Aktualisiert am 11. September 2026
Trondheim mit Wohnmobil stand nicht ganz oben als Ziel auf meiner Liste und hat mich dann positiv überrascht. Auf unserer großen Runde zum Nordkap und durch Norwegen mit dem Wohnmobil haben wir die drittgrößte Stadt des Landes als Zwischenstopp auf dem Weg zur Atlantikstraße besucht.
Hier nehme ich Dich mit zum mächtigen Nidarosdom, über die berühmte alte Brücke in die bunte Altstadt Bakklandet und verrate Dir, wo Du mit dem Wohnmobil in Trondheim am besten parkst oder übernachtest. Dazu bekommst Du Tipps zum bestgelegenen Campingplatz.
Trondheim mit dem Wohnmobil auf einen Blick
- Lage: an der Mündung des Flusses Nidelva, etwa auf halbem Weg zwischen Oslo und dem Polarkreis
- Größe: drittgrößte Stadt Norwegens
- Highlights: Nidarosdom (Nationalheiligtum Norwegens), die alte Brücke Gamle Bybro, die Altstadt Bakklandet am Fluss
- Wohnmobil-Stellplatz: offizieller Stellplatz in der Maskinistgata, rund 2 km vom Zentrum
- Parken mit Wohnmobil: In der Umgebung des Stellplatzes gibt es kostenpflichtige Parkplätze.
- Campingplatz: Der am nächsten gelegene Campingplatz ist etwa 10 Kilometer entfernt.
- Mein Tipp: die Dachführung im Nidarosdom – für norwegische Verhältnisse richtig „günstig“ und ein echtes Erlebnis
Stadtbesuch in Trondheim mit Wohnmobil
Anfahrt nach Trondheim: Geduld mitbringen
Vom norwegischen Polarkreis fahren wir mit unserem Wohnmobil über die E 6 nach Süden. Wir wollen uns als Nächstes Trondheim anschauen.
Ehrlich gesagt, unsere Anfahrt ins Zentrum war nervenaufreibend. Trondheim war bei unserem Besuch eine einzige Straßenbaustelle, ständig sprang das Navi um, und wir waren viel später am Ziel als geplant. Wie gut, dass ich vorgewarnt war, Freunde hatten Jahre zuvor schon ihr „Trondheim-Fiasko“ erlebt. Inzwischen ist vieles fertig, und wenn Du das hier liest, ist die Lage bestimmt entspannter. Allerdings laufen aktuell Maßnahmen zur Verkehrsreduzierung im Zentrum und immer wieder Asphaltarbeiten.
Mein Rat: Plane genügend Zeit ein und fahr möglichst nicht mitten im Berufsverkehr in die Stadt oder aus ihr heraus.
Nützlich für Deine Reise ist auch meine Wohnmobil-Packliste.
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Wohnmobil-Stellplatz Trondheim & Campingplatztipp
Der früher beliebte Stellplatz am Stadion, auf dem wir mit dem Wohnmobil in Trondheim geparkt haben, ist mit dem Camper leider nicht mehr nutzbar. Praktisch für den Stadtbesuch ist heute der kostenpflichtige Wohnmobil-Stellplatz Trondheim in der Maskinistgata. Wer Glück hat, ergattert sogar einen Platz mit Strom. Von hier sind es rund zwei Kilometer ins Zentrum. Auf dem Spaziergang lernst Du gleich ein paar schöne Ecken kennen.
Ein großer Vorteil: Hier ist, anders als im Zentrum, wo das Parken überall ebenfalls teuer ist, auch das Übernachten erlaubt. Die rund 50 Plätze sind sehr begehrt. Man muss über Campcation buchen. Für 24 Stunden ohne Strom musst Du je nach Besuchstag mit rund 60–70 Euro rechnen. Wenn Du nur ein paar Stunden bleiben möchtest, findest Du in der Umgebung kostenpflichtige Parkplätze. Einen weiteren Wohnmobil-Stellplatz mit 70 Plätzen gibt es etwas außerhalb von Trondheim. Er ist gut an die öffentlichen Verkehrsmittel angebunden (11 Minuten ins Zentrum mit Linie 2) und etwas günstiger. Wer lieber auf einen Campingplatz möchte, findet die nächsten etwas außerhalb von Trondheim.
