Aktualisiert am 26. Juli 2026
Fun Facts Camping & Wohnmobil sammeln? Ja, denn seit über 50 Jahren bin ich mit Zelt, Bulli und Kastenwagen unterwegs, und trotzdem bringen mich manche Fakten übers Camping und rund ums Wohnmobil bis heute zum Nachdenken oder Lachen. Wusstest Du zum Beispiel, dass der allererste Freizeit-Wohnwagen von zwei Pferden namens „Captain Cornflower“ und „Polly Peablossom“ gezogen wurde? Oder dass der teuerste Camper der Welt eine ausfahrbare Dachterrasse hat? Das fand ich wirklich spannend und ich habe angefangen, weitere Fakten und Zahlen rund um Camping und Wohnmobil zu sammeln.
Herausgekommen ist diese bunte Sammlung: 130 Fun Facts rund um Camping, Wohnwagen und Wohnmobil – von der Geschichte über Zahlen, Technik und Rekorde bis zu den kuriosen Begriffen, die wir Camper so benutzen. Manches ist nützlich, manches einfach nur zum Schmunzeln, und ein paar Fakten kommen direkt aus meinem eigenen Camperleben (Schweißausbrüche beim Rückwärtseinparken inklusive 😊).
Wie gut, dass Camping so viel mehr ist als nur Übernachten im Freien. Schnapp Dir einen Kaffee und stöber Dich in Ruhe durch. Vielleicht ist ja ein Fakt dabei, den Du beim nächsten Mal am Stellplatz weitererzählen willst.
Nützlich für Deine Reise ist auch meine Wohnmobil-Packliste.
Im Shop findest Du immer aktuelle Angebote und Empfehlungen zur Ausstattung.
Geschichte & Historie: Wo alles anfing
Fangen wir ganz am Anfang an, denn die Geschichte des Campings ist älter und kurioser, als Du vielleicht denkst.
- Das Wort „Camping“ kommt vom lateinischen campus („Feld, freie Fläche“); „camping out“ im Freizeitsinn ist im amerikanischen Englisch schon ab 1834 belegt.
- „Caravan“ stammt vom persischen kārvān: Gruppen von Reisenden und Händlern, die mit bedeckten Wagen durch die Wüste zogen, etwa auf der Seidenstraße (ab dem 2. Jahrhundert v. Chr.).
- Als „Vater des modernen Campings“ gilt der Engländer Thomas Hiram Holding. Seine Leidenschaft entstand 1853 als Kind auf einer Planwagen-Reise durch die USA.
- 1901 gründete Holding den „Association of Cycle Campers“, den ersten organisierten Campingclub der Welt – daraus wurde der heutige „Camping and Caravanning Club“ mit über einer halben Million Mitgliedern.
- 1908 schrieb Holding „The Camper’s Handbook“, eines der ersten Camping-Handbücher überhaupt.
- Einer der ersten öffentlichen Campingplätze der Welt war Cunningham’s Camp auf der Isle of Man. Er wurde 1894 eröffnet und oft als erster kommerzieller Campingplatz genannt.
- Der erste eigens für die Freizeit gebaute Wohnwagen war „The Wanderer“ von 1885. Es handelte sich um eine pferdegezogene „Land Yacht“ aus Mahagoni. Diese wurde 1884 vom pensionierten Marinearzt und Autor Dr. William Gordon Stables in Auftrag gegeben und von der Bristol Wagon Works gebaut.
- Der Wanderer war rund 5,5 m lang, wog etwa 2 Tonnen und wurde von zwei Pferden namens „Captain Cornflower“ und „Polly Peablossom“ gezogen. Im Inneren sah es ähnlich wie in einem edlen Zugabteil aus.
- Die Jungfernfahrt war 1885 und führte über rund 1.300 Meilen (etwa 2.000 km) von Twyford in Berkshire bis Inverness in Schottland, eine ganz schön beeindruckende Strecke finde ich.
- Der Wanderer existiert zum Glück bis heute und gilt als ältester erhaltener Freizeit-Wohnwagen der Welt.
