplatz Luleå (E4)
- First Camp Arcus-Luleå* (E4)
- Östersund Camping* (E 45)
Finnland
- Rovaniemi: Gegenüber dem Santa-Claus-Village gibt es an der Shell-Tankstelle Stellplätze mit Strom (Shell-Tankstelle Napapiiri, Rovaniemi). Ein Stück weiter gibt es einen ganzjährig geöffneten, voll ausgestatteten Wohnmobil-Stellplatz.
- Kolari: Campingplatz Ylläksen ykkös Caravan, Äkeslompolo
- Ivalo: Ivalo-River-Camping*
Norwegen
- Karasjok: Camping Karasjok*
- Lakselv: Fjordutsikten Porsanger AS Camping*
- Alta: Alta River Camping*, Steinfossveien, und Stellplatz an der Marina in Alta
- Olderfjord: Olderfjord Turistsenter*
- Tromsø: Tromsø Lodge & Camping* (auch im Winter unbedingt reservieren)
Unternehmungen im Winter auf dem Weg zum Nordkap
Eine Schneewanderung oder das Beobachten des Polarlichts sind unvergessliche Erlebnisse, die Du auf dem Weg zum Nordkap im Winter nicht verpassen solltest. Informiere Dich auch über lokale Veranstaltungen und kulturelle Highlights entlang der Route. So hast Du die Möglichkeit, das Land und die Einheimischen besser kennenzulernen. Aber auch sonst kannst Du im Winter die Fahrt mit Unternehmungen unterbrechen.
- Stadtbesuch in Stockholm oder Helsinki
- Polarlichter beobachten: Auf einem guten Teil der Strecke kann man bei klarem Himmel in der Polarnacht Nordlichter sehen. Informationen bietet die App „Meine Polarlicht-Vorhersage“. Besonders beliebt dafür sind zugefrorene Seen oder Flüsse.
- Schwimmbäder: Vor allem in größeren Gemeinden und Städten findet man schöne, im Winter geöffnete Schwimmbäder.
- Eislaufen: Auf vielen Seen und sogar auf dem zugefrorenen Meer werden Pisten zum Eislaufen präpariert und vom Schnee geräumt. In Luleå befindet sich die Eislaufstrecke direkt vor dem Wohnmobil-Stellplatz.
- Skifahren: In Schweden, Finnland und Norwegen gibt es sehr gute Skigebiete. Manchmal kannst Du direkt von einem Campingplatz auf die Piste starten.
- Winterfeste: In vielen Orten an der Route finden im Winter Feste statt.
- In die Sauna gehen: Besonders in Schweden und Finnland findest Du öffentliche Saunas. Auch Campingplätze und Stellplätze verfügen über diese.
- Fahrt mit dem Eisbrecher: In Kemi kann man eine Fahrt mit dem Eisbrecher Sampo* über die zugefrorene Ostsee machen und dabei auch in speziellen Anzügen zwischen den gebrochenen Eisschollen schwimmen. Die Fahrten finden zwischen Ende Dezember und Mitte April zweimal am Tag statt. Das Eisschwimmen ist allerdings erst für Kinder ab 12 Jahren erlaubt. Ab 2024 gibt es auch die Möglichkeit, mit dem Eisbrecher Arktis* zu fahren. Alternativ werden in Schweden Fahrten mit dem Eisbrecher Polar Explorer angeboten. Abfahrt ist am Polar Explorer Terminal in Båtskärsnäs.
- Kemi: Hier wird eine riesige Schneeburg* aufgebaut.
- Ranua Zoo: Etwa eine Autostunde von Rovaniemi entfernt kannst Du viele einheimische Tiere, aber auch Eisbären, im Schnee beobachten (dafür ist nur ein kleiner Abstecher notwendig).
- Rovaniemi: Das Weihnachtsmanndorf und der Besuch beim Weihnachtsmann im Santa-Claus-Village am Polarkreis sorgen für Abwechslung. Achtung, nicht mit dem Vergnügungspark Santa Park verwechseln. In der Stadt findest Du das Museum Arktikum.
- Inari: Beim Besuch im Museum Siida erfährt man viel über die Natur und die hier lebenden Menschen.
