Aktualisiert am 10. Juni 2026
Die Ardèche mit dem Wohnmobil gehört zu den großen Geheimtipps Südfrankreichs – und sie ist eines jener Reiseziele, die überraschen und faszinieren. Hier gibt es dramatische Schluchten, türkisfarbenes Wasser, uralte Höhlen und malerische Dörfer, die wirken, als wäre die Zeit stehengeblieben. Dazu kommen viele kurvenreiche Landstraßen mit Aussicht, ruhige und lebendige Ecken und eine entspannte Campingkultur.
Hier kann man richtig die Seele baumeln lassen.
Inzwischen waren wir schon mehrfach und zu verschiedenen Jahreszeiten in und um die Gorges de l’Ardèche mit dem Wohnmobil unterwegs. Jedes Mal haben wir neue Ziele entdeckt.
Ich zeige und beschreibe Dir in diesem Beitrag eine Wohnmobil-Tour durch die Region Ardèche, die Du so auch nachfahren kannst – mit Zielen und Geheimtipps, die wir unterwegs entdeckt haben.
Warum die Ardèche mit dem Wohnmobil?
Die Ardèche ist ein Département im Südosten Frankreichs, zwischen dem Zentralmassiv und dem Rhônetal. Sie ist nicht Monaco oder die Côte d’Azur, aber sie verfügt über eine gute Infrastruktur für Besucher und gleichzeitig über viele charmante einsame Ecken. Und genau das macht sie so besonders.
Bereits bei der Anfahrt mit dem Wohnmobil in Richtung ersten Stellplatz kommt bei uns Freude auf. Schon mehrfach haben wir die Ardèche besucht. Hier ist nach unserer Meinung eine der schönsten Regionen in Südfrankreich. Eine Hauptattraktion ist die tiefe Schlucht mit türkisgrünem Fluss. Immer wieder kann man grandiose Blicke darauf von der Straße und mehreren Aussichtspunkten erhaschen. Aber dazu kommt noch mehr.
Rund um die spektakuläre Gorges de l’Ardèche liegt eine karge und wilde Landschaft. Wir lieben die Kalkfelsen, Lavendelfelder und kleinen Dörfer aus Naturstein. Höhepunkt ist am Rand der Schlucht der berühmte Pont d’Arc, ein natürlicher Felsbogen über dem Wasser.
Ein besonderes Naturerlebnis sind Kanu- und Kajaktouren auf der Ardèche. Dabei geht es durch die Schlucht und eine einzigartige Flusslandschaft mit steilen Felswänden, kleinen Wildwasserpassagen sowie Bootsrutschen. Kanuverleihe gibt es in Vallon-Pont-d’Arc und auch sonst an verschiedensten Orten.
In der Region bieten sich aber auch gute Möglichkeiten zum Wandern, Radfahren oder für abwechslungsreiche Motorradtouren. Ganz andere Abenteuer ermöglichen die verschiedenen Höhlen rund um die Ardèche. Hier haben sich sehr verschiedene Höhlen gebildet, die zum Eintauchen in die Unterwelt einladen. In einigen haben Menschen vor vielen tausend Jahren einzigartige Kunstwerke hinterlassen.
Dazu gibt es schöne Campingplätze direkt am Fluss und verschiedene Wohnmobil-Stellplätze.
Mit dem Wohnmobil hast Du hier einen echten Vorteil, denn Du kannst die Region auch jenseits der Hauptstrecke intensiv erkunden. Viele der schönsten Orte liegen abseits der Hauptstraßen. Wenn es voll ist, findest Du nur ein paar Kilometer weiter eine ruhige Ecke. Du kaufst morgens frische Melonen auf dem Markt oder parkst abends den Camper mit Blick auf malerische mittelalterliche Orte auf einem kleinen Wohnmobil-Stellplatz.
Ein paar Fakten vorab für Deine Wohnmobiltour durch die Ardèche
- Beste Reisezeit Ardèche mit Wohnmobil: Die besten Monate für eine Tour mit dem Camper sind Mai, Juni und September. Im Juli und August ist die Ardèche sehr gut besucht; die Campingplätze am Fluss sind voll, die Gorges de l’Ardèche verstopft und es wird extrem heiß. Wir waren aber auch schon im April und Oktober an der Ardèche. Das war ebenfalls reizvoll.
- Anreise aus Deutschland: Von Stuttgart oder München sind es rund 8–10 Stunden. Die beliebteste Strecke führt über Lyon. Von weiter im Norden fährt man eher über Metz. Die Region eignet sich durch die Lage und die gute Erreichbarkeit als Etappenziel auf dem Weg nach Südfrankreich. Wir nutzen aus Südwestdeutschland die Strecke über Mühlhausen, das Jura und Lyon für die Anfahrt.
- Straßen an der Ardèche: Vorsicht mit größeren Wohnmobilen – die Straßen durch die Schluchten und zu den Dörfern sind teilweise eng und kurvenreich. Mit einem kompakten Kastenwagen bist Du klar im Vorteil. Auch mit einem Wohnmobil bis 7 Meter Länge hast Du eigentlich keine Schwierigkeiten. Allerdings gibt es höhenbeschränkte Strecken und Straßen und Brücken mit Gewichtsbeschränkung.
- Campingplätze und Stellplätze rund um die Ardèche: In der ganzen Region gibt es eine große Auswahl an Campingplätzen* und Wohnmobilstellplätzen. So hast Du als Camper verschiedene Möglichkeiten zu übernachten.
Nützlich für Deine Reise ist auch meine Wohnmobil-Packliste.
Auf meiner Empfehlungsseite* findest Du die Ausstattung, die meine Leserinnen und Leser am meisten interessiert.
Die Wohnmobil-Route durch die Ardèche im Überblick
Diese Rundtour durch Frankreich lässt sich auch mit Abstechern prima in 5 bis 7 Tagen fahren. Sehr gerne wird von Besuchern Vallon-Pont-d’Arc, das als Tor zur Gorges de l’Ardèche gilt, als Ausgangspunkt gewählt, da es hier eine sehr gute Infrastruktur für Camper und vor allem auch Bootsfahrer gibt.
Ich empfehle den Einstieg im kleinen Ort Aiguèze, der am Eingang der Gorges liegt. Hier ist es herrlich entspannt. Dadurch kann man sich wunderbar auf die Region einstimmen. Es hat uns hier so gut gefallen, dass wir einfach ein paar Tage geblieben sind und hier auch die Tour beendet haben, bevor wir uns mit unserem Wohnmobil auf den Rückweg machten.
Allerdings solltest Du vorher alle Vorräte auffüllen und das Wohnmobil ver- und entsorgen, denn es gibt wenig Infrastruktur und man bleibt sehr gerne etwas länger.
Überblick Wohnmobil-Tour Ardèche durch Südfrankreich
Dauer Wohnmobil-Tour: 5–7 Tage, Du kannst aber auch 1 bis 2 Wochen unterwegs sein.