- 1907 wurde in Großbritannien der „Caravan Club“ gegründet. Gordon Stables wurde sein erster Vizepräsident.
- Der erste in Deutschland gebaute Wohnwagen war das „Dethleffs Wohnauto“ von 1931. Das war der Beginn der Marke Dethleffs. Er sah bereits erstaunlich futuristisch aus.
- Arist Dethleffs, damals Hersteller von Peitschen und Skistöcken, baute das Wohnauto unter dem Motto „Nicht ohne meine Familie!“ für seine Frau (eine Malerin) und die Tochter. Er sollte ein fahrbares Atelier mit Schlafplätzen sein.
- Das Wohnauto war 4,38 m lang, 1,66 m breit, 2,05 m hoch, hatte drei Schlafplätze und ließ sich an einen Pkw oder Traktor hängen.
- Das Original ist leider verloren. 1974 bauten Dethleffs-Azubis es originalgetreu nach. Seit 2011 steht das Modell im Erwin-Hymer-Museum in Bad Waldsee.
- Als erstes „Wohnmobil“ gilt der Pierce-Arrow Touring Landau von 1910, vorgestellt im Madison Square Garden in New York.
- Der Pierce-Arrow hatte bereits einen umklappbaren Rücksitz, ein Klappwaschbecken und einen Nachttopf an Bord.
- Zwischen 1915 und 1924 unternahmen die Industriellen Henry Ford, Thomas Edison und Harvey Firestone (zusammen mit dem Naturschriftsteller John Burroughs) gemeinsame Camping-Touren. Sie nannten sich „The Vagabonds“. Für die Verpflegung fuhr sogar ein eigener Küchenwagen mit Gasherd und Eisschrank mit.
- 1919 entstand in Tampa (Florida) der erste nationale Auto-Camping-Club der USA: die „Tin Can Tourists“, benannt nach den Konservendosen, die sie als Proviant mitführten.
- Als Erkennungszeichen löteten die Tin Can Tourists eine leere Blechdose auf ihre Motorhaube; bis Mitte der 1930er zählte der Club rund 150.000 Mitglieder.
- Die Firma Westfalia geht auf eine 1844 gegründete Schmiede zurück. 1932 erfand Franz Knöbel die noch heute übliche Kugelkopf-Anhängerkupplung.
- Westfalia baute 1951 auf Wunsch eines in Deutschland stationierten britischen Offiziers die erste Camping-Box für den VW-Bus.
- Zwischen 1951 und 1958 entstanden rund 1.000 dieser Westfalia-Camping-Box-Umbauten.
- Der VW-Bulli wurde in den 1950er- und 60er-Jahren zum Sehnsuchtsobjekt von Hippies, Freiheitsliebenden und reisefreudigen Familien.
- Wally Byam baute 1929 seinen ersten Wohnanhänger im Hinterhof und gründete 1931 die Kult-Marke Airstream.
- 1957 entwarf Erwin Hymer zusammen mit Erich Bachem den „Troll“-Wohnwagen. Der Markenname „Eriba“ entstand aus Erich Bachem.
- Hymers erstes Wohnmobil, der Caravano, kam 1961 auf den Markt. Es wurden allerdings nur drei Fahrzeuge gebaut. Der Durchbruch kam 1971 mit dem „Hymer-Mobil“ auf Mercedes-Basis.
- Auf dem ersten Caravan-Salon 1962 in Essen zeigte der Hersteller Tabbert bereits 14 verschiedene Wohnwagen-Modelle.
- 1967 startete Winnebago die Serienfertigung erschwinglicher Wohnmobile ab rund 5.000 US-Dollar. Das gilt als Start des Massenmarkts.
- Das Klischee vom „biederen Wohnwagen mit Blümchengardinen“ stammt aus früheren Jahrzehnten. Heute gibt es Offroad-, Allrad- und komplett autarke Modelle.
