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Südfrankreich mit Wohnmobil: Stadtbesichtigung Toulouse

Toulouse Sehenswürdigkeiten: Das Rathaus von Toulouse ist aus rosa schimmernden Ziegeln erbaut

Aktualisiert am 1. März 2024

Stadtbesichtigung Toulouse an einem Tag: Das ist ein echter Geheimtipp in Südfrankreich. In der „rosafarbenen Stadt“, der Hauptstadt der Region Languedoc Roussilon Midi-Pyrénées, ist der offizielle Start des Canal du Midi, dem wir für 10 Tage folgen wollen. Wir entdecken davor begeistert die Toulouse-Sehenswürdigkeiten.

Hier in meinem persönlichen Toulouse-Reiseführer findest Du die ausführliche Beschreibung eines idealen Besichtigung-Tages in Toulouse mit Sehenswürdigkeiten und von uns entdeckten Geheimtipps.

Ideal für den Stadtbesuch und die Übernachtung ist der einfache Stadt-Campingplatz von Toulouse, Camping Toulouse.

Geheimtipps Toulouse an einem Tag

Blick auf die Garone und die Brücke Pont St-Pierre
Bei gutem Wetter sind die Stufen an der Garonne ein beliebter Aufenthaltsort

Auf unseren Roadtrips besuchen wir zur Abwechslung sehr gerne Städte, wenn wir dort eine gute Möglichkeit finden, mit dem Wohnmobil zu übernachten.

An einem Tag erkunden wir Toulouse und sind begeistert von der Atmosphäre, den freundlichen Menschen und Sehenswürdigkeiten. Unser Wohnmobil steht bei unserem Stadtbesuch in Toulouse sicher auf dem Campingplatz, der gut erreichbar am Stadtrand von Toulouse liegt. So kombinieren wir Toulouse Altstadt, mit Stadtbesuch, Sehenswürdigkeiten und Camping-Erholung.

Nützlich für Deine Reise ist auch meine Wohnmobil-Packliste.


Die Altstadt Toulouse ist nicht nur rosa, Toulouse ist schön!

  • Den Spitznamen „rosafarbene Stadt“ (ville rose) hat Toulouse von dem vor allem in der Altstadt verwendeten lokalen Baumaterial – Tonziegeln.
  • Viele der historischen Gebäude in Toulouse sind mit diesen „Brique foraine“, die bis in die Antike zurückgehen, erbaut.
  • Diese verleihen den Fassaden in der Altstadt von Toulouse schillernde Farben, die zu jeder Tageszeit anders aussehen, von sanftem Rosa bis hin zu leuchtendem Orange.

Gestern noch Hauptstadt der Westgoten, heute Hauptstadt der Aeronautik und der Weltraumfahrt“, steht als Motto auf der Homepage von Toulouse. Und das passt, die Stadt in Südfrankreich ist voller spannender Gegensätze und echter Geheimtipps.


An jeder Ecke gibt es beim Stadtbesuch in Toulouse, besondere Dinge und wunderschöne Gebäude zu entdecken.

  • Bereits die Römer lebten an der Stelle, wo später die Stadt Toulouse entstand, und haben ihre Spuren hinterlassen.
  • Bis 1229 war Toulouse Hauptstadt des Languedoc.
  • 400 Jahre dauerte die Blütezeit der Stadt als Katharerhochburg. Erst die Kreuzritter machten dem ein Ende.
  • Doch das bedeutete nicht den Niedergang von Toulouse. Etwa 70 prächtige Privathäuser wurden durch Pastellhändler in der Zeit der Renaissance gebaut. Viele von ihnen wurden inzwischen aufwendig restauriert.

Städtereise Toulouse: Attraktive und charmante Metropole in Südfrankreich

Stadthaus mit Skulpturen und geschmiedeten Balkongittern
Immer wieder entdecken wir reiche Bürger- und Händlerhäuser

Heute leben 115.000 Studenten in Toulouse und prägen vor allem das Zentrum und die Altstadt.

Der Platz vor dem Capitole im Stadtzentrum von Toulouse ist voller Leben. Er ist Treffpunkt von Einheimischen und Touristen. Das riesige Okzitanerkreuz auf dem Boden ist ein beliebter Fotostopp.

⇒ Unter den Kirchen der südfranzösischen Stadt finden sich das größte romanische Bauwerk Europas, aber auch herausragende gotische Gotteshäuser in der Altstadt.

Die mächtig durch Toulouse fließende Garonne teilt die Stadt in zwei völlig unterschiedliche Gebiete und bietet viele schöne Stadtansichten, mit im Wasser spiegelnden Gebäuden und im 18. Jahrhundert entstandenen Promenaden am Wasser.

Dazu kommen zahlreiche Veranstaltungen, Festivals und Museen.

Die verschiedensten Geschäfte laden im Stadtzentrum und der Altstadt von Toulouse zum Schaufensterbummel, Stöbern und Einkaufen ein.

Leicht lassen sich in Toulouse beim Stadtbesuch mehrere Tage verbringen. Wir aber beschränken uns auf einen Tag Toulouse, besichtigen kostenlose Sehenswürdigkeiten und kommen sicher wieder. Toulouse hat Charme und außergewöhnliche Sehenswürdigkeiten, finden wir. In der Innenstadt und der Altstadt, ist von der Hektik einer großen Metropole nicht viel zu bemerken. Dabei hat die viertgrößte Stadt in Frankreich über 450.000 Einwohner. Im Großraum Toulouse leben sogar fast 750.000 Menschen.


