Aktualisiert am 29. Juli 2026
Trondheim stand nicht ganz oben auf meiner Liste und hat mich dann doch überrascht. Auf unserer großen Runde zum Nordkap und durch Norwegen mit dem Wohnmobil haben wir die drittgrößte Stadt des Landes als Zwischenstopp auf dem Weg zur Atlantikstraße eingeplant.
Hier nehme ich Dich mit zum mächtigen Nidarosdom, über die berühmte alte Brücke in die bunte Altstadt Bakklandet und verrate Dir, wo Du mit dem Wohnmobil in Trondheim am besten stehst.
Trondheim mit dem Wohnmobil auf einen Blick
- Lage: an der Mündung des Flusses Nidelva, etwa auf halbem Weg zwischen Oslo und dem Polarkreis
- Größe: drittgrößte Stadt Norwegens
- Highlights: Nidarosdom (Nationalheiligtum Norwegens), die alte Brücke Gamle Bybro, die Altstadt Bakklandet am Fluss
- Wohnmobil-Stellplatz: offizieller Stellplatz in der Maskinistgata, rund 2 km vom Zentrum
- Mein Tipp: die Dachführung im Nidarosdom – für norwegische Verhältnisse richtig „günstig“ und ein echtes Erlebnis
Stadtbesuch in Trondheim mit Wohnmobil
Anfahrt nach Trondheim: Geduld mitbringen
Vom norwegischen Polarkreis fahren wir über die E 6 nach Süden. Wir wollen uns als Nächstes Trondheim anschauen.
Ehrlich gesagt, unsere Anfahrt ins Zentrum war nervenaufreibend. Trondheim war bei unserem Besuch eine einzige Straßenbaustelle, ständig sprang das Navi um, und wir waren viel später am Ziel als geplant. Wie gut, dass ich vorgewarnt war, Freunde hatten Jahre zuvor schon ihr „Trondheim-Fiasko“ erlebt. Inzwischen ist vieles fertig, und wenn Du das hier liest, ist die Lage bestimmt entspannter. Allerdings laufen aktuell Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung im Zentrum und immer wieder Asphaltarbeiten.
Mein Rat: Plane genügend Zeit ein und fahr möglichst nicht mitten im Berufsverkehr in die Stadt oder aus ihr heraus.
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Wohnmobil-Stellplatz Trondheim
Der früher beliebte Stellplatz am Stadion ist mit dem Camper leider nicht mehr nutzbar. Praktisch für den Stadtbesuch ist heute der kostenpflichtige Wohnmobil-Stellplatz in der Maskinistgata. Wer Glück hat, ergattert sogar einen Platz mit Strom. Von hier sind es rund zwei Kilometer ins Zentrum. Auf dem Spaziergang lernst Du gleich ein paar schöne Ecken kennen.
Ein großer Vorteil: Hier ist, anders als im Zentrum, wo Parken überall teuer ist, auch das Übernachten erlaubt. Die rund 50 Plätze sind allerdings sehr begehrt. Man muss über Campcation buchen. Für 24 Stunden ohne Strom musst Du mit rund 60–70 Euro rechnen. Einen weiteren Wohnmobil-Stellplatz mit 70 Plätzen gibt es etwas außerhalb. Er ist gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden (11 Minuten mit Linie 2) und etwas günstiger. Wer lieber auf einen Campingplatz möchte, findet die nächsten etwas außerhalb.
