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Norwegen mit Wohnmobil 10: Stadtbesuch Trondheim und magische Atlantikstraße

Aussichtspunkt an der Atlantikstraße

Aktualisiert am 26. März 2021

Norwegen mit Wohnmobil, wir erreichen Südnorwegen. Nach dem Stadtbesuch von Trondheim und dem Nidarosdom erleben wir die komplette Atlantikstraße mit Wohnmobil bevor wir zur wunderbaren Straße Trollstigen und den Geirangerfjord weiterfahren. Es sind wunderbare Eindrücke.

Nachdem ich als Kind mit meinen Eltern und meiner Schwester bereits am Trollstigen und Geirangerfjord war, wollte ich diese norwegischen Sehenswürdigkeiten unbedingt noch einmal erleben. Also haben wir Trondheim, die Atlantikstraße und weitere Ziele in unserem bereits vollen Reiseplan zum Nordkap und durch norwegen ergänzt. Ich bin sehr froh darüber. Hier erfährst Du mehr.

Roadtrip Norwegen – Trondheim und Atlantikstraße mit Wohnmobil

Wilde Küste an der Atlantikstraße mit Wohnmobil
Ganz nah: die wilde Küste an der Atlantikstraße

Immer wieder wurde ich gefragt, ob ich die Reisebeschreibung unserer Nordkap- und Norwegenfahrt zu Ende führen könnte. Eigentlich wollten wir in diesem Jahr wieder mit dem Wohnmobil nach Norwegen fahren und weiter recherchieren. Danach hatte ich den Plan die Tour zu ergänzen. Corona kam dazwischen. Aber unsere wunderbaren Erlebnisse möchte ich dennoch mit Dir teilen. Ich habe unsere Erfahrungen deshalb genau überprüft und mit aktuellen Informationen und Hinweisen ergänzt.


Über unsere Fahrt mit dem Wohnmobil durch die Region nördlich von Trondheim und unsere Erlebnisse am norwegischen Polarkreis kannst Du hier nachlesen.


Mit Wohnmobil durch Norwegen: Stadtbesuch in Trondheim

Unser nächstes Ziel Trondheim ist eine einzige Straßenbaustelle. Damit haben wir nicht gerechnet. Viele Straßen sind nicht befahrbar, immer wieder springt das Navi um. Nach langem Suchen finden wir aber doch den recherchierten kleinen Stellplatz am Stadium in der Nähe des Zentrums und quetschen uns in eine Lücke. Durch den Verkehr unterwegs und im Stadtzentrum von Trondheim sind wir später als geplant.

Trondheim mit Wohnmobil: Blick auf die Alte Brücke und die bunten Holzhäuser der Altstadt
Erster Blick auf die Altstadt von Trondheim

Witzig ist, meine Freunde von womo.blog haben fünf Jahre vor uns bereits diese Erfahrung gemacht und es als „Trondheim-Fiasko“ beschrieben. Inzwischen ist die Situation wesentlich besser.

Übernachtung mit Wohnmobil in Trondheim

Der Platz am Stadion ist mit Wohnmobil leider nicht mehr nutzbar. Zweckmäßig für den Stadtbesuch in Trondheim ist der kostenpflichtige Parkplatz für Wohnmobile in der Maskinistgata 2. Wer Glück hat, bekommt sogar einen Platz am Strom. Beim Spaziergang in das etwa zwei Kilometer entfernte Zentrum, lernt man bereits einige schöne Ecken von Trondheim kennen.

Im Zentrum ist das Parken überall kostenpflichtig und zum Teil auch deutlich teurer, hier auf dem Stellplatz ist wenigstens auch Übernachten gestattet. Allerdings sind die rund 50 Plätze sehr begehrt. Wer einen Campingplatz bevorzugt, findet 14 Kilometer weiter nördlich einen einfachen Campingplatz. Die Campingplätze im Süden von Trondheim sind weiter entfernt. Der Nächste wäre der Øysand camping.