- Kittilä: Hier wird im Winter aufwendig ein Snow Village, eine kleine Stadt aus Iglus, gebaut.
- Alta: In Alta kannst Du das Eishotel „Sorrisniva“ und die Nordlichtkathedrale besichtigen. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten zum Einkaufen und Essen gehen.
- Husky-Schlittenfahrt: Es gibt viele Anbieter auf der Strecke. Viele Leser loben Hetta Huskies südlich von Kautokeino.
- Fahrt mit dem Rentierschlitten
- Motorschlittentour
- Schneewanderung
- Schneeschuhwanderung
- Eisangeln: Wenn Seen und Flüsse zugefroren sind, ist Eisangeln ein besonderes Erlebnis.
Weitere Tipps für Deine Fahrt zum Nordkap
Nordkap-Reise mit
Wohnmobil & Auto
- Vorbereitung Camper-Nordkap-Reise
- Über Dänemark nach Schweden
- Südschweden: Ystad und mehr
- Nordschweden mit Stromschnellen
- Finnland: Polarkreis & Weihnachtsmann & Museum Arktikum in Rovaniemi
- Norwegen: Zoll & russische Grenze
- Norwegen: Arktisches Varanger
- Norwegen: Tana-Fluss & magisches Trollholmen
- Norwegen: Nordkap mit Mitternachtssonne
Besuch Lofoten
Norwegen-Tour mit
Wohnmobil & Auto
- Skandinavien, Straßenatlas…
- Produkttyp: ABIS BOOK
- Marke: Freytag-Berndt und ARTARIA
- Farbe: Silber
Öffnungszeiten Nordkap im Winter
Die Straße zum Nordkap ist bis Mitte April zwischen 23 Uhr und 8 Uhr geschlossen.
Auch ist die Zufahrt zum Nordkap im Winter nur zu bestimmten Zeiten mit einem Konvoi möglich (siehe oben). Dann ist auch die Dauer des Aufenthalts begrenzt, denn man muss mit dem Konvoi auch wieder zurück. Als Alternative übernachten viele Wohnmobile frei im zwölf Kilometer entfernten Fischerdorf Skarsvåg.
Der Parkplatz am Nordkap ist wieder kostenpflichtig. Zusätzlich wird zur Parkgebühr ein Betrag pro Person fällig. Der Besuch der Nordkapphallen ist ebenfalls kostenpflichtig. Der Eintritt beträgt 360 Norwegische Kronen für einen Erwachsenen. Alternativ kannst Du auch über die Webseite das Ticket buchen.
Bis Mitte April ist der Parkplatz am Nordkap nur zwischen 8 und 23 Uhr geöffnet. Übernachten ist allerdings nicht gestattet.
Winter-Öffnungszeiten Nordkaphallen 2026 (bei freier Zufahrt)
- Januar bis Mitte Mai: 10.00–16.00 Uhr
- Oktober bis Dezember: 10.00–16.00 Uhr
Wer die Nordkaphallen im Winter abends besuchen möchte, muss sich im Vorfeld online anmelden und die Eintrittskarte buchen.
Weitere Informationen bekommst Du auf der Nordkapseite.
Genieße das Abenteuer, aber nicht um jeden Preis
Es gibt immer wieder Menschen, die es trotz guter Vorbereitung nicht zum Nordkap im Winter mit dem Auto oder Wohnmobil schaffen. Die Fahrt kann aus unterschiedlichen Gründen irgendwann nicht mehr weitergehen.
Wichtig ist, dass man bei einer Fahrt zum Nordkap im Winter mit Wohnmobil oder Auto flexibel in der Reiseplanung ist. Das Wetter am Nordkap und auch auf dem Weg dahin kann im Winter unvorhersehbar sein und auch plötzlich wechseln. Also muss man darauf vorbereitet sein, seine Pläne anzupassen.
Unbedingt beachten muss man bei der Fahrt Sperrungen und Sturmwarnungen. Während ich diesen Beitrag schreibe, fegt ein mächtiger Wintersturm über Skandinavien. Weite Strecken sind gesperrt und der Aufenthalt im Freien oder das Fahren sind lebensgefährlich. Immer wieder wird auch die Nordkap-Straße gesperrt.