- Wohnmobil-Stellplatz Trondheim (Trondheim bobilparkering Dora Bobilplass), Maskinistgata 2, 7042 Trondheim
Ver- und Entsorgung, Strom, online Buchung Pflicht
Wohnmobil-Stellplatz Trondheim auf Google-Maps - Lade Bobilparkering, 11 C Haakon VIIs gate, 7041 Trondheim
Ver- und Entsorgung, Strom, ganzjährig geöffnet, online Buchung Pflicht
Wohnmobil-Stellplatz auf Google-Maps - Flakk Camping, Flakkvegen 49, 7070 Bosberg (10 km außerhalb von Trondheim)
Geöffnet Mai bis August, Busverbindung nach Trondheim
Informationen zum Flakk Camping*, Campingplatz bei Trondheim auf Google Maps - Øysand Camping, Gamle Kongeveg 56, 7224 Melhus (20 km südlich von Trondheim an der E 39)
Homepage: www.oysandcamping.no, Campingplatz auf Google-Maps
Leider sind wir viel später angekommen als geplant und auch das Wetter ist schlecht. Aber einige Highlights in Trondheim wollen wir trotzdem sehen.
Der Nidarosdom – Norwegens mächtige Kathedrale
Vom Stellplatz erreichst Du die Innenstadt in etwa 15 Minuten. Immer wieder fällt der Blick dabei auf die Türme des Nidarosdoms, den wir als Erstes ansteuern. Diese Kathedrale ist das Nationalheiligtum Norwegens. Sie wurde im 11. Jahrhundert über dem Grab von Olav Haraldsson errichtet und war über Jahrhunderte Krönungskirche der norwegischen Könige. Zehn von ihnen sind hier begraben. Seit der Reformation ist die mächtige Kirche evangelisch und dennoch Bischofssitz.
Die Schauseite ist die herrliche Westfassade aus Speckstein mit unzähligen Figuren: Heilige, Würdenträger, aber auch weltliche Verantwortliche und Bürger. Innen ist der Dom hoch, dunkel und beeindruckend. Er wurde seit dem Bau mehrfach beschädigt und umgebaut. Von den ursprünglichen romanischen und gotischen Mauern sind nur einige geblieben. Viele Strahler erhellen das sonst dunkle Gotteshaus. Leider durften wir in der wichtigsten Kirche Norwegens nicht fotografieren. Der Eintritt ist happig, aber im Preis ist eine Kirchenführung enthalten, und das Geld fließt in den Unterhalt (Tickets gibt es im Besucherzentrum an der Seite des Vorplatzes).
Mein Tipp: die Dachführung. Sie kostet noch einmal extra, aber sie hat sich für uns absolut gelohnt. Mit zwei jungen Guides, die wunderbar Englisch sprachen und viel erklärten, ging es durch enge Treppenhäuser, ein Stück über die Galerie (hier muss man leise sein!) und schließlich hinauf aufs Dach. Der Blick über die Türme, das grüne Kupferdach und die Stadt ist herrlich. Und hier oben darf man sogar fotografieren. Wenn Du keine Angst vor engen Räumen hast: unbedingt mitmachen. Natürlich musst Du vorher erst den Kircheneintritt bezahlen.
Bummel über die Gamle Bybro nach Bakklandet
Voller Eindrücke bummeln wir vom Dom weiter zum Fluss und zur alten Brücke Gamle Bybro. Sie ist eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt und verbindet das Dom-Viertel mit der historischen Altstadt Bakklandet. Von der Brücke hast Du einen wunderbaren Blick auf die bunten Holzhäuser entlang des Nidelva und ihre Spiegelungen im Wasser.
Auf der anderen Seite geht es über Kopfsteinpflaster durch Bakklandet. Hier gibt es kleine bunte Häuser, urige Gässchen, einladende Cafés und Restaurants, einige sogar mit Terrassen direkt zum Fluss. Bei uns war es an dem Tag leider eisig und windig, sodass wir nicht einkehren mochten. Aber bei schönem Wetter ist das genau der Ort, an dem ich stundenlang sitzen bleiben würde. Zurück Richtung Dom führt der Weg an historischen Handelshäusern und modernen Gebäuden vorbei.