  • Wohnmobilstellplatz Trondheim, Trondheim bobilparkering, Maskinistgata 2, 7042 Trondheim
    Ver- und Entsorgung, ganzjährig
    Stellplatz auf Google-Maps
  • Campingplatz Vikhammer Motell og Vikhammer Camping, Vikhammerløkka 2, 7560 Vikhammer (14 Kilometer nördlich von Trondheim)
    Homepage: www.vikhammer.no
    Campingplatz auf Google-Maps
  • Øysand camping, Gamle Kongeveg 56, 7224 Melhus (Südlich von Trondheim an der E39)
    Homepage: www.oysandcamping.no
    Campingplatz auf Google-Maps

Besuch im Nidarosdom Trondheim

Vom Wohnmobil-Parkplatz ist die Innenstadt von Trondheim in 15 Minuten erreicht, dabei folgen wir immer dem Blick auf den Nidarosdom, den wir als erstes ansteuern (Achtung Du kommst jetzt von der anderen Seite). Das Nationalheiligtum von Norwegen ist eine mächtige Kathedrale, sie wurde im 11. Jahrhundert über dem Grab von Olav Haraldsson errichtet und ist seit der Reformation evangelisch und dennoch Bischofssitz. Über viele Jahre wurden hier die Könige von Norwegen gekrönt, zehn sind im Gotteshaus begraben.

Trondheim: Fassade des Nidarosdom
Im Stil der europäischen Kathedralen: Die mächtige Fassade des Nidarosdoms

Wir haben Glück, trotz vieler Menschen bekommen wir im Besucherzentrum an der Seite des Vorplatzes noch eine Eintrittskarte für den Dom, der in einer Stunde schließen wird. Der Eintritt ist hoch. Das Geld wird für den Unterhalt verwendet und auch eine Kirchenführung ist darin enthalten. Leider haben wir die nächste gerade verpasst. Stattdessen entscheiden wir uns für eine Führung aufs Dach, die noch einmal extra kostet, eine gute Entscheidung stellen wir später fest.

Die Schauseite der Kathedrale ist die herrliche Westfassade in Speckstein mit vielen Figuren, neben Heiligen sind kirchliche Würdenträger aber auch weltliche Verantwortliche und Bürger vertreten. Der Dom wurde seit dem Bau mehrfach beschädigt und umgebaut. Sehr wenig ist von den ursprünglichen romanischen und gotischen Mauern geblieben. Viele Strahler erhellen das sonst dunkle Gotteshaus. Die Atmosphäre in dem hohen Bauwerk gefällt mir gut, leider ist Fotografieren nicht gestattet.

Wie im Flug vergeht die Zeit und schon ist der Termin für unsere Dachführung gekommen. Nur mein Mann und ich wagen das Abenteuer. Mit zwei jungen Frauen, die ausgezeichnet Englisch sprechen und uns immer wieder Dinge erklären, geht es gemeinsam los. An manchen Stellen komme ich mit meiner Kameraausrüstung kaum durch das Treppenhaus und andere Engstellen. Ein Stück geht es durch Baugerüst und die Galerie. Hier müssen wir besonders still sein und werden mit eindrucksvollen Blicken ins Kirchenschiff belohnt.

Trondheim mit Wohnmobil: Aufstieg aufs Dach des Doms
Herrlicher Blick oben auf dem Dach des Doms von Trondheim

Nach einem anstrengenden Aufstieg erreichen wir das Dach. Von hieraus hat man einen wunderbaren Blick auf die Spitzen der Türme des Doms, das grüne Kupferdach und Trondheim. Fotografieren ist auch erlaubt, betonen unsere Begleiterinnen. Und eine kleine Führung und Hinweise, was wir sehen, gibt es auch noch. Wenn Du also in der Gegend bist und keine Angst vor engen Räumen hast, dann mache die Führung auf das Dach mit, es lohnt sich unbedingt und der Preis ist für norwegische Verhältnisse richtig „günstig“. Natürlich musst Du vorher erst den Kircheneintritt bezahlen.

Bummel durch Trondheim

Voller Eindrücke bummeln wir zum Fluss. Unser nächstes Ziel ist die alte Brücke Gamle Bybro nicht weit entfernt. Die ist ein echter Hingucker und ein beliebtes Fotomotiv. Außerdem verbindet die Fußgängerbrücke den Stadtteil um den Dom mit der historischen Altstadt Bakklandet.

Mit Wohnheim in Trondheim: Brücke Gamle Bybro
Ein echter Hingucker: Die Brücke Gamle Bybro in Trondheim

Von der Brücke gibt es einen super Blick auf die bunten historischen Häuser entlang des Flusses Nidelva. Begeistert schauen wir dem Treiben auf dem Fluss und den immer wechselnden Spiegelungen zu. Am Ostufers geht es bei unserem Spaziergang weiter durch die Altstadt über Kopfsteinpflasterstraßen. Neben kleinen bunten Häusern und abzweigenden urigen Gässchen gibt es interessante Cafés und Restaurants. Einige haben sogar Terrassen zum Fluss, aber dafür ist es heute zu ungemütlich und kalt.