In den vergangenen Wochen gab es extreme Tiefsttemperaturen und auch erfahrene Wintercamper hatten erhebliche Probleme, berichten von Heizungsausfällen und eingefrorenen Frisch- und Brauchwassertanks. Es gab mehrere Wohnmobil-Pannen am Nordkap und auf der Strecke dorthin.
Die Natur und das Wetter fordern unseren Respekt. Die Fahrt zum Nordkap im Winter mit dem Wohnmobil ist ein echtes Abenteuer.
Trotz der Herausforderungen und der Kälte (oder vielleicht gerade deswegen) sollte man jede Minute seiner Reise zum Nordkap im Winter genießen. Es ist eine einzigartige Erfahrung, die Du nie vergessen wirst. Es erwarten Dich atemberaubende Landschaften, magische Momente und faszinierende Nordlichter. Und auch die Sonnenuntergänge sind spektakulär. Dazu kommen Begegnungen und Erlebnisse entlang des Weges.
Persönliche Bitte: Falls Du im Winter einen geöffneten Campingplatz oder Stellplatz auf der Route kennst, freue ich mich über einen Hinweis. Auch andere Tipps nehme ich gerne auf.
FAQs: Nordkap im Winter mit Wohnmobil oder Auto
Wann herrschen winterliche Bedingungen auf dem Weg zum Nordkap?
Winterliche Verhältnisse auf dem Weg zum Nordkap gibt es von Mitte Oktober bis März. Die kältesten Monate sind Dezember und Januar, wenn im Landesinneren Lapplands Temperaturen von –20 bis –40 Grad möglich sind. An der Küste und auf dem Nordkap-Plateau selbst ist es durch den Golfstrom etwas milder. Das Wetter kann sich innerhalb kurzer Zeit drastisch ändern.
Welche Route empfiehlt sich für die Winterfahrt zum Nordkap?
Empfohlen wird die Route durch Schweden und Finnland, statt durch Norwegen über die E6. Zwei gute Optionen sind die E4 küstennah durch Schweden (gut ausgebaut, auch bei Schnee gut geräumt) oder die E45 durch das schwedische Inland (weniger Verkehr, ebenfalls gut präpariert). Alternativ bietet sich eine Fähre nach Finnland an und dann die E75 weiter nach Norden.
Welche Reifen brauche ich für eine Winterfahrt zum Nordkap?
Sehr gute Winterreifen sind in Norwegen gesetzlich Pflicht – auch für Wohnwagen. Empfohlen werden skandinavische Winterreifen mit weicherer Gummimischung. Allterrain-Reifen sind auf Eis und Schnee weniger zuverlässig. Ab dem Polarkreis sind Spikereifen (Piggdekks) sinnvoll, da sie auf präparierten Schneepisten und blankem Eis deutlich mehr Grip geben. Die offiziellen Nordkap-Infoseiten empfehlen sie für die kältesten Monate ausdrücklich.
Sind Schneeketten auf dem Weg zum Nordkap im Winter Pflicht?
Schneeketten gehören zur Grundausstattung für eine Winterfahrt zum Nordkap. Bei Fahrzeugen über 3,5 Tonnen sind sie auf bestimmten Strecken gesetzlich vorgeschrieben. Mindestens drei Ketten müssen dann montiert werden. Auch für die Teilnahme am Winterkonvoi auf dem letzten Abschnitt zur Nordkap-Hochebene sind Schneeketten oft Voraussetzung. Spikereifen ersetzen die Schneeketten nicht.
Was bedeutet Kolonnekjøring und was muss ich dabei wissen?
Kolonnekjøring ist die norwegische Konvoipflicht. Es ist ein von Statens Vegvesen (der norwegischen Straßenbehörde) koordiniertes System, das aktiviert wird, wenn das Wetter zu gefährlich für eine alleinige Fahrt, aber nicht schlimm genug für eine komplette Sperrung ist. Ein Schneepflug führt die Fahrzeuggruppe an, alle fahren gemeinsam hinterher. Ein Konvoi ist kostenlos, eine Reservierung ist nicht nötig. Du fährst einfach hin und wartest.
Was passiert bei der Konvoi-Fahrt selbst?