Fahrprofil: entspannt, immer wieder kleine und kurvige Straßen
Beste Reisezeit: April–Juni & September–Oktober
Wohnmobil-Route Ardèche auf einen Blick
Aiguèze → Gorges de l’Ardèche → Vallon-Pont-d’Arc → Grotte Chauvet 2 → Ruoms → Pradons → Balazuc → Vogüé → Aubenas → Oppidum de Jastres → Alba-la-Romaine → Aubignas → Saint-Montan → zurück nach Aiguèze
Aiguèze – das Dorf am Ende der Welt (oder am Anfang)
Am südlichen Ausgang der Gorges, direkt dort, wo die Ardèche in die Rhône mündet, liegt Aiguèze. Wir sind wegen des naturnahen Stellplatzes hierher gefahren. Das Dorf oberhalb der Ardèche hat mich sofort in seinen Bann gezogen und wir sind länger geblieben als ursprünglich geplant.
Aiguèze gehört zu den offiziell schönsten Dörfern Frankreichs (Les Plus Beaux Villages de France) – und man versteht sofort, warum. Es gibt enge, gepflasterte Gassen, Mittelalter-Türme, kleine Geschäfte, ein gemütliches Café unter alten Bäumen und einen magischen Blick über den Fluss. Das Dorf thront auf einem Felsen hoch darüber.
Mein Tipp: Plane einen halben Tag ein, schau Dir den alten Tour du Garde an, werfe einen Blick in die Kirche, gehe zum Aussichtspunkt hinauf, mache eine Weinprobe, besuche die kleinen Geschäfte und Ausstellungen der Künstler und setz Dich in das Bistro. Mich hat die Stimmung verzaubert.
Wir haben beim Winzer im Ort auch sehr guten Wein gekauft.
Ardèche-Camper-Tipp Aiguèze
Den offiziellen Parkplatz und den angrenzenden Wohnmobil-Stellplatz gibt es am Ortseingang direkt neben den Weinbergen. Von dort geht man zu Fuß hinein ins Dorf. Die Altstadt selbst ist zu eng für Fahrzeuge. Du kannst den Ort vom Stellplatz aus in einer Stunde gut erkunden, aber auch mehr Zeit verbringen.
- Parking du Giet: sehr schöner Naturstellplatz für Wohnmobile mit alten Bäumen und Blick auf Weinberge und Dorf. Hohe und lange Fahrzeuge haben allerdings Schwierigkeiten beim Rangieren und einen passenden Platz zu finden. Es gibt eine sehr saubere Toilette (Naturtoilette), kein Wasser und auch keine Ver- und Entsorgung. Bei unserem Besuch haben neben Wohnmobilen auch Minicamper und Dachzelte übernachtet. Am Morgen kommt jemand aus der Gemeinde, um die Gebühr zu kassieren.
Saint-Martin-d’Ardèche – Einstieg ins Abenteuer
Bevor die Schlucht beginnt, gibt es am nördlichen Ende der Gorges noch einen Ort, der oft übersehen wird: Saint-Martin-d’Ardèche. Das Dorf liegt gegenüber von Aiguèze direkt am Fluss. Hier befinden sich verschiedene Campingplätze. Es ist ruhig und grün. Dazu kommen sanfte Uferbereiche, die zum Baden einladen.
Kleinere Wohnmobile mit mutigen Fahrern nehmen von Aiguèze aus die Hängebrücke ans andere Ufer der Ardèche. Diese ist bis 12 Tonnen und 2,70 Meter Breite zugelassen (vor und nach der Brücke befinden sich ebenfalls Engstellen). Wer sich das nicht zutraut, fährt einfach ein Stück weiter bis zur großen Landstraße und erreicht das nächste Ziel über gut ausgebaute Straßen.
Wir sind mit unserem Kastenwagen schon mehrfach über diese Brücke gefahren. Ein wenig Nervenkitzel ist immer dabei. Der Verkehr wird über eine Ampelschaltung geregelt. Nach der Überquerung geht es ziemlich eng um die Kurve und durch eine schmale Straße.
Wir mögen Saint-Martin. Es ist weniger touristisch als Vallon-Pont-d’Arc, aber trotzdem recht gut ausgestattet und ein guter Ausgangspunkt, um die Schlucht und die Region zu erkunden. Es gibt Bäcker, ein paar Restaurants und kleine Supermärkte. Da der Fluss hier breit und flach ist, sind die Uferbereiche beliebt bei Familien und allen, die einfach mal die Füße ins Wasser halten wollen. Wir haben auch schon in Saint-Martin-d’Ardèche übernachtet. Für einen Kurzbesuch parkt man das Wohnmobil auf den langen Parkplätzen am Fluss am Quai des Pescadous.
Camper-Tipp Saint-Martin-d’Ardèche
In und um Saint-Martin-d’Ardèche gibt es mehrere gut gepflegte Campingplätze. Beliebt ist unter anderem der Camping Huttopia Le Moulin*. Der Camping municipal Mon Village de St. Martin d’Ardèche wird inzwischen als Wohnmobil-Stellplatz von der Organisation Camping-Car-Park betrieben. Zwischen April und September sind die Sanitäranlagen geöffnet.
- Wohnmobil-Stellplatz Saint-Martin-d’Ardèche: 2 Chem. la joyeuse, 07700 Saint-Martin-d’Ardèche, Frankreich
- Empfehlenswerte Campingplätze im Ort sind der Camping Huttopia Le Moulin* und der Camping Le Pontet*. In der Hochsaison sollte man hier besser reservieren.
Fahrt durch die Gorges de l’Ardèche – eine der schönsten Schluchten Europas
Die Gorges de l’Ardèche ist das Herzstück der Region. Auf rund 30 Kilometern hat sich der Fluss Ardèche tief in die Kalksteinfelsen gegraben – die Wände steigen bis zu 300 Meter senkrecht auf. Die Panoramastraße (D 290) entlang des Schluchtrandes gehört zu unseren Lieblingsstraßen in Frankreich.
Die tiefe Schlucht, durch die sich der türkisgrüne Fluss windet, ist spektakulär. Immer wieder kann man darauf grandiose Blicke von der Straße und mehreren Aussichtspunkten erhaschen. Die Belvédère de Gaud, Belvédère du Ranc Pointu oder Belvédère du Serre de Tourre bieten atemberaubende Ausblicke. Halte unbedingt an jedem an. Es lohnt sich.
Beim Balcon du canyon des Templiers hat man einen wunderbaren Blick auf eine enge Flussschleife tief unten in der Schlucht. Wie Spielzeugfiguren in Miniatur sehen die Paddler aus, die durch Stromschnellen fahren oder die Boote für eine Pause auf den breiten Strand ziehen.
Vor und nach dem Pont d’Arc Ardèche gibt es einfache Campingplätze direkt am Fluss.
Wir sind schon mehrfach über die Panoramastraße gefahren. Beim letzten Urlaub waren wir am frühen Morgen fast ganz alleine. Später kommen andere Fahrzeuge, Motorräder und Fahrräder dazu.
