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Wohnmobil-Tour durch den Schwarzwald über die Schwarzwaldhochstraße

Blick von der Schwarzwaldhochstraße auf den Schwarzwald

Aktualisiert am 12. Juni 2023

Eine Wohnmobil-Schwarzwald-Tour, was für ein Erlebnis. Bei einer Fahrt auf der Schwarzwaldhochstraße findest Du dichte, grüne Wälder, satte Hochwiesen und immer wieder wechselnde Aussichten.

Wo Du unterwegs in Deutschland auf den schönsten Routen durch den Schwarzwald mit Wohnmobil auf der Schwarzwaldhochstraße unbedingt anhalten solltest, erfährst Du in meinem Reisebericht.

Sonst sind wir eher im Camper im französischen Elsass unterwegs. Aber auch in Deutschland gibt es viele schöne Reiseziele. Schon lange hatte ich deshalb eine Fahrt mit meinem Wohnmobil durch den Schwarzwald geplant und jetzt hat es endlich geklappt. Dabei war ich diesmal alleine unterwegs. Die letzte Wohnmobil-Tour durch den Schwarzwald hatte ich für die Recherchen meiner Reiseführer gemacht.

Weitere Tipps für eine Schwarzwald-Wohnmobil-Tour findest Du hier.

Das erwartet Dich mit dem Wohnmobil im Schwarzwald

Pause mit dem Wohnmobil im Schwarzwald
Überall im Schwarzwald finden sich schöne Stellen für eine Pause

Der Schwarzwald liegt im Süden von Deutschland, in Baden-Württemberg. Er befindet sich zwischen der Rheinebene im Westen und Schwaben im Osten, dabei ist das Mittelgebirge zwischen 30 und 50 Kilometern breit. Die höchste Erhebung des Schwarzwalds ist der Feldberg mit einer Höhe von 1.493 Metern.

Der Schwarzwald ist eine der beliebtesten Urlaubsregionen in Deutschland und dabei an vielen Stellen noch völlig ursprünglich. Das ist natürlich auch perfekt für einen Camping-Urlaub im Wohnmobil.

Der Nordschwarzwald ist bekannt für seine dichten Wälder, hügelige Landschaften und malerischen Täler. Dazu kommen sehenswerte Dörfer und historische Städte wie Baden-Baden. Der Südschwarzwald ist dagegen von Berglandschaft, mehreren hohen Gipfeln und schroffen, tiefen Tälern geprägt. Hier findest Du urige Schwarzwaldhöfe, traditionelle Handwerkskunst und kleine Kurorte wie Titisee-Neustadt.

Nützlich für Deine Reise ist auch meine Wohnmobil-Packliste.

Der ganze Schwarzwald ist perfekt für Wanderungen und Mountainbiken oder Skifahren. Du kannst aber auch einfach die Seele baumeln lassen und in die Landschaft schauen. So wie ich das diesmal bei meiner Kurz-Wohnmobil-Tour durch den Nord-Schwarzwald gemacht habe.

Schwarzwaldhochstraße mit Wohnmobil?

Wohnmobil auf der Schwarzwaldhochstraße
Fotostopp im Camper neben der Schwarzwaldhochstraße

Das größte Mittelgebirge in Deutschland ist ein schönes Ziel mit dem Wohnmobil. Mit dem Startpunkt Baden-Baden gibt es verschiedene Möglichkeiten, den Schwarzwald zu entdecken. Ich entscheide mich für die Schwarzwaldhochstraße.

Die Schwarzwald-Panoramastraße führt auf rund 60 Kilometern von Baden-Baden nach Freudenstadt (oder umgekehrt). Das ist keine zu weite Entfernung, aber dennoch sollte man die Strecke auf den Höhen des Schwarzwalds mit dem Camper nicht unterschätzen und sich für die Fahrt und Entdeckungen unterwegs mindestens einen Tag Zeit lassen.

Zwischen den beiden Orten am Rand des Schwarzwaldes liegt eindrucksvolle Landschaft, geprägt von dichten Wäldern, grünen Bergwiesen und herrlichen Aussichten. Genießen, Anhalten, und tief Einatmen steht für mich diesmal im Vordergrund meiner Wohnmobil-Tour auf der Schwarzwald-Panoramastraße.