- Wohnmobil-Stellplatz Trondheim (Trondheim bobilparkering Dora Bobilplass), Maskinistgata 2, 7042 Trondheim
Ver- und Entsorgung, Strom, online Buchung (Pflicht)
Wohnmobil-Stellplatz Trondheim auf Google-Maps - Alternativer Trondheim-Stellplatz Lade Bobilparkering, 11 C Haakon VIIs gate, 7041 Trondheim
Ver- und Entsorgung, Strom, ganzjährig geöffnet, online Buchung (Pflicht)
Wohnmobil-Stellplatz auf Google-Maps - Campingplatz Flakk Camping, Flakkvegen 49, 7070 Bosberg (10 km außerhalb von Trondheim)
Geöffnet Mai bis August, Busverbindung nach Trondheim
Informationen zum Flakk Camping*, Campingplatz bei Trondheim auf Google Maps - Campingplatz Øysand Camping, Gamle Kongeveg 56, 7224 Melhus (20 km südlich von Trondheim an der E 39)
Homepage: www.oysandcamping.no, Campingplatz auf Google-Maps
Leider sind wir viel später angekommen als geplant und auch das Wetter ist schlecht. Aber einige Highlights in Trondheim wollen wir trotzdem sehen.
Der Nidarosdom – Norwegens mächtige Kathedrale
Vom Wohnmobil-Stellplatz erreichst Du die Innenstadt von Trondheim in etwa 15 Minuten. Immer wieder fällt der Blick dabei auf die Türme des Nidarosdoms, den wir als Erstes ansteuern. Diese Kathedrale ist das Nationalheiligtum Norwegens. Sie wurde im 11. Jahrhundert über dem Grab von Olav Haraldsson errichtet und war über Jahrhunderte Krönungskirche der norwegischen Könige. Zehn von ihnen sind hier begraben. Seit der Reformation ist die mächtige Kirche evangelisch und dennoch Bischofssitz.
Die Schauseite ist die herrliche Westfassade aus Speckstein mit unzähligen Figuren: Heilige, Würdenträger, aber auch weltliche Verantwortliche und Bürger. Innen ist der Dom hoch, dunkel und beeindruckend. Er wurde seit dem Bau mehrfach beschädigt und umgebaut. Von den ursprünglichen romanischen und gotischen Mauern sind nur einige geblieben. Viele Strahler erhellen das sonst dunkle Gotteshaus. Der Eintritt ist happig, aber im Preis ist eine Kirchenführung enthalten, und das Geld fließt in den Unterhalt (Tickets gibt es im Besucherzentrum an der Seite des Vorplatzes).
Mein Tipp: die Dachführung. Sie kostet noch einmal extra, aber sie hat sich für uns absolut gelohnt. Mit zwei jungen Guides, die wunderbar Englisch sprachen und viel erklärten, ging es durch enge Treppenhäuser, ein Stück über die Galerie des Doms (hier muss man leise sein!) und schließlich hinauf aufs Dach. Der Blick über die Türme, das grüne Kupferdach und die Stadt ist herrlich. Wenn Du keine Angst vor engen Räumen hast: unbedingt mitmachen. Davor musst Du allerdings den Kircheneintritt bezahlen.
Bummel über die Gamle Bybro nach Bakklandet
Voller Eindrücke bummeln wir vom Dom weiter zum Fluss und zur alten Brücke Gamle Bybro. Sie ist eines der beliebtesten Fotomotive der Stadt und verbindet das Dom-Viertel mit der historischen Altstadt Bakklandet. Von der Brücke hast Du einen wunderbaren Blick auf die bunten Holzhäuser entlang des Nidelva und ihre Spiegelungen im Wasser.
Auf der anderen Seite geht es über Kopfsteinpflaster durch Bakklandet. Hier gibt es kleine bunte Häuser, urige Gässchen, einladende Cafés und Restaurants, einige sogar mit Terrassen direkt zum Fluss. Bei uns war es an dem Tag leider eisig und windig, sodass wir nicht einkehren mochten. Aber bei schönem Wetter ist das genau der Ort, an dem ich gerne lange bummeln und in einem Café sitzen bleiben würde. Zurück Richtung Dom führt uns der Weg an historischen Handelshäusern und modernen Gebäuden vorbei.
Weitere interessante Ziele in Trondheim
Wir haben den Besuch in Trondheim mit dem Wohnmobil kurz gehalten. Das Wetter war ungemütlich und die Anfahrt durch die vielen Baustellen hat Nerven gekostet. Interessante weitere Ziele hatte ich vorbereitet. Sie will ich dann beim nächsten Mal anschauen.
- Festung Kristiansten oberhalb der Stadt. Der rund 10 Minuten dauernde steile Fußweg hinauf wird mit einem herrlichen Blick auf Trondheim und den Fjord belohnt.
- Klosterinsel Munkholmen im Fjord: Beliebtes Ausflugsziel mit Klosterruine und alter Festung. In den Sommermonaten fährt stündlich ein Boot von Ravnkloa (Hafen).