- Aufblasbare Dachzelte, die Zeltstangen durch Luftkammern ersetzen, sind die jüngste Innovation im Dachzelt-Bereich.
Zahlen & Statistiken, die überraschen
Ein paar Zahlen, die ich beim Recherchieren mehrfach kontrollieren musste.
- 100 Liter Wasser im Tank wiegen 100 Kilogramm. 😊
- Zwei volle 11-kg-Gasflaschen wiegen zusammen 22 kg, ein voller Dieseltank rund 80 kg. Das macht schon was aus beim Gewicht.
- Bei vielen 3,5-Tonnen-Wohnmobilen bleiben in der Praxis nur 100 bis 400 kg Zuladung übrig.
- Große Wohnmobile haben oft 150–200 Liter Wassertanks.
- Ein Klappdachzelt gibt es ab rund 1.000 Euro, ein Hartschalen- oder aufblasbares Dachzelt kostet rund 2.000–3.000 Euro.
- Mit zwei Aufbaubatterien kann man problemlos zwei Nächte autark stehen.
- Ein „Dickschiff“ wie ein Morelo, Concorde oder Carthago Liner bringt bis zu 7,5 Tonnen (und mehr) auf die Waage.
- In der EU-Leergewichtsnorm sind bereits rund 20 Liter Wasser, ein 75-kg-Fahrer und ein voller Dieseltank eingerechnet.
- 2021 wurden in Deutschland 106.138 neue Freizeitfahrzeuge zugelassen. Das war ein Rekord. Deutschland ist Europas größter Caravaning-Markt.
- Im April 2025 waren in Deutschland erstmals über 1 Million Wohnmobile zugelassen. Dazu kommen rund 780.000 Wohnwagen.
- Vom VW-Transporter („Bulli“) wurden über alle Generationen mehr als 10 Millionen Fahrzeuge gebaut.
Recht & Regeln: gut zu wissen
Diese Fakten sind nicht ganz so romantisch wie ein Sonnenuntergang am Meer. Aber gerade beim Thema Gewicht spart Dir das echten Ärger.
- Bei 3.500 kg zulässigem Gesamtgewicht endet der normale Pkw-Führerschein (Klasse B).
- Das Leergewicht des Wohnmobils steht im Fahrzeugschein unter Punkt G.
- Mit Klasse B darf man ein Gespann bis 3,5 t fahren. Für schwerere Kombinationen braucht man die Klasse BE.
- Die neue EU-Führerscheinrichtlinie erlaubt Klasse B künftig bis 4,25 t, allerdings mit Zusatztraining/Prüfung und zwei Jahren Fahrpraxis.
- Ein C1-Führerschein (bis 7,5 t) kostet zwischen 1.500 und 3.000 Euro und muss alle fünf Jahre mit ärztlichem Attest verlängert werden. Wer zusätzlich einen Anhänger fahren möchte, muss mit weiteren Kosten rechnen.
- Wohnmobile unter 3,5 t gelten rechtlich als Pkw, darüber als Lkw.
- Über 3,5 t gilt in Deutschland ein Tempolimit von 100 km/h auf der Autobahn und 80 km/h auf Landstraßen.
- Ein ausgeschildertes Überholverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gilt auch für Wohnmobile über 3,5 Tonnen.
- Das Sonntagsfahrverbot gilt nicht für private Wohnmobile.
- Fahrzeuge über 3,5 t dürfen in Deutschland nicht auf Gehwegen parken.
- In Frankreich fallen Wohnmobile über 3,5 t auf Autobahnen in die teurere „Classe 3“.
- In Norwegen ist die Maut über 3,5 t fast doppelt so hoch wie darunter. Wohnmobile werden bei Verwendung eines Mautchips als PKW eingestuft.
- Bei Überladung gibt es keine Toleranzgrenze – Strafen reichen von über 200 Euro (Österreich) bis 1.000 Euro (Italien, Schweiz).
- Kontrolliert wird das Gewicht besonders streng in Österreich, der Schweiz und Italien, aber auch in Norwegen.