Über die Brücke am anderen Ende der Altstadt wechseln wir wieder auf die andere Flussseite und gehen entlang historischer Handelshäuser und moderner Gebäude zum Dom zurück. Keine der Einkehrmöglichkeiten kann uns überzeugen, ich frage mich heute warum nicht. Der Wind ist heftig und pfeift um die Gebäude. Es ist richtig ungemütlich.

Nicht weit vom Wohnmobilplatz: Altstadt in Trondheim
Die Cafés und Restaurants in der Altstadt von Trondheim sind sehr einladend gestaltet

Wir haben keine Lust in Trondheim zu bleiben. Der Stellplatz ist nicht schön und zudem Baustelle. Außerdem stehen wir wohl nicht richtig, sagt uns ein Norweger. Es muss mehr Platz zwischen den Autos sein. Auch haben uns die Baustellen total viel Zeit bei der Anfahrt gekostet. Wie ist das dann erst bei der Fahrt aus der Stadt? Darauf haben wir am nächsten Tag keine Lust.

Deshalb entscheiden wir uns, es bei dem Kurzbesuch zu belassen und noch am Abend aus der Stadt herauszufahren, zumal es ja auch hier im Süden noch lange hell ist. So kommen wir in den frühen Abendstunden relativ gut aus Trondheim heraus und nehmen die Straße in Richtung Molde und Atlantikstraße mit Wohnmobil. Der Besuch der Festung Kristiansten in Trondheim muss bis zum Nächsten Mal warten.

Roadtrip durch Norwegen: Weiter zur Atlantikstraße mit Wohnmobil

Wir haben die richtige Entscheidung getroffen, die Ausfahrtsstraßen in Richtung Süden und die E6 bei Trondheim sind gewaltige Baustellen (Inzwischen fast fertig). Während des Berufsverkehrs hätten wir hier Stunden gebraucht. So folgen wir mit unserem Wohnmobil den Schildern in Richtung Molde und kommen recht schnell auf die E39. Je später es wird, desto weniger PKWs begegnen wir.

Begegnung unterwegs zur Atlantikstraße mit Wohnmobil
Der Hirsch steht ganz ruhig im Feld und schaut uns an.

Die Fahrt ist abwechslungsreich, es geht durch Wiesen und Wälder und an verschiedenen kleinen Orten vorbei und auch am Fjord entlang. Neben der Straße sind immer mal wieder Kraniche mit Jungen im Feld. An einer anderen Stelle schaut uns ein Hirsch zu. In Halsa erwischen wir noch die Fähre über den Fjord. Sollen wir hier übernachten? Doch es steht bereits ein Wohnmobil da und wir wollen nicht stören.



Die Strecke ist sehr gut zu befahren. Langsam wird es aber doch dunkler und Zeit für einen Übernachtungsplatz. Nach mehreren Anläufen finden wir einen sehr schönen Parkplatz vor einer Brücke direkt am Wasser mit Toilette und vielen anderen Wohnmobilen (Bergsøysundbrua Rasteplass auf Google Maps). Wir parken ein und fallen müde ins Camperbett. Am nächsten Morgen gibt es in der Toilette sogar warmes Wasser, was für ein Luxus. Erst später sehen wir das Schild, das hier campen nicht gestattet ist.

Auf dem Weg zur Atlantikstraße mit Wohnmobil: Blick auf den Fjord
Schöne Eindrücke unterwegs, Blick auf den Fjord in der Nähe unseres Übernachtungsplatzes

Einer der anderen Wohnmobilfahrer erzählt, dass er jedes Jahr hierher zum Angeln kommt, für vier Wochen. Er steht in der ersten Reihe am Wasser und hat sogar ein Stromaggregat dabei. Später wäscht er seine Fische in den sauberen Waschbecken des Sanitärgebäudes. Kein Wunder, dass hier inzwischen keiner mehr übernachten darf. Mittlerweile wird kontrolliert und hart bestraft. Wie schade, dieser Parkplatz war definitiv ein Highlight unterwegs und sonst gibt es nicht viele freie Möglichkeiten auf der Strecke.