Weiter Ausblick von der Schwarzwaldhochstraße auf den Schwarzwald
Immer wieder bieten sich im Schwarzwald beeindruckende Ausblicke

Dabei ist die Route äußerst abwechslungsreich. Die Schwarzwaldhochstraße windet sich immer weiter nach oben und dann auf der Höhe weiter durch die Berge. Dabei bieten sich ständig neue Ausblicke auf die Umgebung. Es gibt viele Parkplätze und Aussichtspunkte, wo Du aussteigen und die Aussicht genießen kannst. Hier oben fühle ich mich wie in einer anderen Welt – weit weg von der Hektik des Alltags.

Um die Gegend rund um die Schwarzwaldhochstraße wirklich zu erleben, solltest Du öfter anhalten und unterwegs ausgiebige Pausen machen. Auch eine Wanderung bietet sich an, dafür sind immer wieder Wandervorschläge ausgeschildert, von kurz und leicht bis zu lang und anspruchsvoll.

Der Duft von frischem Tannengrün und die klare Luft haben mich total verzaubert und entschleunigt. Geeignete Parkplätze für das Wohnmobil findest Du immer wieder im Verlauf der Schwarzwaldhochstraße. Je früher Du kommst, desto größer ist die Auswahl.

Tipps, was Du unterwegs brauchen kannst, findest Du auf meiner Wohnmobil-Packliste.

Start meiner Wohnmobil-Schwarzwald-Tour ist ein Stadtbesuch in Baden-Baden

Fontäne in Baden-Baden
Wasserspiele mitten in Baden-Baden

Doch als Erstes steht ein kurzer Stadtbesuch in Baden-Baden auf meiner Wunschliste.

Parken mit dem Wohnmobil in der Nähe des Zentrums von Baden-Baden ist kaum möglich. Wenn Du früh genug bist, kannst Du die Tipps aus der App Park4 Night ausprobieren. Allerdings ist an den meisten genannten Stellen das Parken nur für zwei Stunden möglich und kostenpflichtig.

Wer also Baden-Baden ausgiebig besuchen möchte, stellt das Wohnmobil am besten auf dem Wohnmobilstellplatz von Baden-Baden ab und nimmt das Fahrrad oder den Bus ins Zentrum. Der Stellplatz liegt neben einer viel befahrenen Straße und umgeben von kleinen Betrieben, ist aber ganz nett angelegt. Falls er voll ist, kann man auf den Parkplatz davor ausweichen. Bei meinem Testbesuch standen einige Wohnmobile dort.

Bei meinem Besuch ist die Stimmung in Baden-Baden relaxt. Die ersten Besucher sitzen im Café und grüßen freundlich. Gemütlich bummle ich durch die Innenstadt und bewundere die Auslagen in den schönen Geschäften. Überall stehen Kübel mit blühenden Blumen. Auch im Kurgarten steht alles in voller Blüte. Vor dem prächtigen weißen Kurhaus erstreckt sich mitten in der Stadt der gepflegte Kurgarten (Kaiserallee 1). Hier kannst Du herrlich spazieren gehen oder von einer Bank die Menschen beobachten. Der Park wird im Wechsel der Jahreszeiten immer neu bepflanzt.

Blumen im Stadtzentrum von Baden-Baden
Im Zentrum der Kurstadt blüht und grünt es

Das Wetter ist viel zu schön, um eines der spannenden Museen in Baden-Baden anzusteuern, was eigentlich mein Plan war. Also genieße ich das Ambiente und die Sonne in einem der vielen Cafés, die Tische und Stühle draußen stehen haben, und betrachte das Gewimmel in der lebendigen Kurstadt um mich herum. Dabei kann ich mich kaum zwischen dem traditionsreichen Baden-Badener Kaffeehaus Café König und anderen verlockenden Angeboten entscheiden.

Am Fuße des Schwarzwaldes wird seit über 2000 Jahren gekurt. Schon die Römer nutzten die Thermalquellen für ihre Gesundheitsanwendungen. Und auch im Mittelalter gab es „Badekabinen“ zur Förderung der Gesundheit. Ende des 19. Jahrhunderts wurde die Stadt schließlich zu einem mondänen Kurort, in dem sich traf, wer wichtig und reich war. Politiker, Künstler und Adelige kamen nach Baden-Baden.