- Nach einer Auflastung über 3,5 t darf man nicht mehr mit Klasse B fahren – auch wenn das Fahrzeug äußerlich gleich bleibt.
- Wildcampen mit dem Dachzelt ist in Deutschland grundsätzlich verboten. Es gelten dieselben Regeln wie beim normalen Wildcampen.
- Wohnwagen dürfen auf den meisten reinen Wohnmobilstellplätzen nicht übernachten.
Technik & Ausstattung: Was heute alles im Camper steckt
- Ein „Mover“ ist eine elektrische Rangierhilfe, mit der man den Wohnwagen per Fernbedienung bewegt – vor, zurück und sogar seitlich.
- Lithium-Batterien und Kompressor-Kühlschränke waren früher Premium-Zubehör und sind heute in vielen Wohnmobilen und Wohnwagen Standard.
- Mit einem Gasdruckregler mit Crash-Sensor darf man die Gasflasche während der Fahrt geöffnet lassen.
- Ein Dachzelt macht aus fast jedem Fahrzeug ein mobiles Zuhause. Es kann mit Kombi, SUV, Mini, Anhänger, Van oder sogar Kastenwagen verwendet werden.
- Ein Hartschalen-Dachzelt aus GFK oder Aluminium ist in Sekunden aufgebaut: einfach entriegeln und aufstellen.
- Die vier beliebtesten Dachzeltarten sind Klappdachzelt, Hartschalenzelt, Hybrid-Dachzelt und aufblasbares Dachzelt.
- Die erhöhte Schlafposition im Dachzelt schützt vor Bodenfrost.
- In modernen Wohnmobilen gibt es immer mehr Toiletten-Varianten: von der klassischen Chemietoilette über Trenntoiletten bis zu Einschweiß- und Komposttoiletten.
- Über Plattformen wie Landvergnügen darf man auf Bauernhöfen oder bei Winzern übernachten, mit Wohnmobilen, Wohnwagen und Dachzelten.
- Ein Dachzelt darf man auf den meisten Campingplätzen zur normalen Stellgebühr aufstellen.
- In der Camper-Küche ersetzt ein gutes Messer eine halbe Schublade. Pro Person reichen ein Teller, eine Tasse und ein Glas.
- Wer den Wassertank vor der Fahrt nur halb füllt und am Ziel nachtankt, spart spürbar Gewicht.
Kurioses & Rekorde: die schrägsten Fun Facts rund ums Camping
Und jetzt wird’s schräg – das sind die Fakten, die ich am liebsten weitererzähle.
- Es gibt getarnte Wohnwagen, zum Beispiel im Look eines Kühlwagens.
- Der teuerste Reisemobil-Gigant der Welt ist der Marchi Mobile eleMMent Palazzo Superior aus Österreich – rund 3 Millionen Dollar, etwa 14 m lang, bis zu 600 PS und mit ausfahrbarer Dachterrasse („Sky Lounge“).
- Das größte Wohn-Gefährt der Welt ist der „Al Houdaj“ (1990, Abu Dhabi), ein riesiger „Wohnwagen“: 20 m lang, 12 m hoch, 122 Tonnen schwer, mit acht Schlafzimmern samt Bad, vier Garagen und einem 24.000-Liter-Wassertank.
- Der kleinste Wohnwagen der Welt (Guinness) ist der „QTvan“: nur 2,39 m lang und trotzdem mit Einzelbett, Licht, TV, Waschbecken und Wasserkocher.
- Die längste dokumentierte Wohnwagen-Reise (Guinness): 231.288 km in einem VW-Camper zwischen 1976 und 1978 – durch 113 Länder.
- Der größte Wohnmobil-Korso der Welt (Guinness): 868 Fahrzeuge, 2019 im australischen Barcaldine.
- Das schnellste je gemessene Wohnwagen-Gespann (Guinness) erreichte 228,5 km/h – gezogen von einem GMC-Pickup in Kalifornien (2012).
- Der Deutsche Jan Pollnow zog mit einem einzigen Toyota Auris 16 neue Wohnwagen auf einmal über 100 Meter.