Die Brücke ist eine Schwimmbrücke, sie wurde 1992 eröffnet. Vor der nächsten Brücke kommt noch einmal ein großer Parkplatz mit Toilette (Parkplatz auf Google-Maps). Hier biegen wir ab auf die E70.

Übernachtungsmöglichkeiten zwischen Trondheim und Atlantikstraße mit Wohnmobil

Atlantikstraße mit Wohnmobil: Zwischen Wasser und Himmel

Haus unterwegs an der Atlantikstraße mit Wohnmobil
Unterwegs auf der Atlantikstraße gibt es immer wieder neue Eindrücke, es lohnt sich die Straße bis zum Ende zu fahren

Jetzt aber weiter zu unserem nächsten Ziel. Der Ort Kristiansund liegt auf vier Inseln umgeben von Wasser. Hier gibt es schöne bunte Häuser und eine Anzahl attraktiver Cafés und Restaurants. Wir rollen allerdings nur durch Kristiansund hindurch. Wenn Du genügend Zeit hast und das Wetter nicht zu schlecht ist, halte an, ein Spaziergang lohnt sich wirklich und vermittelt Dir echtes Norwegenfeeling.

Doch bei unserem Besuch ist das Wetter schlecht, es regnet immer wieder heftig und der Wind peitscht von allen Seiten auf uns ein. So entscheiden wir uns dafür gleich weiterzufahren. Dafür folgen wir der Reichsstraße 64. Und schon haben wir über 5.700 Meter langen Atlantiktunnel erreicht, der bis zu 250 Meter tief unter der Meeresoberfläche verläuft. Da Maut fällig wird, ist dies kein günstiges Vergnügen, aber ein echtes Erlebnis.

TIPP: Wenn Du länger in der Gegend bleiben und an einem spektakulären Ort mit Deinem Wohnmobil übernachten möchtest, dann schaue Dir unbedingt den Lysø Camping og Rorbu Utleie an (Kontaktdaten Oben). An dem ehemaligen Handelsplatz hat ein norwegisch-schweizerisches Ehepaar einen ganz besonderen Campingplatz eröffnet (auch ohne Camper ein wunderbarer Ort zum Übernachten).

Jetzt ist es nicht mehr weit. Zwischen Kårvåg und Bud verläuft die norwegische Landschaftsroute Atlanterhavsvegen (Atlantikstraße). Sie hat eine Länge von 36 Kilometern, die wir jetzt gespannt angehen.

Ein Highlight unserer Reise durch Norwegen ist die Atlantikstraße
Zwischen Himmel und Meer: die Atlantikstraße

Gleich nach dem Schild, das die Landschaftsroute ankündigt, erreichen wir einen Parkplatz (Google-Maps), der im Internet auch als Wohnmobilplatz beschrieben wird, mit einem Hinweis auf das Fischerdorf Håholmen. Die kleine Siedlung wie aus dem Bilderbuch besteht aus 30 Gebäuden aus dem 18. Jahrhundert mit rot leuchtenden Fassaden. In dem kleinen Ort befinden sich eine Bäckerei, eine Kneipe und ein empfehlenswertes Fischrestaurant. Allerdings ist dieser malerische Ort nur mit dem Boot zu erreichen und das fährt wegen des aktuellen starken Windes gerade nicht.

Und dann folgt auch schon das spektakuläre Stück der Atlantikstraße mit Straßen über dem Meer. Magisch geschwungene Brücken verbinden Inseln, Holmen und Schären. Der 1989 fertiggestellte Abschnitt der beliebten Landschaftsroute ist 8.274 Meter lang und eine echte Leistung der Ingenieure.

Atlantikstraße mit Wohnmobil: Blick auf Brücken, Felsen und Meer
Unterwegs auf der Atlantikstraße – auch bei Regen und Wind schön

Auf der Insel Eldhusøya gibt es einen Parkplatz, ein Café und Toiletten. Ein Wanderweg führt am Wasser entlang, er besteht aus Metallgittern, die auf Pfählen montiert sind. Das Besondere sind spektakuläre Ausblicke auf die Storseisundet Brücke, das Meer, die umliegenden Inseln und die Berge.

Beim heutigen schlechten Wetter ist es schwer schöne Fotos zu machen und auch der Spaziergang macht keinen Spaß, leider. Die bekannte Storseisund-Brücke ist aber wirklich faszinierend. Sie schwingt sich im Bogen nach oben auf 23 Meter.