Die prächtige Bäderarchitektur, die in dieser Zeit entstanden ist, gehört heute zum UNESCO-Welterbe. Baden-Baden wurde 2021 endlich als bedeutende Kurstadt in Europa in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Die Gebäude erstrahlen liebevoll restauriert im einstigen Glanz. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Baden-Baden gehören das Festspielhaus, eine der schönsten Spielbanken Europas, das Kurhaus, das Friedrichsbad, die Trinkhalle, das Theater und die Ruinen der römischen Bäder.

Prächtige Bäderarchitektur in Baden-Baden im Schwarzwald
In ganz Baden-Baden gibt es prächtige Häuser

Besonders sehenswert ist auch das Museum Frieder Burda, das mit seinen außergewöhnlichen Ausstellungen und moderner Architektur Besucher aus aller Welt anzieht. Prächtig geht es im Fabergé Museum zu, das ausgewählte Stücke des russischen Zarenjuweliers Peter Carl Fabergé zeigt. Auch mehrere Fabergé-Eier sind darunter.

Neben der Museumsmeile gibt es zahlreiche Villen, Kirchen und Parks zu besichtigen. Die Altstadt lockt mit Geschäften, gemütlichen Cafés und Restaurants. Hier kann man entspannt durch die Gassen schlendern und die historische Atmosphäre der Stadt genießen. Insgesamt ist die Stadt ein wahrhaftiger Schatz im Schwarzwald, der es wert ist, entdeckt zu werden.

Ich empfinde die Stimmung bei meinem Besuch in Baden-Baden im Frühling an einem Morgen während der Woche als sehr angenehm. Kaum kann ich mich trennen, aber ich will ja die Schwarzwald-Panoramastraße mit meinem Wohnmobil erkunden. Also fahre ich weiter.

Wohnmobil-Stellplatz in Baden-Baden

Wohnmobile auf dem Stellplatz in Baden-Baden
Der Stellplatz in Baden-Baden liegt etwa 4 Kilometer vom Zentrum

Weiterfahrt im Camper zur Schwarzwaldhochstraße

Die Schwarzwaldhochstraße führt durch den Nationalpark Schwarzwald
Die Schwarzwaldhochstraße ist gut ausgebaut

In Baden-Baden ist die B500 gut ausgeschildert. Also finde ich schnell den richtigen Weg. Die Richtung ist Freudenstadt.

Langsam fahre ich aus dem Kurort heraus. Dabei geht es erst durch einen langen Tunnel, bevor die Straße am Ende des Tals etwas schmaler wird.

Die B500 führt mich direkt am Kloster Lichtenthal aus dem 13. Jahrhundert vorbei. Hier leben und wirken noch Ordensfrauen, das interessiert mich. Doch der kleine Parkplatz ist gut belegt (parken also nicht ganz einfach mit dem Wohnmobil) und ich will doch weiter in den Schwarzwald.

Im nächsten Ort verlockt die Geroldsauer Mühle mit Wirtshaus, Spezialitäten und großem Parkplatz zum Anhalten. Ein Stück weiter nach dem Ortsausgang solltest Du auf die Ausschilderung „Geroldsauer Wasserfall“ achten. Von einem kleinen Parkplatz in der Nähe der Zufahrt zur Schwarzwaldhochstraße wanderst Du auf einem Rundweg durch ein wunderschönes Tal zum Ziel. Im Mai und Juni ist der Weg gesäumt von üppig blühenden Rhododendronbüschen. Allerdings ist das Parken mit dem Wohnmobil schwierig, besonders am Wochenende.

Langsam windet sich die Straße den Berg hinauf auf die Höhen des Schwarzwaldes und die Bäume werden dichter. Hier ist die Geschwindigkeit auf 50 und 70 begrenzt. Die Straße ist gut ausgebaut, aber dennoch ist Konzentration gefragt. Langsam fahrende Laster, Fahrradfahrer und Motorradfahrer sind hier ebenfalls unterwegs.