Wichtig für Wohnmobil-Fahrer: Die Panoramastraße ist für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen sowie für Fahrzeuge über einer bestimmten Länge teilweise gesperrt oder eingeschränkt. Prüfe vorab, ob Dein Fahrzeug passt. Mit einem kompakten Kastenwagen gibt es keine Probleme. Alternativ kannst Du Vallon ein Stück bis zum Belvédère du Serre de Tourre fahren und den Ausblick in die Schlucht genießen. Hier fahren auch Busse.
Ziele unterwegs an der Gorges de l’Ardèche
- Grotte de Saint-Marcel: Der Besuch der Tropfsteinhöhle hat uns gut gefallen. Besonders die bunt angeleuchteten, gestuften Wasserbecken im Inneren haben mich tief beeindruckt. Die Höhle ist von Anfang April bis Ende Oktober geöffnet. Der Besuch erfolgt mit einer geführten Tour. Etwas Besonderes sind die Ton- und Lichtanimationen.
- Grotte de la Madeleine: Der Zugang zur von Grundwasser geformten Höhle befindet sich hoch über der Ardèche. Es handelt sich um zwei übereinanderliegende Höhlen, die durch einen Tunnel verbunden sind. Sie können bei einer einstündigen Führung besichtigt werden. Stalagmitten, Stalaktiten, Säulen, riesige Vorhänge und große Hallen sind zu sehen und werden bei einer Ton- und Lichtshow in Szene gesetzt. Auffällig ist die große Farbvielfalt. Für ausländische Gäste gibt es Audioguides in acht Sprachen.
- Pont d’Arc Ardèche: Der Felsbogen über den Fluss mit 54 Metern Breite und 34 Metern Höhe ist einfach beeindruckend. Frühmorgens, wenn noch kein Mensch da ist und das Licht stimmt, ist es besonders schön. Das Gelände rund um die Attraktion wurde neu angelegt. Vom Parkplatz Parking Belvédère, auf dem auch Wohnmobile parken können, erreicht man einen Aussichtspunkt neben der Straße, von dem man einen besonders schönen Blick hat. Nur ein kurzes Stück weiter befindet sich der Zugang zum kleinen Strand am Felsbogen. Hier sitze ich gerne und genieße den Blick und die Atmosphäre. Früher war hier ein Campingplatz, auf dem wir mehrfach übernachtet haben.
Vallon-Pont-d’Arc – das offizielle Tor zur Ardèche
Vallon-Pont-d’Arc ist ein beliebter Urlaubsort und eignet sich gut als Basis, um die weitere Region zu erkunden. Der Ort selbst ist kein Schönheitspreis-Gewinner. Er ist eher ein funktionaler Touristenort mit vielen Campingplätzen, Kanuverleihern, mehreren Wohnmobilstellplätzen und Restaurants. Dazu kommen verschiedene Spezialitätengeschäfte, Bäckereien, Eisläden, Andenkenläden und Boutiquen.
Die Lage direkt am Eingang der Gorges ist perfekt. Hier gibt es einen Wochenmarkt am Dienstag und Samstag und eine gute Infrastruktur. Auf dem Platz im Zentrum kann man herrlich in einem der Cafés sitzen und die südfranzösische Atmosphäre genießen.
Highlights in Vallon-Pont-d’Arc
- Pont d’Arc: Wer von hier aus die berühmte Naturbrücke Pont d’Arc sehen will, kann diese zu Fuß über einen Fußweg neben der Straße in rund 20 Minuten erreichen. Einen besonders guten Blick gibt es vom Aussichtspunkt an der Straße hinter dem Bogen. Alternativ gibt es einen kostenfreien Shuttlebus. Oder man nutzt einen der kostenpflichtigen Parkplätze für den Besuch (oben beschrieben). Der Parking Belvédère verfügt über Parkplätze, die groß genug sind für Wohnmobile. Ich mag sehr gerne die Strände vor und hinter dem Bogen.
- Kanu- und Kajaktouren: Vallon-Pont-d’Arc ist der ideale Ausgangspunkt, um die Gorges de l’Ardèche vom Fluss aus zu erkunden. Es gibt verschiedene Organisationen, die Touren anbieten. Darunter sind kurze und lange Strecken mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Entweder Du parkst das Wohnmobil beim Anbieter oder startest direkt vom Campingplatz. Am vereinbarten Treffpunkt wirst Du wieder eingesammelt und zurückgebracht. Auch Dein eigenes Boot kannst Du gut bei Vallon-Pont-d’Arc ins Wasser setzen. Ideal ist ein Packraft. Du kannst bis zu dem kleinen Strand hinter dem Pont d’Arc fahren und dann mit dem Boot im Rucksack wieder mit dem Shuttle zurückfahren.
- Aven d’Orgnac: Nicht weit von Vallon-Pont-d’Arc entfernt befindet sich die außergewöhnliche Tropfsteinhöhle Aven d’Orgnac. 700 Stufen geht es dabei in die Tiefe.
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- Breite: 78 cm
- Gewicht: 20,3 kg
- Maximalbelastung: 210 kg
Tipp für Camper Vallon-Pont-d’Arc
Mehrere Campingplätze liegen direkt am Fluss und nur wenige Minuten zu Fuß vom Ortszentrum entfernt. Im Frühjahr und Herbst sind sie noch recht ruhig und erschwinglich. Im Sommer empfiehlt sich eine Vorausbuchung. Wir haben bei unserem letzten Besuch um Ostern auf dem Camping de l’Ardèche* – Vallon-Pont-d’Arc übernachtet. Das ist ein sehr einfacher Campingplatz auf der anderen Flussseite. Bis ins Zentrum haben wir etwa 25 Minuten zu Fuß gebraucht.
- Camping de l’Ardèche – Vallon-Pont-d’Arc: 100 Chem. de la Plage, 07150 Salavas, Frankreich. Weitere Informationen zum Campingplatz*
- Komfortablere Campingplätze im Ort sind der Camping Sandaya La Roubine* oder der Camping Vieux Vallon*. Beide Campingplätze sind sehr beliebt. Deshalb ist eine Reservierung sinnvoll, vor allem in der Hochsaison.
Abstecher zur Grotte Chauvet 2: die ältesten Höhlenmalereien der Welt
Nur wenige Kilometer von Vallon-Pont-d’Arc entfernt liegt die Grotte Chauvet 2, eine maßstabsgetreue Rekonstruktion der Originalgrotte. Diese wurde erst spät entdeckt und ist wegen ihrer Empfindlichkeit für die Öffentlichkeit nicht zugänglich.