Ein Verantwortlicher kontrolliert vor Abfahrt: Reifen, Schneeschaufel, Tankstand (mindestens halb voll), offensichtliche Schäden. Wer diese Prüfung nicht besteht, wird nicht mitgenommen. Während der Fahrt gilt: Abblendlicht an, Warnblinker aus, keine Überholmanöver, kein Tempomat (die Straßenoberfläche ändert sich ständig, auf der E69 hat Tempomat schon Unfälle verursacht), etwa 50 Meter Abstand zum Vordermann halten. Das Tempo liegt bei etwa 40–60 km/h.
Was tun, wenn mein Fahrzeug während des Konvois liegen bleibt?
Warnblinker und Hupe einsetzen, um das Leitfahrzeug zu stoppen. Motor sofort abschalten (Kohlenstoffmonoxid-Risiko bei Schnee am Auspuff). Im Fahrzeug bleiben. Wärmedecken und Verpflegung sind dann überlebenswichtig. Im Notfall: Notruf +47 112.
Was mache ich, wenn ich den Konvoi verpasse oder zu spät ankomme?
Du wartest auf den nächsten Konvoi, in der Regel 2–4 Stunden später. Achte auf die Abfahrtszeiten.
Welche Heizung brauche ich im Wohnmobil für Temperaturen bis –40 Grad?
Das größte Kälteproblem entsteht nicht am Nordkap selbst, sondern auf dem Weg dorthin, vor allem im Landesinneren Lapplands. Eine funktionierende Heizung ist deshalb absolut zwingend. Empfohlen werden zwei unabhängige Heizquellen, falls eine ausfällt. Als Ergänzung eignen sich eine Motorheizung fürs Fahrzeug, ein Elektroheizlüfter, eine Heizdecke und Wärmeflaschen.
Wie verhindere ich, dass das Wassersystem im Wohnmobil im Winter einfriert?
Eine einfache und sichere Lösung ist, im Winter komplett ohne Wasser zu fahren. Stattdessen Trinkwasser in Flaschen nah an der Heizung lagern, Koch- und Waschwasser in einem Kanister mit Wasserhahn bereithalten und die Bordtoilette mit Wasserflaschen nachspülen. Duschen ist auf Campingplätzen oder in öffentlichen Schwimmbädern möglich.
Welchen Kraftstoff muss ich für den Winter in Skandinavien tanken?
Deutscher Winterdiesel ist nur bis –22 Grad ausgelegt. Das ist für Lappland im Winter zu wenig. Deshalb sollte man den Tank fast leer fahren und in Schweden, Norwegen und Finnland lokalen Winterdiesel tanken. In Finnland gibt es sogar Arctic-Diesel. Ratsam ist es auch, immer schon bei halbem Tank nachzufüllen.
Wo kann ich auf dem Weg zum Nordkap im Winter übernachten?
Freistehen ist im Winter oft nicht möglich, da Rastplätze nicht geräumt werden. Campingplätze und offizielle Wohnmobilstellplätze sind die bessere Wahl. Campingplätze bieten Landstrom (spart Gas, lädt Batterien), Küche, Sauna und Sicherheit bei schlechtem Wetter. Möglich ist auch die Übernachtung in Hütten.
Kann ich auch mit einem Mietwohnmobil im Winter zum Nordkap fahren?
Die wenigsten Mietwohnmobile sind mit Winterreifen ausgerüstet und deshalb nicht geeignet.
Titelbild mit KI verändert.
* Als Mitglied des Amazon-Partnerprogramms und anderer Programme verdiene ich an qualifizierten Käufen, die Du über meine Links zu den Shops tätigst. Du unterstützt mich damit – vielen Dank!
Hier schreibt Katja Hein – Journalistin und seit über 50 Jahren begeisterte Camperin. Mit meinen ausführlichen Wohnmobil-Reiseberichten, Camping-Erfahrungen und Routen zum Nachfahren entdeckst Du neue Reiseziele für den Urlaub mit Wohnmobil zwischen Südspanien & Nordkap. Dazu bekommst Du Unterstützung bei der Suche nach Deinem Traumfahrzeug.
Hallo Katja
was für ein toller Beitrag und was für eine tolle Hilfestellung.