Auf der Schwarzwaldhochstraße zum Mummelsee

Aussicht unterwegs auf der Schwarzwaldhochstraße mit Wohnmobil
Unterwegs halte ich mehrfach an und genieße die Aussicht auf den Schwarzwald

Und schon habe ich mit meinem Wohnmobil den offiziellen Beginn der Schwarzwaldhochstraße erreicht. Die Luft fühlt sich kühler an. Weiter geht es auf der Höhe, mit wechselnden Ausblicken nach links und rechts auf den Schwarzwald. An diesem Frühlingstag ist es nicht voll. So kann ich die Fahrt genießen. Ein Laster vor mir zwingt mich zusätzlich zum langsam fahren. Denn die Schwarzwaldhochstraße ist nicht nur eine Touristenstraße, sondern auch eine wichtige Verkehrsachse durch den Schwarzwald.

Nur ein Stück weiter finde ich 12 Kilometer südlich von Baden-Baden zwischen Bühlerhöhe und Plättig auf dem großen kostenlosen Parkplatz einen guten Ort für die nächste Pause. Hier schnüre ich meine Wanderschuhe und folge den Schildern mit dem Spechtsymbol auf dem angelegten Wildnispfad durch ein der Natur überlassenes Waldgebiet. Über 4,5 Kilometer geht es voller Erlebnisse durch das Waldstück, über und unter umgefallenen Bäumen hindurch, über Leitern und Treppen. Gutes Schuhwerk und Beweglichkeit sind notwendig.

Voller Eindrücke steige ich wieder in mein Wohnmobil. Gut gefällt mir, dass es entlang der Schwarzwaldhochstraße viele kleine Parkplätze mit Blick gibt. Eigentlich möchte man hier überall länger bleiben und frei stehen. Sonnenuntergang und Sonnenaufgang sind hier mitten im Schwarzwald sicher ein besonderes Erlebnis. Aber auf dem Stück der Schwarzwald-Panoramastraße zwischen Bühlerhöhe und Ruhestein stehen Hinweisschilder für Wohnmobilfahrer, die übernachten und wild campen explizit verbieten.

Auf der Schwarzwaldhochstraße mit dem Wohnmobil
Kurze Pause mit Blick auf die Schwarzwaldhochstraße

Hier ist der Nationalpark Schwarzwald und Übernachten ist nur auf Campingplätzen und offiziellen Wohnmobil-Stellplätzen erlaubt. Es wird regelmäßig kontrolliert und bestraft. Für die Nacht muss man also mit dem Wohnmobil von der Schwarzwaldhochstraße weg- und einen Campingplatz oder Stellplatz anfahren. Tagsüber darf man aber mit dem Wohnmobil (noch) überall an der Schwarzwaldhochstraße parken.

Als Nächstes folgt der Mehliskopf mit Parkplätzen, Skilift, Kapelle, Hütte, Klettergarten und Sommerrodelbahn direkt an der Schwarzwaldhochstraße. Wer einen Übernachtungsplatz sucht, kann hier abbiegen und findet ganz in der Nähe der Panoramastraße einen kleinen Campingplatz, auf dem man mitten im Schwarzwald nicht zu weit vom Mummelsee mit dem Wohnmobil übernachten kann.

Nur zwei Kilometer weiter am Hundseck und den gleichnamigen Skiliften ist der nächste Campingplatz ausgeschildert. Über die L80b und Forbach-Hundsbach erreicht man den Campingplatz Erbersbronn. Dieser befindet sich rund neun Kilometer von der Schwarzwaldhochstraße entfernt am Wildbach Hundsbach mitten im Nordschwarzwald und ist das ganze Jahr geöffnet.

Doch mich zieht es weiter. Nach dem nächsten großen Parkplatz, wo gerade eine Gruppe mit Motorradfahrern in einer Hütte einkehrt, ist Sasbachwalden ausgeschildert. Das Fachwerkdorf wollte ich eigentlich schon immer mal besuchen. Außerdem gibt es auch einen sehr schönen Wohnmobil-Stellplatz.

Campingplätze und Wohnmobil-Stellplatz an der Schwarzwaldhochstraße

Mit dem Wohnmobil im Schwarzwald am Mummelsee

Wohnmobil Schwarzwaldhochstraße am Mummelsee
Parken mit Aussicht an der Schwarzwaldhochstraße

Nach meiner gemütlichen Fahrt über die Schwarzwaldhochstraße ist der Mummelsee erreicht. Auf 1.032 Metern ist er der höchstgelegene Karsee im Schwarzwald. Diese Seen sind Überbleibsel der letzten Eiszeit. Huminstoffe verursachen die braune Färbung des Wassers. Direkt hinter dem Mummelsee erhebt sich steil die Hornisgrinde. Der Aufstieg lohnt sich. Zwischen Mai und Oktober fährt auch ein Bus nach oben.