- Der Australier Warrick Brant zog einen 735-kg-Wohnwagen aus eigener Muskelkraft in nur 13,59 Sekunden über 50 Meter.
- Das älteste erhaltene Wohnmobil der Welt ist ein Ford Model T Motor Caravan von 1914, mit Holzofen, grünen Samtvorhängen und Schlafplatz für vier.
- Der Caravan Salon Düsseldorf ist die größte Caravaning-Messe der Welt – 2025 mit 270.000 Besuchern aus über 80 Ländern und 810 Ausstellern.
- Das größte Zelt der Welt ist der Khan Shatyr in Astana (Kasachstan): mit Turmspitze 150 m hoch, eröffnet 2010.
- Das höchstgelegene „Camp der Erde“ ist Lager IV am Mount Everest auf rund 7.900 Metern. Es liegt mitten in der „Todeszone“.
- Der Brite Andy Saunders baute mit dem Cramper-Van ein Mini-Wohnmobil von nur gut 1,2 × 1,2 Metern, mit Herd, Waschbecken, Toilette, Tisch und Bett.
Meine eigenen Fakten: aus über 50 Jahren Camperleben
Und weil Fun Facts erst richtig Spaß machen, wenn sie mit eigenen Geschichten gewürzt sind, kommen hier ein paar aus meinem Camperalltag.
- Ich campe seit über 50 Jahren.
- Schon als Kind war ich mit meiner Familie in ganz Europa mit dem Zelt unterwegs.
- Ich gehöre zu den Menschen, die immer dann kontrolliert werden, wenn sie einmal ausnahmsweise die Regeln lasch ausgelegt haben.
- Vor Solaranlage und Lithiumbatterie waren wir immer sehr sparsam beim Stromverbrauch.
- In Großbritannien klebt bei uns ein Spicker mit den Fahrzeugmaßen in Inch im Cockpit.
- Beim Rückwärts-Einparken winkt mich mein Mann ein – das sorgt bei schwierigen Situationen bei Zuschauern für Staunen und bei mir für Schweißausbrüche.
- Ich besuche regelmäßig die Campingmessen Caravan-Salon Düsseldorf und CMT Stuttgart, um Neuheiten zu recherchieren.
- Mit meinem Kastenwagen bin ich in ganz Europa unterwegs, zwischen Südspanien und Nordkap.
- In unserem kurzen Kastenwagen beschränken wir uns aufs Allernötigste und wechseln immer wieder zwischen Stellplatz und Campingplatz.
- Fürs Kaffeekochen unterwegs nutze ich am liebsten ein Herdkännchen auf dem Gasherd. Das spart Platz und Strom.
- Nach der Winterpause passieren auch mir beim Start in die Saison noch kleine Fehler. Es ist eben noch kein Camping-Meister vom Himmel gefallen.
- Ich sitze gern bei Freunden in deren Dethleffs Alpa über 3,5 t und genieße den Blick aus den großen Heckfenstern – und bleibe trotzdem (noch) beim kompakten Kastenwagen.
Skurrile deutsche Camping-Rekorde
- Der größte Campingplatz Deutschlands ist die Grav-Insel bei Wesel am Niederrhein – rund 2,4 Millionen Quadratmeter (60 Hektar) und über 2.000 Stellplätze. Der 1968 gegründete Platz hatte schon Ende der 1970er Jahre rund 1.000 Stellplätze und zählt heute zu den zehn größten der Welt. Informationen zum Camping Erholungszentrum Grav-Insel*
- Der Naturcampingplatz Am Strand in Ückeritz auf Usedom zieht sich 4,5 km an der Ostsee entlang und zählt zu den größten Plätzen Ostdeutschlands – zu DDR-Zeiten war er mit bis zu 7.500 Stellplätzen und 65.000 Gästen pro Saison sogar der größte Campingplatz des Landes und galt in den 1970ern zeitweise als größter Europas. Informationen zum Naturcampingplatz „Am Strand“ Ückeritz*
- Hinter der Grav-Insel folgen als weitere Riesen der Campingpark Gohren am Bodensee (rund 1.783 Stellplätze) und der Nordsee-Campingplatz Schillig (rund 1.712 Stellplätze). Informationen zum Camping Park Gohren am See*, Informationen zum Nordsee-Campingplatz Schillig*
- Camping boomt: Deutschlands Campingplätze melden Jahr für Jahr neue Übernachtungsrekorde.