Wir waren im Dezember 2024 am Nordkap mit einem umgebauten Kastenwagen.
– Was ich als Reserve noch mitgenommen habe waren Diesel Kanister insgesamt 50 Liter.
– Wasserkanister 4 Stück a 20 Liter
– Einen Stromgenerator um sicher die Batterie wieder aufladen zu können oder die Zusatzbatterie. Ich verwendete ihn auch mal zum kochen.
– Ich hatte Schneeketten dabei allerdings wechselte ich die Reifen in Möndal bei Göteborg auf Spikes https://ndf.se/ ein toller schneller Service.
– Die Strassenverhältnisse waren ab mittel Schweden sehr prekär, zum Teil komplett vereist und ohne Spikes wohl eher nicht befahrbar. Auch mit Spikes ist das Bremsen zum Teil sehr schwierig. Habe die Ketten nie gebraucht.
– Wir waren am Nordkap, in Kirkenes, an der russischen Grenze, auf den Lofoten. Ein Traum in der Tat.
– Was enorm schwierig ist, vor allem in Norwegen Ausstellplätze Parkplätze. Ich hatte mit der norwegischen Polizei und der Armee Probleme, weil ich auf einem Armeeparkplatz in der Gegend von Kirekenes verbotenerweise angehalten habe. Es empfiehlt sich nur die Parkplätze mit der blauen Parkplatztafel anzufahren, alles andere könnte Probleme verursachen wen man nicht darauf achtet.
– Wir waren auf der ganzen Strecke nie auf einem Campingplatz, weil ich das Autarke testen wollte, was zum Teil möglich war, aber die meiste Zeit leider unmöglich. Wir hatten sehr oft Temperaturen von unter -34° Grad.
– und hätte ich deine Seite vorher gelesen hätte ich gewusst, das ich bei meinem Ad Blue Fahrzeug vorgesorgt hätte, so aber hatte ich in Kirkenes Probleme mit der Motorsteuerung.
– Die Idee mit einer flexiblen Toilette ist enorm wichtig.
– alles allem hat die Reise enorm viel Spass gemacht es gab haufenweise unvergessliche Momente.
Was sicher Gewohnheitsbedürftig ist, das es nur 2 Stunden pro Tag einigermassen hell ist.
Eine Reise in den Norden ist machbar, wen man deine Ratschläge befolgt.
Besten Dank für all die sehr wertvollen Tipps. Eine Dinge werde ich noch zusätzlich einpacken bei einer nächsten Reise in den hohen Norden.
Hallo Ernst,
ganz lieben Dank für das Lob, die Schilderung, die guten Tipps und Ergänzungen. Das mit den Parkplätzen ist in der Tat ein wichtiges Thema. Vor kurzem wären fast 2 Motorradfahrer gestorben, weil sie ihr Zelt im Wendeplatz des Schneepfluges aufgestellt haben. Ich werde das noch einmal deutlicher aufnehmen.
Dir weiter gute Fahrt und wunderbare Erlebnisse.
LG Katja
Hallo, guter informativer Beitrag. Auch Alugasflaschen werden in Norwegen an allen LPG-Stationen gefüllt…https://www.lpggruppen.no…(Kartendarstellung der Stationen/anklicken) und auch nicht teurer als das Propangas im Winter in Deutschland. Vorher anrufen ob und wann tatsächlich geöffnet. Wir sind jedes Jahr im Winter in Norwegen wegen „Langrenn“..für Skilangläufer ein Paradies. Erster Wintertrip zum Nordkap mussten wir in Oldefjord wegen anhaltenden stürmischen Winden und starkem Dauerschneelfall abbrechen. Dafür fantastisches Nordlicht auf einer kleinen Insel (Brückenverbindung) westlich von Tromsö/Stellplatz mit Strom/Ver- und Entsorgung und auch auf den Lofoten/Stellplatz mit Strom/Ver- und Entsorugung, unvergesslich. Allen Reisenden gutes Gelingen. Vielleicht noch ein Tipp. Auf Google Earth kann man die Route planen und sich auch das Höhenprofil dazu anschauen. Wenn nötig, wegen steilen Steigungen, lasse ich vorher ca. 0,3 Bar Luft aus den Antriebsrädern, erhöht den Grip spürbar. Kann danach leicht an jeder Tankstelle wieder aufgefüllt werden. Kolonnenfahrten kein Problem, läuft alles sehr professionell ab. Gesunde Rückkehr allen Reisenden.