Leider gibt es keinen Wohnmobilstellplatz Mummelsee oder Campingplatz. Wer mit dem Wohnmobil unterwegs ist, kann etwas entfernt auf dem Parkstreifen entlang der Schwarzwaldhochstraße parken. Wenn Du von Baden-Baden kommst, erstreckt sich dieser rechts. So kann man schon beim Spaziergang zum See den Ausblick über den Ausläufer des Schwarzwalds in Richtung Rheinebene genießen.

Die großen Parkplätze unterhalb der Straße werden gerade neu gebaut und waren in der Vergangenheit bereits für Wohnmobile gesperrt. Die näheren Parkplätze zum Mummelsee sind für Busse und Autos reserviert.

Ich parke und schaue mich erst einmal gebannt um. Neben mir ist eine Absperrung, denn es entstehen wohl gerade weitere Parkplätze. Der Mummelsee ist ein beliebtes Ausflugsziel. Trotz der frühen Stunde und des kalten Wetters bin ich nicht alleine. Bei meinem Besuch lag sogar noch ein wenig Schnee.

Dann weht der Duft von frisch gebackenem Holzofenbrot zu mir herüber. In der langgestreckten Holzbude am Mummelsee-Parkplatz kann man Souvenirs, Schinken, Würste und eben das Brot erwerben. Nebenan steht der große Holzofen. So bin ich für die kommende Mahlzeit mit typischen Spezialitäten aus dem Schwarzwald ausgerüstet.

Der Mummelsee im Schwarzwald
Der Mummelsee liegt direkt an der Schwarzwaldhochstraße

Der geheimnisvolle Mummelsee liegt eingebettet zwischen Hochmooren und Nadelwäldern direkt an der Schwarzwaldhochstraße. Der See ist ein schönes Ausflugsziel und entsprechend beliebt. Eine wunderbare Möglichkeit, den Schwarzwald rundherum zu erkunden, ist eine Wanderung auf den naturbelassenen Wegen um den See. Wer es lieber gemütlich mag, kann auch eine Bootsfahrt auf dem Mummelsee genießen. Die erste Familie ist mit dem Tretboot schon auf dem Wasser unterwegs. Die fröhlichen Stimmen der Kinder, die einander nass spritzen, klingen übers Wasser zu mir ans Ufer.

Ein unbedingtes Highlight ist der Mummelsee-Hornisgrinden-Rundweg, der schöne Ausblicke auf den Mummelsee ermöglicht und eine leichte Wanderung auf die direkt darüber gelegene Hornisgrinde beinhaltet. Mit 1164 Metern ist sie der höchste Berg im Nordschwarzwald. Von hieraus bietet sich ein atemberaubender Panoramablick auf die umliegenden Täler und Berge. Der Weg ist gut ausgeschildert und führt durch abwechslungsreiche Landschaften, vorbei an Wiesen, Wäldern und idyllischen Bächen.

Wer nicht wandern will oder kann, hat die Möglichkeit in der Saison mit einem Bus vom Mummelsee zur Hornisgrinde hochzufahren.

Weiter auf der Schwarzwaldhochstraße mit Wohnmobil

Wechselnde Landschaft im Schwarzwald
Die Fahrt mit dem Wohnmobil über die Schwarzwaldhochstraße führt durch wechselnde Landschaften

Ich trenne mich nur schwer vom Mummelsee. Aber ich will ja weiter nach Freudenstadt fahren und noch mehr vom Schwarzwald sehen.

Weiter führt mich die Panoramastraße auf der Höhe des Schwarzwalds mit wechselnden Ausblicken nach links und rechts. Besonders gut gefallen mir die satten, grünen Bergwiesen, an denen ich vorbeikomme.

Und auch hier bietet sich eine Übernachtungsmöglichkeit mit dem Wohnmobil nicht weit weg von der Schwarzwaldhochstraße. Etwa 10 Kilometer sind es von der nächsten Abzweigung zum kleinen Campingplatz auf dem Murhof im idyllischen Ottenhöfen.