Das habe ich mir für den nächsten Besuch in Trondheim vorgemerkt
Wir haben den Besuch in Trondheim bewusst kurz gehalten. Das Wetter war ungemütlich und die Baustellen haben Nerven gekostet. Beim nächsten Mal möchte ich mir unbedingt noch die Festung Kristiansten oberhalb der Stadt anschauen. Der rund 10 Minuten steile Fußweg wird mit einem herrlichen Blick auf Trondheim und den Fjord belohnt. Auch für die Klosterinsel Munkholmen im Fjord und die ausgiebige Besichtigung der alten Speicherhäuser (Bryggene) hat die Zeit leider nicht gereicht. Das Freilichtmuseum Sverresborg steht ebenfalls noch auf meiner Besichtigungsliste. Und auch eine Fahrt mit der Gråkallbanen möchte ich noch machen. Die nördlichste Straßenbahn der Welt fährt seit 1924 auf einer 8,8 Kilometer langen Schmalspurstrecke von der Haltestelle St. Olavs gate im Stadtzentrum ins Naherholungsgebiet Lian im Stadtwald Bymarka.
Weiter zur Atlantikstraße
Weil die Ausfahrtstraßen ebenfalls große Baustellen waren, haben wir uns entschieden, noch am selben Abend weiterzufahren – im Norwegen-Sommer bleibt es ja lange hell. Von Trondheim ging es für uns Richtung Molde und weiter zu Norwegens berühmter Atlantikstraße mit dem Wohnmobil.
- Wir fahren über die E 6 und biegen dann auf die E 39 ab. Je später es wird, desto weniger Pkws begegnen uns.
- Die Fahrt ist abwechslungsreich. Es geht durch Wiesen und Wälder, an verschiedenen kleinen Orten vorbei und auch am Fjord entlang.
- Neben der Straße sind immer mal wieder Kraniche mit Jungvögeln im Feld.
- An einer anderen Stelle schaut uns ein Hirsch zu. In Halsa erwischen wir noch die Fähre über den Fjord.
Campingplätze auf der Strecke
- Øysand Camping, Gamle Kongeveg 56, 7224 Melhus (20 km südlich von Trondheim an der E 39)
ganzjährig geöffnet, direkt am Fjord
Campingplatz auf Google Maps - Høgkjølen Fjellcamp, Søvasskjølvegen 804, 7320 Fannrem, Norwegen (direkt an der E 39)
Campingplatz auf Google-Maps - Camping Valsøya, Valsøyvegen 1, 6687 Valsøyfjord, Heim, Trøndelag, Norwegen (direkt an der E 39)
Weitere Informationen zum Campingplatz, Campingplatz auf Google-Maps
Häufige Fragen: Trondheim mit dem Wohnmobil
Lohnt sich Trondheim mit dem Wohnmobil?
Ja, denn Trondheim ist sehr lebendig. Und auch der Nidarosdom, die alte Brücke und das Viertel Bakklandet sind einen Stopp wert, besonders als Etappe auf dem Weg von oder zur Atlantikstraße oder weiter durch Norwegen.
Wo kann ich in Trondheim mit dem Wohnmobil übernachten?
Am praktischsten ist der offizielle Wohnmobil-Stellplatz in der Maskinistgata, rund 2 km vom Zentrum entfernt. Er ist nicht schön und Parken und Übernachten sind teuer. Aber von hieraus kannst Du ins Zentrum laufen. Etwas schöner und günstiger ist der Lade Bobilparkering etwas weiter vom Zentrum entfernt. Von hieraus kannst Du den Bus oder das Fahrrad ins Zentrum nehmen. Campingplätze liegen weiter außerhalb.
Was kostet der Eintritt in den Nidarosdom?
Der Eintritt ist für norwegische Verhältnisse nicht billig. Eine Kirchenführung ist enthalten. Die Führung aufs Dach kostet extra und lohnt sich.
Wie viel Zeit sollte ich für Trondheim einplanen?
Für Dom, alte Brücke und einen Bummel durch Bakklandet reicht ein guter halber Tag. Wer auch die Festung Kristiansten und mehr sehen möchte, plant besser einen ganzen Tag ein. Dann hat man auch genügend Zeit die Atmosphäre und die kleinen Cafés und Restaurants zu genießen.