Ein kleines Stück weiter ist der ideale Parkplatz (Parkplatz Skipsholmen auf Google-Maps) für Angler, auf der Myrbærholmbrua wurden nämlich extra Stege für Angler angebracht, die hier immer wieder reiche Beute einbringen. Auch wenn Du nicht angelst, der Stopp lohnt sich. Von hier gibt es beeindruckende Ausblicke auf den Atlantik und die Umgebung. Es folgen noch weitere kleine Parkplätze. Immer wieder erlebst Du beim Anhalten neue Eindrücke.

Der unbekannte Teil der Atlantikstraße mit Wohnmobil

Wir entscheiden uns die Atlantikstraße mit Wohnmobil bis zum Ende nach Bud zu fahren und folgen ab Vevang dazu der Reichsstraße 663. Achtung an dem Abzweig fährt man leicht vorbei.

Atlantikstraße mit Wohnmobil: Eindrücke unterwegs
Entlang der Atlantikstraße sorgen die Bewohner für Überraschungen

Die Streckenführung bringt Dich der Region und dem Meer ganz nahe. Immer wieder wird die Straße absolut eng, es geht zum Teil direkt am Atlantik entlang, dann führt die Landschaftsroute durch ein Dorf und altes Kulturland. Du fährst an liebevoll geschmückten Gärten vorbei und manchmal hast Du dabei das Gefühl direkt ein privates Grundstück zu passieren.

Achte unbedingt auf die Schilder. In Farstad geht es rechts ab am Meer entlang (Fv238), dann ein Stück Fv235 in Richtung Hustad und wieder rechts am Meer entlang in Richtung Bug.

Atlantikstraße mit Wohnmobil: Blick auf einen Schuppen am Atlantik
Eindrücke unterwegs auf der Atlantikstraße – es geht direkt am Meer entlang

Tipp: In Vevang wäre ein Abstecher zur Trollkirka möglich. Die drei Kalkhöhlen mit Wasserfällen sind bei einer mittelschweren Wanderung erreichbar. Los geht es vom Wanderparkplatz an der RV64 (Parkplatz Trollkirka auf Google-Maps). Aber natürlich habe ich das trotz Vorbereitung mal wieder nicht auf dem Schirm und es gibt auch kein Hinweisschild von dieser Seite.

Tipp: Ein weiterer lohnenswerter Abstecher, ebenfalls ab Vevang auf der RV64 ist ein Besuch der Marmorhöhlen von Bergtatt bei Nås (Marmoorhöhlen auf Google-Maps). Diese sind durch Abbau des edlen Materials für die Papierproduktion entstanden. Ein besonderes Highlight ist die Fahrt mit dem Floß durch die faszinierende künstlich entstandene Unterwelt. Der Besuch ist von Ende Mai bis Mitte August (außer montags) möglich.
Adresse: Nåsveien 304, Nås, 6490
Homepage Marmorgrube: www.berg-tatt.no

Aber etwas Abwechslung suchen wir doch. Unterwegs folgen wir sehr gerne Schildern zu Sehenswürdigkeiten am Wegrand. Eins spricht uns besonders an und so biegen wir bei Hustad von der Straße ab. Aslaksteinen steht auf dem Schild. Über einen schmalen Weg erreichen wir einen großen unbefestigten Parkplatz (Parkplatz auf Google-Maps), von dem die Wanderung abgeht. Auf dem Informationsschild wird eine bronzezeitliche oder eisenzeitliche Befestigung auf dem Berg beschrieben, die über eine leichte etwa 30 minütige Wanderung zu erreichen sei.

Wanderung bei der Atlantikstraße in Norwegen: Aslaksteine
Da Oben ist unser Ziel

Wir folgen der Beschilderung über eine Wiese und durch einen moorigen Birkenwald. Dabei fühlen wir uns wie echte Entdecker. Und dann geht es den Berg hinauf. In einer kleinen Mulde ist für mich Schluss, denn das letzte Stück geht steil am schieren Fels nach Oben (Aslaksteinen ist ein riesiger Fels), nebenan ist nix. Eine Kette dient als Sicherung, an der man sich festhalten kann. Mit so etwas habe ich in den Schweizer Bergen schon einmal sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Also bewältigt mein Mann das letzte Stück alleine und berichtet danach von alten Siedlungsspuren und einem weiten Blick übers Land.