Ich aber fahre weiter zum Ruhestein und versuche einen kostenlosen Parkplatz zu bekommen. Dann entscheide ich mich doch für einen kostenpflichtigen Parkplatz. Denn ich will mir unbedingt das futuristisch gestaltete Nationalparkzentrum ansehen, das hier am Ruhestein entstanden ist. Interaktiv und spannend vermittelt die moderne Ausstellung Wissenswertes rund um den Nationalpark Schwarzwald. Und so vergeht die Zeit im Flug. Auch die Schanzenanlage mit fünf Sprungschanzen ist sehenswert. So möchte man hier mehr Zeit verbringen. Das geht, denn wer hier am Ruhestein in Richtung Baiersbronn abbiegt, kommt zum Natur-Camp Tannenfels, einem schön gelegenen Campingplatz und Wohnmobilstellplatz mitten im Schwarzwald.

Der Lotharpfad im Schwarzwald
Der Lotharpfad erinnert an den Sturm Lothar

Ich aber habe noch eine Attraktion an der Schwarzwaldhochstraße vor mir, auf die ich mich schon den ganzen Tag gefreut habe. 1999 tobte Orkan Lothar durch den Schwarzwald und die umliegenden Regionen. Er hinterließ mit Windgeschwindigkeiten über 200 Kilometer pro Stunde eine Schneide der Verwüstung. Ich kann mich noch sehr gut an diesen zweiten Weihnachtstag erinnern. Auch rund um die Schwarzwaldhochstraße wurden sehr viele Bäume entwurzelt.

Hier wurde ein paar Jahre später der Lotharpfad angelegt. Und einen großen Parkplatz gibt es auch. Ich bin total begeistert und schaue von den aus Holz gebauten Stegen auf die Spuren der Schneise von damals und die nachgewachsene Vegetation. Immer wieder laden Bänke und Liegen zur Pause ein, zum Innehalten, schauen, lauschen und tief einatmen. Von der Aussichtsplattform gibt es einen weiten Blick über den Schwarzwald.

Rund eine Stunde bin ich hier unterwegs. Jetzt will ich aber endlich in Freudenstadt ankommen. Und schon verlockt wieder ein Schild zum Abbiegen. Der Wohnmobilstellplatz Oppenau liegt nur ein paar Kilometer weg von der Schwarzwaldhochstraße. Auf dem Weg kommt man an der Aussicht „Zuflucht“ vorbei.

Ausblick auf den Schwarzwald
Ausblick auf den Schwarzwalb bei der „Zuflucht“

Weiter auf der Schwarzwaldhochstraße biege ich an einer großen T-Kreuzung links ab in Richtung Freudenstadt auf die B28. Wer Hunger verspürt oder eine Pause machen möchte, sollte an der Kniebishütte anhalten. Das ist möglich, denn davor gibt es einen großen Parkplatz. Das Essen und die Aussicht sind klasse. Auch die Heilklimapforte besuche ich und studiere sehr interessiert die Informationstafeln zur Schwarzwaldhochstraße und der Umgebung.

Dann verliert die Straße langsam an Höhe. Immer weiter geht es nach unten und ins Tal, wo ich direkt an einem Campingplatz vorbeikomme. Der Natur-Camping Langenwald liegt idyllisch am Bach. Ich habe nicht dort übernachtet, aber andere Camper haben mir sehr begeistert davon berichtet.

Und schon bin ich in Freudenstadt angekommen.

Wohnmobilstellplatz & Campingplätze im Schwarzwald an der Schwarzwaldhochstraße

Abschluss meiner Wohnmobil-Tour im Schwarzwald ist Freudenstadt

Marktplatz in Freudenstadt im Schwarzwald
Der Marktplatz von Freudenstadt liegt etwa 20 Minuten vom Stellplatz entfernt

Am Ende der Tour über die Schwarzwaldhochstraße mit dem Wohnmobil liegt Freudenstadt, das einen Besuch wert ist.

Wer gerne übernachten möchte, nutzt den einfachen, kostenlosen Wohnmobil-Stellplatz am Panoramabad. Allerdings brauchst Du hier Keile, denn der Platz ist schief. Von hieraus ist es etwa 20 Minuten zu Fuß bis ins Zentrum und zum Marktplatz. Leider habe ich vergessen, ein Foto vom Stellplatz zu machen.