- Besichtigung der alten Speicherhäuser (Bryggene)
- Freilichtmuseum Sverresborg: eines der größten Freilichtmuseen Norwegens, liegt etwa 10 Minuten vom Zentrum entfernt. Über 80 Gebäude stehen rund um die Ruinen des mittelalterlichen Schlosses von König Sverre aus dem 12. Jahrhundert.
- Fahrt mit der Gråkallbanen: Die nördlichste Straßenbahn der Welt fährt seit 1924 auf einer 8,8 Kilometer langen Schmalspurstrecke von der Haltestelle St. Olavs gate im Stadtzentrum ins Naherholungsgebiet Lian im Stadtwald Bymarka.
Weiter zur Atlantikstraße
Wegen der Baustellen sind wir noch am selben Abend weitergefahren – im norwegischen Sommer bleibt es ja lange hell. Von Trondheim ging es in Richtung Molde und weiter zu Norwegens berühmter Atlantikstraße mit dem Wohnmobil.
- Wir fahren über die E 6 und biegen dann auf die E 39 ab. Je später es wird, desto weniger Pkws begegnen uns.
- Die Fahrt ist abwechslungsreich. Es geht durch Wiesen und Wälder, an verschiedenen kleinen Orten vorbei und auch am Fjord entlang.
- Neben der Straße sind immer mal wieder Kraniche mit Jungvögeln im Feld.
- An einer anderen Stelle schaut uns ein Hirsch zu. In Halsa erwischen wir noch die Fähre über den Fjord.
Campingplätze zwischen Trondheim und Atlantikstraße
- Campingplatz Øysand Camping, Gamle Kongeveg 56, 7224 Melhus (20 km südlich von Trondheim an der E 39)
ganzjährig geöffnet, direkt am Fjord
Campingplatz auf Google Maps - Campingplatz Høgkjølen Fjellcamp, Søvasskjølvegen 804, 7320 Fannrem, Norwegen (direkt an der E 39)
Campingplatz auf Google-Maps - Campingplatz Camping Valsøya, Valsøyvegen 1, 6687 Valsøyfjord, Heim, Trøndelag, Norwegen (direkt an der E 39)
Weitere Informationen zum Campingplatz*, Campingplatz auf Google-Maps
Häufige Fragen: Trondheim mit dem Wohnmobil
Lohnt sich Trondheim mit dem Wohnmobil?
Ja, denn Trondheim ist sehr lebendig. Der Nidarosdom, die alte Brücke und das Viertel Bakklandet sind einen Stopp wert, besonders als Etappe auf dem Weg von oder zur Atlantikstraße oder weiter durch Norwegen.
Wo kann ich in Trondheim mit dem Wohnmobil übernachten?
Am praktischsten ist der offizielle Wohnmobil-Stellplatz Trondheim in der Maskinistgata, rund 2 km vom Zentrum entfernt. Er ist nicht schön und Parken und Übernachten sind teuer. Aber von hieraus kannst Du ins Zentrum laufen. Etwas schöner und günstiger ist der Stellplatz Lade Bobilparkering etwas weiter vom Zentrum entfernt. Von hieraus kannst Du den Bus oder das Fahrrad ins Zentrum nehmen. Der nächste schöne Campingplatz liegt 10 km entfernt am Fjord. Es gibt eine Busverbindung nach Trondheim.
Was kostet der Eintritt in den Nidarosdom?
Der Eintritt ist für norwegische Verhältnisse nicht billig. Eine Kirchenführung ist enthalten. Die Führung aufs Dach kostet extra und lohnt sich.
Wie viel Zeit sollte ich für Trondheim einplanen?
Für Dom, alte Brücke und einen Bummel durch Bakklandet reicht ein guter halber Tag. Wer auch die Festung Kristiansten und mehr sehen möchte, plant besser einen ganzen Tag ein. Dann hat man auch genügend Zeit, die Atmosphäre und die kleinen Cafés und Restaurants zu genießen.
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ÜBER MICH: Hier schreibt Katja Hein – Journalistin und seit über 50 Jahren begeisterte Camperin. Hinter jeder Kurve wartet das Neue, ist meine Philosophie und die will ich mit Dir teilen. Mit meinen ausführlichen Wohnmobil-Reiseberichten, Camping-Erfahrungen und Routen zum Nachfahren entdeckst Du neue Reiseziele für den Urlaub mit Wohnmobil zwischen Südspanien & Nordkap. Dazu bekommst Du Unterstützung bei der Suche nach Deinem Traumfahrzeug.
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