- Der älteste Campingplatz Deutschlands ist nach eigenen Angaben der Camping Berger in Köln-Rodenkirchen. Er wurde 1931 von Jakob Berger direkt am Rhein eröffnet und ist bis heute in vierter Generation in Familienhand. Ich stelle ihn ausführlich in meinem neuen Reiseführer* vor.
- Deutschlands größtes Bulli-Festival, das Midsummer Bulli Festival auf Fehmarn, zog zuletzt rund 45.000 Besucher und 612 Bullis an.
Berühmte Camper-Promis
Camping ist längst nicht nur was für uns normale Reisende. Auch so manche berühmte Persönlichkeit liebt das Leben auf Rädern.
- Hollywoodstar Matthew McConaughey besitzt gleich mehrere Airstreams – seinen ersten taufte er „Canoe“; zeitweise wohnte er vier Jahre darin und führte zwei Jahre seine Produktionsfirma von dort aus.
- Tom Hanks nutzte fast 25 Jahre lang einen Airstream von 1992 als Rückzugsort am Filmset – unter anderem bei Dreharbeiten zu „Forrest Gump“ und „Apollo 13“.
- Zu den prominenten Airstream-Besitzern zählen auch Johnny Depp, Sean Penn, Brad Pitt, Sandra Bullock, Steve Carell, Colin Farrell und Denzel Washington.
- Auch Musiker wie Eddie Vedder (Pearl Jam), Billie Joe Armstrong (Green Day) und Kate Pierson (B-52s) sind prominente Airstream-Nutzer.
- Als bekennende Camping-Fans gelten auch Orlando Bloom (Dachzelt), Chris Hemsworth (australischer Outdoor-Wohnwagen), Zac Efron (Sprinter-Campingbus) und Ian Somerhalder (Luxusliner).
- Die Kelly Family lebte in ihren Anfangsjahren als Straßenmusiker jahrelang in Fahrzeugen. Ihr Wahrzeichen war ein roter englischer Doppeldeckerbus (ein Bristol Lodekka): unten Wohnraum, oben eine mobile Bühne.
- Ex-Formel-1-Fahrer Ralf Schumacher ist bekennender Camping-Fan und entwickelte mit dem Hersteller Robeta seinen eigenen Luxus-Campingbus. Die „Schumacher Edition“ (rund 308.000 Euro) hat sogar eine Spülmaschine, einen Weinkühlschrank und einen speziellen Platz für das Hundebett seiner Hündin Lilly.
- Und auch im Film kommen Campingfahrzeuge vor. In der US-Anwaltsserie Petrocelli (1974–1976) wohnte Anwalt Tony Petrocelli mit seiner Frau in einem Wohnwagen auf dem eigenen Baugrundstück. Das Haus wurde allerdings nie fertig. Er fuhr in der Serie einen alten Pickup.
Camping-Sprache & Begriffe: das kleine Camper-Wörterbuch
Zum Schluss noch ein bisschen „Camper-Deutsch“. Damit ich und Du am Stellplatz mitreden können.
- Ein Wohnmobil hat Motor und Wohnbereich in einem Fahrzeug. Ein Wohnwagen wird von einem separaten Pkw gezogen und bleibt am Urlaubsort stehen.
- „Womo“ ist die verbreitete deutsche Kurzform für Wohnmobil. analog dazu „Wowa“ für Wohnwagen.
- Wohnmobile werden nach Bauart unterschieden: Kastenwagen, Alkoven, Teilintegrierte und Vollintegrierte.