Um den Marktplatz von Freudenstadt herum und in den Seitenstraßen gibt es alternativ zum Stellplatz für den Kurzbesuch kostenpflichtige Parkplätze, die sich allerdings nur bis zur Kastenwagengröße eignen. Auch beim Bahnhof kann man es versuchen, wenn man nur kurz einen Bummel durch Freudenstadt machen will.

Im Herzen von Freudenstadt liegt der Marktplatz, der mich sehr beeindruckt hat. Nach italienischem Vorbild von überdachten hohen Arkaden und Geschäften umgeben, bummelt man hier vor Regen oder Sonne geschützt von Geschäft zu Geschäft. Auch mehrere ansprechende Cafés und Restaurants findest Du hier. Besonders beliebt bei gutem Wetter ist der Italiener mit Eiscafé und Freisitz neben dem Spielplatz an der Stirnseite des Platzes.

Marktplatz in Freudenstadt im Schwarzwald
Der Marktplatz von Freudenstadt ist riesig

Das Besondere an Freudenstadts Marktplatz ist die Größe: mit 219 auf 216 Metern ist es der größte umbaute Marktplatz in Deutschland. Das ist wirklich riesig und sehr außergewöhnlich. Ursprünglich sollte hier ein prächtiges Residenzschloss gebaut werden, aber das Projekt wurde nie umgesetzt.

Stattdessen kannst Du jetzt eine fast einen Kilometer lange Tour entlang der historischen Arkaden machen und die Atmosphäre auf Dich wirken lassen. Heute trennen mehrere Straßen das leicht abschüssige Gelände im Zentrum von Freudenstadt, das ganz verschieden genutzt wird.

Während der Öffnungszeiten des Bürgerservice hast Du die Möglichkeit, Dir den Schlüssel für den Rathausturm auszuleihen. Der anstrengende Aufstieg lohnt sich, denn Du hast von oben einen sehr guten Blick auf den Marktplatz und die angrenzende Altstadt von Freudenstadt. Auch die gegenüberliegende Stadtkirche kannst Du besuchen.

Leider sind die Stellplätze am Panoramabad alle belegt und auf die PKW-Plätze will ich nicht ausweichen. Deshalb fahre ich noch ein kleines Stück weiter und finde einen sehr guten Platz für die Nacht neben dem Sportplatz in einem kleinen Dorf

Wohnmobilstellplatz Freudenstadt

Durch den Schwarzwald mit Wohnmobil auf der Schwarzwaldhochstraße: mein Fazit

Ausblick vom Wohnmobil auf den Schwarzwald
Ausblick vom Wohnmobil auf den Schwarzwald

Die Panoramastraße im Schwarzwald hat mich begeistert. Es ist keine lange Strecke zwischen Baden-Baden und Freudenstadt. Die knapp 60 Kilometer sind gut zu fahren und wer einfach durchfährt, hat das Ende der Schwarzwaldhochstraße nach etwas mehr als einer Stunde Fahrzeit erreicht.

Aber das muss nicht sein. Wer sich Zeit lässt und immer wieder anhält, um die Umgebung und die Ausblicke auf sich wirken zu lassen, kann hier einen und mehr Tage verbringen. Natürlich ist man hier nicht alleine. Die Schwarzwaldhochstraße ist ein beliebtes Ziel für Motorradfahrer, Fahrradfahrer und Ausflügler. Dazu kommt der normale Durchgangsverkehr.

An den beliebten Plätzen sind die Parkplätze zur Hochsaison und an Wochenenden schnell voll. Aber mit etwas Geduld und suchen findet sich doch immer wieder ein für Camper geeigneter Platz für eine Pause. Wer so wie ich die Schwarzwaldhochstraße mit dem Wohnmobil an einem Wochentag im Frühling fährt, der hat manche Stellen und Abschnitte ganz für sich.

Entlang der Schwarzwaldhochstraße können Camper und Wanderer unberührte Natur erleben. Dabei reicht oft das Anhalten direkt an der Straße oder ein kleiner Spaziergang. Mehrere Erlebniswege wurden direkt an der Schwarzwaldhochstraße angelegt und sind sehr gut ausgeschildert. Dazu kommen einfache und anspruchsvolle Wanderungen.