Das letzte Stück der Wanderung bei Hustad zum Aslaksteinen
Das letzte Stück der Wanderung. Hier oben auf dem Stein haben die Menschen früher Schutz gesucht

Wieder etwas dazugelernt, die norwegische Beschreibung „leichte Wanderung“ ist sehr subjektiv.

Nach diesen Eindrücken folgen wir der Straße weiter und schauen uns auch die anderen Aussichtspunkte der Atlantikstraße an. In Askevågen gibt es am Ende einer Mole eine sehr kleine aber stylische Aussichtsplattform, auf der man über dem Meer stehen kann (Titelbild). Am Aussichtspunkt in Kjeksa gibt es eine Aussicht auf den Atlantik und die Küste Hustadvika. Über einen Weg und Treppen erreicht man das Meer und den Strand.

Fischerort Bud – Ende der Atlantikstraße mit Wohnmobil

In Bud finden wir einen großen Parkplatz, auf dem es auch eine Entsorgungsstation für Wohnmobile gibt (Parkplatz auf Google-Maps). An einer anderen Stelle stehen Camper auf einer Wiese direkt am Meer. Auch einen Campingplatz mit Hafen gibt es. Aber es ist eigentlich noch zu früh für einen Übernachtungsplatz.

Ende der Atlantikstraße: Heeres-Küsten Batterie Bud
Die deutsche Befestigung in Bud war Teil des Atlantikwalls und kann besichtigt werden

In Bud befindet sich eine Befestigung aus dem Zweiten Weltkrieg. Hier am äußersten Zipfel haben sich auf einem Hügel mitten im Ort die Deutschen eingegraben. Von hieraus konnten sie die ganze Region überblicken und vor allem die Schifffahrtswege kontrollieren. Die deutsche Befestigung in Bud war Teil des Atlantikwalls. In einem kleinen Museum (im Winter geschlossen) hast Du die Möglichkeit Dich darüber zu informieren und auch einen Blick in die Bunker zu werfen. Wir bestaunen die riesigen Geschütze und die Aussicht im frei zugänglichen äußeren Bereich.

Direkt am Parkplatz gibt es ein Restaurant (Restaurant Bryggjen i Bud). Hier wird gerade gebaut, wir versuchen aber dennoch unser Glück und werden fündig. Es gibt Mittags-Buffet mit allerlei norwegischen Spezialitäten, das kostet pro Person ungefähr 30 Euro, für norwegische Verhältnisse ein Schnäppchen. Begeistert schlagen wir zu: Suppe, saurer Hering, gedünsteter Dorsch, Klöße, Kartoffeln, Steckrübengemüse, Kohl, Nachtisch. Natürlich gibt es dazu Kaffee. Wir finden es ist ein echtes Erlebnis und ein weiteres Highlight dieser Tour.

Atlantikstraße mit Wohnmobil: Norwegisches Fischrestaurant in Bud
Essen gehen auf Norwegisch, erst bezahlen und dann am Buffet bedienen

Später kommt noch eine Gruppe Norweger und stürzt sich auf die beliebten Fleischbällchen. Wie gut, dass wir ihnen noch etwas übrig gelassen haben. Immer wieder gehen die Männer ans Buffet und holen sich die Delikatesse, die uns nicht so ganz angesprochen hat.

Fazit Trondheim und Atlantikstraße mit Wohnmobil

Ich finde, die Fahrt über die Atlantikstraße mit Wohnmobil ist ein Erlebnis – besonders, wenn man die komplette Straße von Kristiansund bis Bud fährt. Auch der Besuch in Trondheim war schön. Satt und zufrieden machen wir uns nach dieser Reiseetappe auf zu neuen Abenteuern und fahren weiter in Richtung Trollstigen, unserem nächsten Ziel.

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Dies ist aktuell der letzte Teil der Reisebeschreibung unserer Wohnmobil-Tour durch Norwegen. Ich arbeite bereits an der Fortsetzung, versprochen.

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Autor

Journalistin, Autorin und seit über 50 Jahren leidenschaftliche Reisende & Camperin. Mit meinem kompakten Kastenwagen-Wohnmobil bin ich in ganz Europa zwischen dem Südzipfel Spaniens und dem Nordkap unterwegs. Seit 2018 blogge ich auf www.hin-fahren.de zu schönen Reisezielen und gebe Tipps zu Camping und Wohnmobil.

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