- Ein „Alkoven“ ist die Nase über dem Fahrerhaus mit einem festen Bett. Er gab einer ganzen Wohnmobil-Klasse ihren Namen.
- Eine „Absetzkabine“ (auch Wohnkabine) ist ein Wohnaufbau, den man auf einem Pick-up befestigt (aufsetzt). Nach dem Absetzen lässt sich das Fahrzeug wieder normal nutzen.
- Ein „Vorzelt“ ist ein an Wohnwagen oder Wohnmobil angebautes Zelt. Es sorgt für mehr Wohnraum bei längeren Aufenthalten.
- Autark zu stehen heißt, sich unterwegs selbst zu versorgen und unabhängig von externem Strom, Wasser und Toilette zu sein.
- Die Aufbau- oder „Bordbatterie versorgt den Wohnbereich mit Strom. Sie ist von der Starterbatterie des Fahrzeugs getrennt, die man zum Fahren benötigt.
- Landstrom ist der Anschluss ans Stromnetz des Platzes – meist über den blauen CEE-Campingstecker (16 Ampere).
- Grauwasser ist das Abwasser aus Spüle und Dusche, Schwarzwasser das aus der Toilette. Beides wird getrennt entsorgt.
- In vielen Campern wird eine Kassettentoilette verwendet. Sie verfügt über eine herausnehmbare WC-Kassette mit Sanitärzusatz.
- An der Ver- und Entsorgungsstation tankt man Frischwasser und entleert Grau- und Schwarzwasser und entsorgt die Toilette.
- Ein Stellplatz ist ein reiner Übernachtungsplatz fürs Wohnmobil (oft ohne Sanitärgebäude). Ein Campingplatz bietet dagegen die volle Infrastruktur und ist auch für Camper mit Zelt oder Wohnwagen geeignet.
- Freistehen heißt, außerhalb offizieller Plätze zu übernachten. Die Grenze zum verbotenen „Wildcampen“ ist fließend und je nach Land unterschiedlich.
- Boondocking (frei stehen ganz ohne Strom und Wasser) geht auf das Tagalog-Wort bundok („Berg“) zurück, das US-Soldaten zu „boondocks“ (Hinterland) machten.
- Ein „Snowbird“ ist ein Camper, der den Winter im warmen Süden verbringt und im Sommer heimkehrt. Ein „Full-Timer“ lebt das ganze Jahr im Camper. Die Begriffe werden eher im englischsprachigen Raum verwendet.
- Den Hashtag „#vanlife“ prägte 2011 der Amerikaner Foster Huntington, als er seinen Job kündigte und in einen VW-Bus zog.
- Glamping ist ein Kofferwort aus glamorous und camping – es steht seit 2016 im Oxford English Dictionary.
- „Bulli“ ist vermutlich die Kurzform von „Bus und Lieferwagen“ – eigentlich sollte der VW-Transporter „Bully“ heißen, doch der Traktorhersteller Lanz (Lanz Bulldog) legte sein Veto ein.
Und jetzt bist Du dran!
Puh – 130 Fakten, und ich hätte glatt noch weitergemacht. Aber irgendwann ruft ja auch wieder die Straße.
Welcher Fakt hat Dich am meisten überrascht? Und kennst Du noch welche, die hier unbedingt reingehören? Schreib’s mir gern in die Kommentare. Ich sammle nämlich weiter.
* Als Mitglied des Amazon-Partnerprogramms und anderer Programme verdiene ich an qualifizierten Käufen, die Du über meine Links zu den Shops tätigst. Du unterstützt mich damit – vielen Dank!
Hier schreibt Katja Hein – Journalistin und seit über 50 Jahren begeisterte Camperin. Mit meinen ausführlichen Wohnmobil-Reiseberichten, Camping-Erfahrungen und Routen zum Nachfahren entdeckst Du neue Reiseziele für den Urlaub mit Wohnmobil zwischen Südspanien & Nordkap. Dazu bekommst Du Unterstützung bei der Suche nach Deinem Traumfahrzeug.