Die originale Grotte wurde zufällig entdeckt und enthält Malereien, die über 36.000 Jahre alt sind – die ältesten bekannten Höhlenmalereien der Welt. Wisente, Nashörner, Mammuts, Löwen und Pferde sind mit einer Lebendigkeit und Ausdruckskraft gezeichnet, die einem den Atem verschlägt. Die Qualität der Malereien ist außergewöhnlich. Die Entdeckung hat das Bild der Menschen aus der Steinzeit revolutioniert. Der originalgetreue Nachbau ist technisch beeindruckend gemacht und entspricht absolut dem Original.
Plane mindestens 2 bis 3 Stunden für den Besuch ein. Mit einer kleinen Gruppe gehst Du auf einem angelegten Weg durch die „Höhle“. Ein deutscher Audioguide erklärt, was Du siehst. Du kannst auch immer wieder stehenbleiben und wirst nicht gedrängelt. Das Gelände ist weitläufig. Es gibt Vorführungen und mehrere Museen. Das Selbstbedienungsrestaurant ist erstaunlich gut. Wir haben hier einen ganzen Nachmittag verbracht.
Der Eintritt ist nicht günstig, aber jeder Cent ist es wert. Ich war sehr beeindruckt. Wir waren in der Nebensaison an einem Wochentag da und hatten Glück, Karten zu bekommen. Wenn Du sichergehen willst, solltest Du über die Website oder die Touristeninformation Deinen gewünschten Timeslot reservieren und mindestens 30 Minuten davor da sein.
Gut für Camper: Direkt neben dem Besucherzentrum gibt es einen großen Parkplatz, auf dem man problemlos auch mit größerem Wohnmobil parkt. Übernachten ist dort aber nicht gestattet.
- Grotte Chauvet 2: 4941 Route de Bourg St. Andéol, 07150 Vallon-Pont-d’Arc, Frankreich
Ruoms – Marktstadt mit mittelalterlichem Kern
Ruoms in der mittleren Ardèche ist ein kleines Städtchen mit gut besuchtem Wochenmarkt und einer hübschen Altstadt. Hier kann man sehr gut einkaufen, aber auch sonst lohnt sich ein Zwischenstopp. Die kleine Altstadt ist von einer fast vollständig erhaltenen mittelalterlichen Stadtmauer mit Rundtürmen umgeben, die man bei einem kurzen Spaziergang erkunden kann. Das Stadttor (Porte de la Saboterie) ist eines der schönsten in der Region.
Der Wochenmarkt am Samstag ist einer der belebtesten der Ardèche. Obst, Gemüse, Käse, Honig, Lavendelprodukte – hier bekommt man alles, was man für entspannte Tage im Wohnmobil braucht. Der Besuch lohnt sich auch als reines Markterlebnis. Dazu kommt eine quirlige kleine Fußgängerzone mit Boutiquen, Andenkenläden und Restaurants.
Im Sommer ist Ruoms Knotenpunkt für Kanu-Urlauber. Viele Touren auf der Ardèche enden hier oder in der Nähe. Der Fluss ist breit und ruhig. Rund um Ruoms gibt es mehrere gut ausgestattete Campingplätze, die auch für größere Wohnmobile geeignet sind.
Wir haben uns in Ruoms sofort wohlgefühlt und waren sehr positiv überrascht. Das kleine mittelalterliche Zentrum ist wirklich malerisch. Hier haben wir bei der Künstlerkooperative mehrere sehr schöne Andenken eingekauft. Ein Höhepunkt war auch das Mittagessen im Restaurant La Fringale à Ruoms (hinter der Touristeninformation). Das Essen war sehr gut und die Portionen riesig. Allerdings muss man in dem Familienbetrieb viel Zeit mitbringen, denn das Lokal ist auch bei Einheimischen beliebt und dementsprechend gut besucht.
Ardèche-Camper-Tipp Ruoms
Der Camping de Mon Village de Ruoms wird inzwischen als Wohnmobil-Stellplatz von der Organisation Camping Car Park betrieben. Er liegt an der Ardèche, ist bei Campern sehr beliebt und bietet Ver- und Entsorgung und Stromanschluss. Die Sanitäranlagen sind in der Hochsaison geöffnet. Mit dem Camper darf man in Ruoms auch auf dem großen Platz im Zentrum (Place du Gaule) kostenlos parken und übernachten. Am Stadtrand gibt es ein Restaurant, das bei Einkehr die Übernachtung auf dem Parkplatz anbietet. Auf der anderen Flussseite befinden sich zwei Campingplätze.
- Wohnmobil-Stellplatz Camping de mon Village (Camping-Car-Park): 9 All. du Stade, 07120 Ruoms, Frankreich
- Wer in Ruoms lieber auf den Campingplatz gehen will, dem empfehle ich den Camping Le Petit Bois*.
Ardèche-Geheimtipps Ruoms
- Abstecher nach Labeaume: Nach der Überquerung der Brücke über die Ardèche geht es links und dann den Berg hinauf und über eine schmale Straße weiter. Der kleine und verwunschene Ort Labeaume hat eine spektakuläre Lage in einer kleinen Schlucht und liegt etwas abseits der touristischen Hauptrouten am Fluss La Baume. Viele der Häuser sind verlassen. Bei unserem Besuch waren ein kleines Geschäft und das Café geöffnet. Ein Highlight sind die Furt, der Strand und verschiedene Badeplätze. Achtung, es gibt eigentlich fast keine für Wohnmobile geeigneten Parkplätze. Wir haben auf einem Grünstreifen oberhalb des Ortes geparkt. In den Sommermonaten ist die Zufahrt für Wohnmobile sogar ganz verboten.
- Fahrt entlang der Les Défilés de Ruoms: Wenn man nach der Brücke rechts abbiegt, führt die schmale Straße direkt neben dem Fluss durch eine Schlucht. Zur Ardèche hin geht es mehrere Meter senkrecht hinunter. Es besteht eine Höhenbeschränkung von 3,10 m, da die Straße zum Teil in den Felsen hineingeschlagen wurde. An der Engstelle wird der Verkehr durch eine Ampel geregelt. Anhalten für Fotos ist allerdings nicht möglich. Uns hat die Fahrt viel Spaß gemacht. Wir sind bis zum nächsten Ort Bellevue gefahren und dann wieder zurück.
Pradons – das stille Dorf mit Campingplätzen
Pradons ist ein kleines, ruhiges Dorf, das kaum auf der Touristenlandkarte auftaucht und genau deshalb einen besonderen Reiz hat. Das Dorf selbst ist in wenigen Minuten durchlaufen. Es gibt ein paar alte Steinhäuser, eine romanische Kirche, eine Handvoll Einwohner und ein Restaurant an der Durchgangsstraße.
Aber die Lage ist Gold wert. Pradons liegt unmittelbar am Ufer der Ardèche, mit einem breiten Kiesstrand, der im Sommer zum Schwimmen und Picknicken einlädt. Das Wasser ist hier noch ruhig, die Strömung überschaubar.