Frei stehen ist im Nationalpark Schwarzwald verboten, auch auf den Parkplätzen darf mit dem Wohnmobil nicht übernachtet werden. Auch wenn immer wieder in Foren und in diversen Apps darüber berichtet wird. Das sollten wir Camper respektieren, denn sonst drohen uns irgendwann komplett gesperrte Parkplätze. Und das wäre jammerschade, denn gerade die vielen Möglichkeiten zum Anhalten und ins Land schauen, machen den Reiz dieser Wohnmobil-Tour durch den Schwarzwald aus.

Dennoch gibt es die Möglichkeit, die Region ausgiebig zu erkunden. Mehrere naturnahe Campingplätze sind ideal dafür geeignet und auch einige Wohnmobil-Stellplätze gibt es. Der nächste Campingplatz zur Schwarzwaldhochstraße liegt nur zwei Kilometer entfernt. Bitte beachten, in den Sommermonaten sind auch diese Plätze beliebt und zum Teil ausgebucht.

Ich würde Dir für eine Fahrt über die Schwarzwaldhochstraße im Wohnmobil Frühling oder Herbst empfehlen. Eine echte Empfehlung ist auch eine Wohnmobil-Tour über die Panoramastraße der Vogesen Route des Crêtes.

FAQs Schwarzwald mit Wohnmobil

Welche Route ist am besten für eine Wohnmobil-Tour durch den Schwarzwald geeignet?

Im Schwarzwald verlaufen mehrere Straßen, die bei Touristen sehr beliebt sind. Zu den bekanntesten Ferienstraßen gehören die Schwarzwaldhochstraße (B 500), die man zu einer Rundfahrt kombinieren kann, und die Deutsche Uhrenstraße. Entlang dieser Straßen kannst Du die landschaftliche Schönheit des Schwarzwaldes entdecken. Die Schwarzwaldhochstraße ist eine Panoramastraße, die durch das Hochplateau des Schwarzwaldes führt und herrliche Ausblicke auf die umliegenden Berge und Täler bietet. Die Deutsche Uhrenstraße ist eine Themenstraße, die durch das Land der Uhrmacher führt. Es lohnt sich aber auch auf gut Glück Landstraßen zu folgen und sich überraschen zu lassen.

Gibt es im Schwarzwald schöne Campingplätze?

Ja, im Schwarzwald gibt es viele schöne Campingplätze, die sich ideal für einen naturnahen und erholsamen Urlaub eignen. Du kannst dort mit dem Zelt, Wohnmobil oder Wohnwagen unterkommen, oder auch eine Unterkunft mieten. Viele der Campingplätze sind idyllisch gelegen. Von hieraus kannst Du die umliegenden Wälder, Wanderwege und Seen entdecken. Mir gefallen besonders gut die kleinen, familiären Campingplätze, die an schönen Stellen im Schwarzwald liegen.

Kann ich im Schwarzwald frei stehen?

Im Nationalpark Schwarzwald ist das übernachten auf den Parkplätzen verboten und die Einhaltung wird auch kontrolliert. Auch Wanderparkplätze und Plätze von Ski-Lifts werden zunehmend für Camper geschlossen. Es gibt im Schwarzwald aber eine Reihe von einfachen Stellplätzen, auf denen man sich sehr wohlfühlen kann. Außerhalb der Saison gibt es immer mehr Möglichkeiten als zur Saison. Du hast aber die Möglichkeit nachts auf einem legalen Stellplatz zu bleiben und Dir tagsüber einen Platz in der Natur zu suchen.

Wo liegt der Schwarzwald?

Der Schwarzwald liegt im Südwesten von Deutschland, in Baden-Württemberg. Am Rand sind die Städte Karlsruhe im Norden, Freiburg im Westen, Lörrach im Süden und Rottweil im Osten.

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Autor

Ich bin Journalistin, Autorin und seit über 50 Jahren leidenschaftliche Camperin. Mit meinem Kastenwagen-Wohnmobil bin ich in ganz Europa unterwegs, zwischen Südspanien und Nordkap. Hier zeige ich die schönsten Reiseziele im Camper, Routen zum Nachfahren und gebe Hilfe und Beratung zu Camping und Wohnmobil. Viele Tipps bekommst Du auch in meinen Wohnmobil-Reiseführern.