Hallo,
ganz lieben Dank für Deinen Kommentar, das sind wirklich gute Tipps. Ich denke, wenn es einen gepackt hat, dann fährt man immer wieder hin. Und der Zauber im Winter ist noch einmal besonders.
LG Katja
Hallo Katja, ich glaube, das ist der bisher beste Beitrag und Gesamtüberblick über das Thema Winter, der mir bisher über den Weg gelaufen ist. Als Selbstausbauer habe ich natürlich noch eine spezielle Sicht auf die Dinge – und ein Punkt, der mir fehlt (bei dem ich auch keine Erfahrungswerte, nur Hörensagen habe), ist, welche Heizleistung für die Standheizung benötigt wird. Wir haben eine 2kW Planar, bei der wir ab -10°C trotz guter Isolation schon an die Grenzen des Erträglichen kommen, insbesondere mit Kindern. 4 kW kann man machen, aber gerade bei Dieselheizungen bringt das wieder andere Probleme mit sich, wenn die Heizungen wegen mangelnden Gebrauchs bzw. dauerhaft niedriger Heizstufe irgendwann verkoken.
Hast Du da Erfahrungswerte mit Deinem Bus?
Gruß!
Hallo,
nicht wirklich. Wir heizen mit Gas und bei den entsprechenden Temperaturen kommt auch die Gasheizung an ihre Grenzen. Zumal der Verbrauch sehr hoch ist. Ich denke, im extremen Winter muss man mehrere Lösungen kombinieren und vor allem auch an der Isolierung des Fahrzeugs arbeiten. Denn was nützt Dir eine Aussage zu einer hohen Heizleistung, wenn das Fahrzeug die Wärme sofort wieder verliert.
LG Katja
Da hast Du recht, haben auch immer einen zusätzlichen Heizlüfter an Bord, wenns sehr kalt ist. Wir sind ohnehin nicht sehr oft zur kalten Jahreszeit unterwegs, aber wenn, dann muss man auf alles gefasst sein. Allzeit gute Fahr für Dich.
Hallo Matthias
Mein selbst umgebautes Fahrzeug hat ebenfalls eine 2kw Planar Diesel Heizung. Wir waren im Dezember 2024 in Nordnorwegen zum Teil bei -34° Grad. Absolut kein Problem mit der Heizleistung und der Heizung im Generellen, sie steckte die Kälte gut weg und funktionierte wirklich einwandfrei. Habe zur Not einen Stromgenerator mitgenommen, um einen elektrischen Ofen betreiben zu können. Die 2kw Heizung reicht vollkommen aus.
Danke für Deine Erläuterung. Das ist sehr nützlich.
LG Katja
Liebe Katja,
dieser Beitrag, einschließlich alle weiterer Beiträge und weiterführende Links sind beeindruckend und Gold wert bei der Planung einer WoMo-Winterreise ans Nordkap. Gefühlt muss man keine weitere Seite bemühen, weil man hier wirklich alles findet. Die vielen Tipps für Unternehmungen entlang der Strecke habe ich besonders geschätzt. Vielen Dank für die unglaubliche Mühe bis ins Detail.
Das freut mich, ich habe auch echt viel recherchiert und ganz viele Leute gefragt. Die Strecke und die Landschaft sind echt schön und es ist viel zu schade, um unterwegs nicht noch etwas anzuschauen.
LG Katja
Hallo,
habe zufällig deinen Bericht gefunden und finde diesen sehr gut. Wir waren 2023 auch mit unserem Wohnmobil im Winter am Nordkap. Zum Glück hatten wir da nicht so einen strengen Winter denn bei – 30 Grad kommt man an seine Grenzen. Wir schreiben einen Reiseblog für unsere Freunde. Wenn es dich interessiert https://www.thomassreisen.de/schweden-norwegen-im-winter-2023/
Hallo Beate,
danke für den Hinweis. So etwas interessiert mich immer. Das ist ja das Spannende an der Route und Region, es ist immer wieder anders. LG Katja