Ardèche Wohnmobil-Geheimtipp
Was Pradons für Camper besonders interessant macht: Der Ort hat zwei schöne Campingplätze mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis und einer entspannten Atmosphäre, die weit von der Hochsaison-Hektik anderer Flussplätze entfernt ist. Auf dem Camping Ardeche Les Coudoulets* oder dem Camping du Pont* – Pradons, Ardèche – kann man einen perfekten Pausentag verbringen: Buch aufschlagen, ins Wasser springen, Abend genießen und mit dem Fahrrad die Via Ardèche (siehe unten) in beide Richtungen erkunden.
Wir haben bei unserem letzten Besuch den Camping du Pont genutzt und uns sehr wohl gefühlt. Die Sanitärgebäude sind frisch saniert, es gibt ein kleines beheiztes Schwimmbad und eine Bar. Allerdings sind die Zufahrten zu den Stellplätzen sehr eng. Das muss man bei der Platzwahl beachten. Der andere Campingplatz war noch geschlossen. Den wollen wir das nächste Mal ausprobieren. Er punktet mit noch mehr Ausstattung und einem direkten Zugang zur Ardèche.
- Camping du Pont: 225 A route du Chem. du Cirque de Gens, 07120 Pradons, Frankreich, weitere Informationen*
- Camping Ardeche Les Coudoulets: 120 Chem. de l’Ardèche, 07120 Pradons, Frankreich, weitere Informationen*
Balazuc – malerischer Ort über dem Fluss Ardèche
Auf dem Weg weiter nach Norden entlang der Ardèche lohnt sich auf jeden Fall ein Abstecher nach Balazuc, ebenfalls eines der schönsten Dörfer Frankreichs. Das Dorf klebt wie festgeklebt am Fels über der Ardèche – mit Steinhäusern, die sich die Hänge hinaufziehen, und einem Labyrinth aus Treppen und Gassen.
Balazuc mit seinen mittelalterlichen Häusern, gepflasterten Gassen und Arkaden ist wirklich charmant. Es gibt mehrere kleine Restaurants und Kunsthandwerkerläden. Die Blicke auf den Fluss von der Dorfmauer aus und vor allem auch vom zur Kirche gehörenden Turm gehören zu den besten Aussichten auf dieser Tour.
Sehenswert ist auch das Museum de l’Ardèche. Hier erfährt man mehr über die Entstehung der Region und kann verschiedene Fossilien sehen.
Wir haben einen sehr angenehmen Vormittag im Ort verbracht und sind dabei kreuz und quer durch die engen Gassen gestreift. Tipp: Frühmorgens oder abends hast Du das Dorf fast für Dich. Mittags kommt der Tagestrubel.
Camper-Tipp Balazuc
Am Ortseingang wird der komplette Verkehr auf den großen Parkplatz umgeleitet. Der vordere Parkplatz ist für Wohnmobile gesperrt. Aber auf dem unteren Teil und den Terrassen darüber gibt es für Wohnmobile passende Parkplätze. Allerdings sollte man am Wochenende und in den Sommermonaten den Parkplatz früh genug anfahren, denn die PKWs parken kreuz und quer. Hier dürfen Wohnmobile außerhalb der Saison auch übernachten.
- Parkplatz Balazuc: 158 Le Village, 07120 Balazuc, Frankreich
Vogüé – Burg, Fluss und Bilderbuchdorf
Nur wenige Kilometer flussaufwärts von Balazuc liegt Vogüé, das ebenfalls zu den Plus Beaux Villages de France gehört. Es ist eines der eindrucksvollsten Dörfer der gesamten Tour.
Die Häuser schmiegen sich in eine Felsschlucht, überragt von einem mächtigen Château de Vogüé aus dem 17. Jahrhundert, das fast senkrecht über den Dächern aufsteigt. Darunter findest Du enge Gassen, Arkaden, Steintreppen und einen kleinen Dorfplatz mit Brunnen, der direkt aus einem Postkartenmotiv zu stammen scheint.
Das Schloss und die angrenzenden hängenden Gärten können besichtigt werden (kleiner Eintritt) und bieten einen hervorragenden Blick über das Ardèche-Tal. Die Aussicht von oben – Fluss, Dorf, Weinberge – ist spektakulär.
Am Flussufer unterhalb des Dorfes gibt es eine Badestelle mit flachem Kiesufer. Das Dorf ist beliebt, so ist es nicht nur im Sommer belebt.
Camper-Tipp: Vogüé
Mache nicht wie ich den Fehler und fahre mit dem Wohnmobil in den Ort hinein. Es gibt keine für einen Camper geeigneten Parkplätze, es ist eng und es gibt keine Möglichkeit zu wenden. Bei der ehemaligen Eisenbahnbrücke gibt es einen großen Parkplatz, auf dem auch Wohnmobile stehen können (70 Rue du Pigeonnier, 07200 Vogüé, Frankreich). Nur ein Teil ist höhenbeschränkt. Von hier aus läuft man in etwa zehn Minuten in den Ort. Der nächstgelegene Campingplatz ist der sympathische Camping Les Roches, der auch über einen Pool verfügt. Von hier sind es etwa 20 Minuten zu Fuß bis ins Dorf. Er eignet sich auch hervorragend als Basis für Touren auf der Via Ardèche (siehe unten). Direkt am Fluss und nur ein kleines Stück weiter liegt der gut ausgestattete Camping Les Peupliers* (Vogüé).
- Camping Les Roches: 215 Mnt des Carriers, 07200 Vogüé, Frankreich
Aubenas – die große Stadt der Region
Wer in der Ardèche unterwegs ist, kommt früher oder später durch Aubenas – die mit Abstand größte Stadt der Region, die sich hoch über dem Fluss einen Berg hinaufzieht. Mit rund 12.000 Einwohnern ist sie das Versorgungszentrum für weite Teile des Départements.
In der Altstadt von Aubenas findest Du gepflasterte Plätze, Fachwerkhäuser und das imposante Château d’Aubenas aus dem 12. Jahrhundert, das heute als Rathaus genutzt wird und besichtigt werden kann. Der Blick vom Schlossplatz über das Ardèche-Tal ist beeindruckend. Dazu gibt es viele kleine Geschäfte und Restaurants. Wir waren allerdings an einem Sonntag da und der Ort war sehr verlassen.
Aubenas hat den großen Vorteil, dass man hier alles bekommt: Supermärkte, Baumärkte, Apotheken, Werkstätten – all das, was auf einer längeren Reise irgendwann gebraucht wird.
Der Wochenmarkt am Samstagvormittag ist lebendig und vielfältig. Er erstreckt sich durch die ganze Altstadt. Wer abends in der Stadt essen möchte, findet in der Altstadt eine gute Auswahl an Restaurants und Bistros, darunter auch arabische, afrikanische oder mexikanische Küche.
Ardèche-Camper-Tipp Aubenas
Direkt am Rand der Altstadt gibt es einen großen Parkplatz mit Wohnmobilstellplätzen und Ver- und Entsorgung. Wir haben hier für den Stadtbesuch geparkt. Samstags nutzen ihn auch die Marktbesucher.
- Aire de camping-car Aubenas: 14 Rue des Réservoirs, 07200 Aubenas, Frankreich
- Ein Stück von Aubenas entfernt findest Du den beliebten Camping Le Verger de Jastres* direkt am Fluss.
Oppidum de Jastres – Spaziergang durch die Geschichte
Über die D 259 erreicht man von Aubenas aus über eine kurvige Straße das Oppidum de Jastres. Die keltische Siedlung aus dem 2. und 1. Jahrhundert vor Christus liegt auf dem Hochplateau direkt am steilen Felsabbruch oberhalb der Ardèche. Vom Parkplatz an der Straße führt ein Wanderweg (etwa 30–45 Minuten) hierher.
Zu sehen sind Reste der alten Befestigungsanlagen, die die Stadt gegen das Hochplateau abgetrennt haben. Auf der anderen Seite waren die Bewohner durch den steilen Abbruch geschützt. Sehr beeindruckend, wie die Kelten das Gelände ausgenutzt haben. Von der Abbruchkante hat man einen weiten Blick über das Tal. Dazu kommt eine absolute Ruhe, die man an touristischen Hotspots nicht findet. Wer Geschichte mag und gerne wandert, sollte hier unbedingt halten. Der Eintritt ist frei. Wir haben den kleinen Umweg und die kurze Wanderung gemacht.
Über Lussas und kleine Straßen geht es nach dem Besuch weiter auf die gut ausgebaute N102.
Alba-la-Romaine – Römer treffen Mittelalter
Alba-la-Romaine ist ein weiteres der offiziell schönsten Dörfer Frankreichs und hat eine besondere Dichte an Geschichte.
Das Dorf liegt auf den Ruinen der gallorömischen Stadt Alba Augusta – und dieses Erbe ist überall präsent. Im Dorf selbst gibt es ein gut erhaltenes mittelalterliches Schloss und enge Gassen und Höfe, in denen man sich verlaufen kann. Am Ortsrand befinden sich Überreste des römischen Theaters, das nach und nach freigelegt wird und besichtigt werden kann. Das dazugehörige Museum ist überschaubar, aber informativ. Der Eintritt ist moderat, perfekt für einen halben Vormittag.
Die Kombination aus antiken Ruinen und mittelalterlicher Architektur ist attraktiv. Pariser Künstler und Bildhauer haben sich hier, inspiriert durch die historische Atmosphäre und das Licht der Ardèche, bereits vor vielen Jahren angesiedelt und die Häuser renoviert. Bei unserem Besuch waren die Ateliers allerdings nicht geöffnet. Aber auch so haben wir den Spaziergang genossen. Es gibt einen kleinen Supermarkt, zwei Bäckereien und mehrere Restaurants.
Ardèche-Camper-Tipp Alba-la-Romaine
Am Ortseingang hat die Gemeinde einen kostenlosen Wohnmobil-Stellplatz mit Ver- und Entsorgung eingerichtet, der für eine oder zwei Nächte geeignet ist. Von dort ist das Dorf problemlos zu Fuß erreichbar. Der Platz ist sehr beliebt. Bei unserem Besuch waren alle Plätze besetzt. Der benachbarte einfache Campingplatz war leider geschlossen.
- Aire camping-car d’Alba-la-Romaine: 104 Pinard, 07400 Alba-la-Romaine, Frankreich
Aubignas – der unbekannte Felsen
Auf der Suche nach einem alternativen Übernachtungsplatz haben wir Aubignas angesteuert. Wer auf der Fahrt die Augen offen hält, kann Aubignas bereits von der gut ausgebauten Landstraße aus sehen, ein kleines Dorf, das buchstäblich auf einem Felsen thront.
Aubignas ist einer dieser Orte, über die kein Reiseführer schreibt – und die deshalb so besonders sind. Das Dorf ist winzig, der mittelalterliche Kern weitgehend erhalten und die Aussicht über die Ebene fantastisch. Eine alte Burgruine mit Kirche krönt den Felsgipfel, von dem aus man bei klarem Wetter bis zu den Cevennen schauen kann. Am Eingang gibt es einen alten Brunnen.
Der Ort ist in weniger als 30 Minuten durchlaufen, aber diese 30 Minuten sind es wert. Keine Touristenläden, kein Gedränge – nur Steine, Stille und ein eindrucksvolles Panorama.
Geheimtipp für Camper
Auf dem Parkplatz am Ortseingang von Aubignas hat die Gemeinde eine Ver- und Entsorgung angelegt und diesen als Wohnmobil-Stellplatz gekennzeichnet. Eine öffentliche Toilette, Picknicktische und Mülleimer gibt es auch. Dafür ist eine kleine Spende erwünscht, die man in den Briefkasten beim Rathaus einwerfen soll. Wir haben in Aubignas eine sehr ruhige Nacht mit unserem Camper verbracht und die Atmosphäre und Aussicht sehr genossen.
- Wohnmobil-Stellplatz Aubignas: Von der Zufahrtsstraße vor dem Ortseingang links abbiegen. Es gibt zwei Terrassen, die untere ist gerader und punktet mit einem herrlichen Ausblick. Der Parkplatz ist leider nicht durch ein Schild als Wohnmobil-Stellplatz gekennzeichnet.
Saint-Montan – das wiedergeborene Mittelalter
Kurz bevor die Route wieder in Richtung Rhône dreht, lohnt auch mit dem Wohnmobil ein Abstecher nach Saint-Montan – ein faszinierendes Dorf, das kaum jemand auf dem Radar hat.
Saint-Montan war über Jahrzehnte hinweg ein weitgehend verlassenes Dorf. Ab den 1970er Jahren haben Künstler, Handwerker und engagierte Bürger das mittelalterliche Oberdorf Stein für Stein restauriert – ein beispielhaftes Gemeinschaftsprojekt, das heute als village médiéval ressuscité (wiedergeborenes Mittelalter-Dorf) bekannt ist.
Das Ergebnis ist beeindruckend: Über steile, gepflasterte Gassen gelangt man zum romanischen Priorat und zur Ruine der alten Burg. Diese kann an manchen Tagen besichtigt werden. Entlang des Weges gibt es Werkstätten von Töpfern, Schmieden und Webern, die im Sommer ihre Türen öffnen.
Im Ort gibt es mehrere kleine Bistros und Restaurants. Einen sehr guten Salat haben wir im Café-Restaurant Vintage gegessen. Hier gibt es mittags auch ein festes Mittagsmenü.
Camper-Tipp Saint-Montan
Die Zufahrt für Wohnmobile erfolgt am besten von Bourg-Saint-Andéol aus. Ein nicht sehr großer Parkplatz befindet sich am unteren Ortseingang. Diesen sollte man nutzen, denn danach gibt es keine für Wohnmobile geeigneten Parkmöglichkeiten. Achtung, wir wollten Saint-Montan zuerst von Larnas aus anfahren. Aber die D262 ist zwischen Larnas und Saint-Montan für Fahrzeuge länger als 5,60 Meter und Wohnmobile gesperrt. Die Straße wird in der Schlucht zu eng. Also haben wir den Ort am nächsten Tag von der anderen Seite angefahren.
Nach dem Besuch in Saint-Montan sind wir noch einmal nach Aiguèze zurückgefahren.
Weitere Highlights auf der Route durch die Ardèche
Die Ardèche hält noch mehr bereit, als auf eine Tour passt. Hier ein paar Tipps, die Du je nach Zeit und Interesse einbauen kannst:
- Vals-les-Bains ist ein kleiner Kurort mit thermalen Quellen und einer angenehmen Belle-Époque-Atmosphäre. Er eignet sich gut als Zwischenstopp, wenn Du von Norden kommst. Aber auch sonst lohnt sich der kleine Umweg. Hier gibt es auch einen kleinen kostenfreien Wohnmobil-Stellplatz.
- Die Thermalquellen von Neyrac-les-Bains in der südlichen Ardèche bieten einen entspannten Stopp nach langen Fahrtagen. Der kleine Campingplatz Domaine de la Plage* (2435 route du puy, Neyrac-les-Bains, 07380 Meyras, Frankreich) liegt am Fluss und verfügt über moderne Sanitäranlagen und ein kleines Schwimmbad (nur für Erwachsene, 7 Stellplätze). Von hieraus kann man auch herrlich auf Vulkanpfaden wandern. Zwei Wanderungen starten direkt vom Campingplatz aus. Eine führt in Richtung des Dorfes Meyras, die andere zu einem Vulkan, von dem man einen herrlichen Panoramablick auf Cevennen, Ardèche, Rhonetal, Alpenmassiv und die Hochebene der Ardèche hat.
- Largentière wurde im 11. Jahrhundert gegründet, liegt ein Stück landeinwärts und überrascht mit einer kompakten Altstadt, einer Burg, die die Silhouette prägt, und einem ruhigen, fast unberührten Charme. Hier ist wenig Tourismus, aber viel Authentizität. Im Mittelalter wurde hier Silber (argent) abgebaut, und der Reichtum aus dem Bergbau hat dem Ort eine bemerkenswerte Architektur hinterlassen. Die Altstadt ist kompakt, aber sehr stimmungsvoll: schmale Gassen, gut erhaltene Häuser aus dem 14. und 15. Jahrhundert, eine gotische Kirche und darüber eine Burg, die das Stadtbild dominiert. Der einfache Wohnmobilstellplatz Aire Municipale Largentière (Les Vergnades 46, 07110 Largentière) ist kostenlos und verfügt über eine Ver- und Entsorgung. Von hier aus kann man das Zentrum zu Fuß erreichen.
- Seit 1891 fährt der Dampfzug „Train de l’Ardèche“ durch die wilden Landschaften des Doux-Tals. Der Zug startet vom Bahnhof in Saint-Jean-de-Muzols und bietet die Möglichkeit, die atemberaubende Natur von der Schiene aus zu erleben.
Ardèche mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden
Die Ardèche kann man auch wunderbar mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Die Via Ardèche ist ein 102 km langer Radweg, der auf ehemaligen Eisenbahnstrecken im Herzen der südlichen Ardèche angelegt wurde. Er ist beschildert und verkehrsfrei und kann auch von Wanderern genutzt werden. Immer wieder geht es am Fluss entlang, über Viadukte oder durch Tunnel. Das ist eine gute Möglichkeit, die Landschaft intensiv zu erleben. Zahlreiche Picknickplätze laden zu Pausen unterwegs ein. Der Großteil der Via Ardèche ist befestigt und eben.
Vogüé mit der spektakulären Brücke ist zentraler Punkt des Rad- und Fußwegs. Von hier führen verschiedene Strecken sternenförmig in verschiedene Richtungen. Aber auch andere Orte lassen sich sehr gut als Ausgangspunkt nutzen. Die Wege verbinden verschiedene Orte in der südlichen Ardèche. Auf den ausgebauten Abschnitten beträgt der geringe Höhenunterschied weniger als 5 Prozent Steigung.
Zusätzlich sind überall Wanderrouten verschiedenster Schwierigkeitsgrade ausgeschildert.
Praktische Tipps für Camper in der Ardèche
Wohnmobil-Stellplätze und Campingplätze: Die Ardèche ist campingfreundlich. Entlang des Flusses gibt es viele Campingplätze, viele davon mit direktem Wasserzugang. Im Frühjahr und Herbst sind die Preise moderat, im Sommer zieht es die Massen, dann ist es voll und teuer.
Freistehen: Offiziell ist freies Wildcampen in der Ardèche stark eingeschränkt, besonders in den Gorges. Es gibt kaum geeignete Plätze. Die Wohnmobil-Stellplätze (Aires) in den Dörfern sind aber oft kostenlos oder sehr günstig und gut ausgestattet.
Straßen und Fahrzeuggrößen: Die Panoramastraße durch die Gorges ist für längere und schwerere Fahrzeuge eingeschränkt. Grundsätzlich gilt: Kastenwagen und kompakte Wohnmobile sind hier klar im Vorteil. Bereits mit einem 7-Meter-Fahrzeug wirst Du auf Parkplätzen an Grenzen stoßen.
Einkaufen: Supermärkte gibt es in Vallon-Pont-d’Arc, Ruoms und Aubenas. In den Dörfern gibt es oft nur Bäcker oder kleine Épiceries. Fülle den Vorrat auf, bevor Du ins Hinterland fährst.
Hitze: Im Sommer werden hier 35–40°C erreicht. Für Wohnmobil-Camper bedeutet das: gute Belüftung oder Klimaanlage ist wichtig, nachmittags lieber Siesta im Schatten, morgens und abends die schönen Orte erkunden.
Ardèche-Pass: Der Pass ermöglicht den Zugang zu 39 Sehenswürdigkeiten und Museen im Département Ardèche. Darunter sind auch verschiedene Höhlen.
Reiseführer: Verschiedene Reiseführer geben einen guten Überblick. Für die Campingplätze ist in der Nebensaison die ACSI-CampingCard praktisch – viele Plätze in der Region nehmen die Karte an.
Fazit: Die Ardèche ist eines der unterschätzten Wohnmobilziele Frankreichs
Wer die Ardèche noch nicht kennt, dem sage ich: Fahr hin. Am besten im Mai oder September, wenn die Natur grün und das Wasser klar ist, die Campingplätze noch Luft haben und die Dörfer noch nicht von Tagestouristen belagert werden.
Die Kombination aus atemberaubender Natur, uralter Geschichte und echtem Dorfleben ist in dieser Dichte selten. Und mit dem Wohnmobil hast Du das Beste davon: Du kannst morgens die Dörfer in Ruhe erleben und Dich abends an einen ruhigen Platz zurückziehen.
Hast Du die Ardèche schon besucht oder planst Du eine Wohnmobil-Tour? Schreib mir in die Kommentare – ich freue mich auf Deinen Bericht!
Häufige Fragen: Ardèche mit dem Wohnmobil
Kann ich mit dem Wohnmobil die Panoramastraße durch die Gorges fahren?
Ja, für die meisten Wohnmobile ist die Fahrt über die Panoramastraße möglich – aber mit Einschränkungen. Fahrzeuge über 3,5 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht oder über einer bestimmten Länge sind auf der D290 offiziell nicht zugelassen. In der Praxis werden die Regeln nicht immer streng kontrolliert, aber die Straße ist an einigen Stellen nicht sehr breit und kurvenreich. Als Alternative: die Gorges per Kanu erkunden und die Panoramastraße mit dem Fahrrad oder PKW fahren.
Brauche ich in Frankreich mit Wohnmobil eine Vignette für die Maut?
Frankreich hat keine Vignettenpflicht wie Österreich oder die Schweiz. Maut fällt auf Autobahnen an – und die summiert sich auf der Anreise schnell. Von Stuttgart bis in die Ardèche zahlst Du mit dem Wohnmobil (je nach Höhe und Gewicht) ungefähr 80 Euro je Richtung. Wer sparen möchte und Zeit hat, fährt über die mautfreien Nationalstraßen – das dauert länger, ist aber oft landschaftlich schöner.
Darf ich in der Ardèche mit dem Camper frei stehen?
Das ist die meistgestellte Frage überhaupt – und die Antwort ist: offiziell nur sehr eingeschränkt. Freies Wildcampen (camping sauvage) mit Camper ist in Frankreich grundsätzlich erlaubt, wenn der Grundstückseigentümer zustimmt und keine lokalen Verbote gelten. In der Ardèche – besonders entlang der Gorges und am Fluss – gibt es in der Hauptsaison (Juli/August) strenge Restriktionen und Kontrollen. Außerhalb der Hauptsaison ist es entspannter, aber man sollte dezent und respektvoll vorgehen. Die vielen Wohnmobil-Stellplätze (Aires de camping-car) in den Dörfern sind eine hervorragende Alternative. Einige sind sogar kostenfrei. Auch bei manchen Restaurants oder Anbietern von Paddeltouren darf man mit dem Camper übernachten.
Gibt es genug Wohnmobil-Stellplätze in der Ardèche (Aires)?
Ja, und die Dichte ist in der Ardèche wirklich gut. Fast jedes größere Dorf hat eine Aire de camping-car – oft kostenlos oder für 5–10 Euro pro Nacht. Manche haben Strom und Frischwasser, andere sind einfache Parkplätze mit Entsorgungsstation (borne de vidange). Verschiedene Wohnmobil-Apps helfen beim Finden und Auswählen.
Welche Wohnmobil-Fahrzeuggrößen passen zur Ardèche-Tour?
Am bequemsten bist Du mit einem Kastenwagen oder einem Teilintegrierten bis 7 Meter unterwegs. Viele der schönsten Parkplätze und Dorfzufahrten sind für längere Wohnmobile schlicht zu eng. Mit einem 7-Meter-Fahrzeug oder größer kommst Du noch in die meisten Orte – aber Parkplätze werden zur Herausforderung, und die Panoramastraße durch die Gorges ist für schwere oder lange Fahrzeuge offiziell eingeschränkt. Bitte prüfe die aktuellen Schilder vor Ort.
Gibt es Höhenbeschränkungen auf der Route?
Es liegen keine Höhenbeschränkungen oder niedrigen Tunnel auf der hier beschriebenen Hauptroute. Wer mit einem Hochdach-Wohnmobil unterwegs ist, sollte auf entsprechende Hinweisschilder achten. In der Regel sind 3,0–3,5 Meter Fahrzeughöhe auf den Hauptstrecken kein Problem.
Wie teuer ist die Ardèche für Camper?
Im Vergleich zur Côte d’Azur ist die Ardèche für Camper erschwinglich. Campingplätze kosten je nach Saison zwischen 20 und 50 Euro pro Nacht für zwei Personen mit Stellplatz. Wohnmobil-Stellplätze sind manchmal kostenlos oder liegen zwischen 15 und 25 Euro. Lebensmittel und Restaurants sind auf normalem französischen Niveau.
Wann ist die beste Reisezeit für Wohnmobil-Reisende?
Eindeutig Mai, Juni und September. Im Mai und Juni ist die Natur noch frisch und grün, die Campingplätze haben geöffnet, aber noch Kapazitäten, und die Temperaturen sind angenehm (20–28°C). September bietet warmes Wasser zum Baden, weniger Betrieb und ein goldenes Licht, das perfekt für Fotos ist. Juli und August sind grundsätzlich schön, aber an den Fluss-Campingplätzen, auf den Straßen und Parkplätzen herrscht echte Hochsaison-Hektik – Vorausbuchung Pflicht.
Gibt es Mobilfunkempfang in der Ardèche?
Auf den Hauptstraßen und in den Ortschaften gibt es meist gutes 4G/LTE. In abgelegenen Tälern und tief in den Schluchten kann der Empfang aber komplett wegbrechen. Das gilt besonders innerhalb der Gorges de l’Ardèche. Plane wichtige Navigation oder Downloads daher immer offline. Ich habe deshalb für einige meiner Apps die Bezahlversion, damit ich sie auch offline nutzen kann.
Wo kann ich mein Wohnmobil entsorgen und mit Wasser befüllen?
Bornes de vidange (Entsorgungsstationen) gibt es auf fast allen Wohnmobil-Stellplätzen entlang der Ardèche und auf den meisten Campingplätzen. Auch auf manchen Supermarkt-Parkplätzen gibt es Stationen.
Muss ich in Frankreich eine grüne Umweltplakette (Crit’Air) haben?
In manchen französischen Städten gilt die Crit’Air-Vignette – dazu gehören auch Lyon (das man in der Regel bei der Anfahrt passiert) und Grenoble. In der Ardèche selbst spielen Crit’Air-Zonen aktuell keine Rolle, aber wer über Lyon anreist, sollte die Vignette haben. Sie kostet etwa 4 Euro und ist online unter certificat-air.gouv.fr zu bestellen. Tipp: Rechtzeitig vor der Reise bestellen, da der Postweg dauert. Alternativ kannst Du auch die Bestellbestätigung ausdrucken und ins Fahrzeug legen.
Weitere Frankreich-Tipps findest Du in meinen Reiseberichten über Okzitanien, die Bretagne und viele weitere Regionen.
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Hier schreibt Katja Hein – Journalistin und seit über 50 Jahren begeisterte Camperin. Mit meinen ausführlichen Wohnmobil-Reiseberichten, Camping-Erfahrungen und Routen zum Nachfahren entdeckst Du neue Reiseziele für den Urlaub mit Wohnmobil zwischen Südspanien & Nordkap. Dazu bekommst Du Unterstützung bei der Suche nach Deinem Traumfahrzeug.