Toulouse Geheimtipps – Vormittag

Als wir gegen 9 Uhr aus der Metro am Platz Jeanne d’Arc im Zentrum von Toulouse steigen, ist noch nicht viel los. Erst langsam öffnen die Geschäfte, auch in den Cafés ist der Betrieb noch übersichtlich.

Tagesplanung mit der Touristeninformation Toulouse

Wir starten unsere Stadtbesichtigung in Toulouse mit einem Besuch bei der Touristeninformation. Diese ist sehr leicht zu finden, denn sie ist in einem mittelalterlichen Turm (Donjon) direkt hinter dem Capitole, dem Rathaus von Toulouse, untergebracht. Einen Stadtplan gab es zum Glück schon auf dem Camping Toulouse.

  • Die Mitarbeiter der Touristeninformation hinter den Schaltern haben gut zu tun und beraten freundlich in verschiedenen Sprachen.
  • Wir werden gefragt, ob extra eine Kollegin kommen solle, die Deutsch spricht, einigen uns aber dann gemeinsam auf Englisch.
  • Zusätzlich werden wir mit reichlich Kartenmaterial, einem weiteren Stadtplan von Toulouse und Informationen versorgt.
  • Und es gibt auch wirklich gute Tipps, was wir bei unserem Tagesbesuch unbedingt besichtigen sollen und zu Toulouse Geheimtipps.
  • Besonders hat uns die Mitarbeiterin auf die vielen kostenlosen Angebote und Sehenswürdigkeiten in Toulouse hingewiesen.

1. Stopp Stadtbesichtigung Toulouse: Arkaden und Place du Capitole

Moderne Malerei in den Arcaden
Die Decken der Arkaden sind mit Szenen aus der Stadtgeschichte bemalt.

Unser erstes Ziel im Stadtzentrum von Toulouse ist gleich nebenan. Rund um den Place du Capitole, dem großen zentralen Platz von Toulouse, genießen wir das Ambiente. In den berühmten Arkaden an der Stirnseite geht unser Blick nicht nur in die schönen Cafés und ihre Auslagen mit Leckereien, sondern auch immer wieder nach oben.

Die Gewölbe in den Arkaden sind mit moderner Malerei geschmückt. Die bunten Bilder von Raymond Morettei zeigen die Stadtgeschichte. Davor sitzen schon die ersten Cafébesucher auf dem Platz und genießen den Blick auf das herrliche Rathaus. Auch uns gefällt der Platz gut.

Im frühen Morgenlicht ist das Kreuz mit den Sternzeichen in der Mitte des Platzes auf dem Boden noch nicht gut zu erkennen. Dafür haben wir es fast ganz für uns, denn es sind noch kaum Touristen unterwegs.

2. Stopp Stadtbesuch Toulouse: Rathaus Capitole mit Prunkräumen

In den Boden ist das Okzitanerkreuz eingelassen.
Das Capitole dominiert den Platz, davor ist das Ozitanerkreuz.

Das majestätische Rathaus von Toulouse dominiert den Platz. Die 135 Meter breite Fassade aus rosa Ziegeln stammt aus dem 18. Jahrhundert. Namensgeber sind die acht Ratsherren (Capitouls), die ab dem 12. Jahrhundert Toulouse regierten.

  • Durch die mächtige Tür des Rathauses betreten wir einen Innenhof.
  • Dabei müssen wir dem Wachmann den Inhalt unseres Rucksacks präsentieren.
  • Überall gelten verstärkte Sicherheitsmaßnahmen.
  • Das Besondere: die repräsentativen Räume im ersten Stock stehen der Öffentlichkeit offen und können kostenlos besichtigt werden.

Schon beim Erklimmen der Prunktreppe im Rathaus entlang mächtiger Gemälde mit Szenen eines Troubadourwettstreits steigt unsere Erwartung.

Große Wandgemälde im Treppenhaus des Capitole
Das Treppenhaus im Rathaus ist üppig gestaltet

Die erreichten Repräsentationsräume der Stadt im 1. Stock des Rathauses laden zum Verweilen und Entdecken ein. Im Salle des Illustres, einem mächtigen Prunksaal mit Deckengemälden und Spiegeln, sind die Werke, die die Geschichte von Toulouse zeigen, besonders prächtig. 20 Maler und Bildhauer der Stadt waren bei der Gestaltung beteiligt. Länger verweilen wir hier, denn es gibt so viel zu sehen.

3. Stopp Toulouse Geheimtipps: Markthallen am Place Victor Hugo

Sehr gut sortierte Auslage eines Käseverkäufers
Hier gibt es köstlichen Käse aus der Region

Als Nächstes zieht es uns zu einem weiteren Highlight von Toulouse, eigentlich bekannt, aber dennoch ein Geheimtipp. Am Platz Victor Hugo gibt es einen überdachten Lebensmittelmarkt, der als Feinschmeckermekka gilt.

Hier herrscht reges Treiben. Köstlicher Käse, ganze Schinken, Spezialitäten der Region und sogar Teile vom Spanferkel landen im beliebten Markt in den Einkaufstüten. Überall wird gefeilt, erzählt und probiert. Und auch der Bummel und das Zusehen sind ein wahrer Genuss.

Die verschiedensten hochwertigen Waren sind liebevoll präsentiert und die Verkäufer kontaktfreudig. Dazu kommen verlockende Düfte und hin und wieder ein Schälchen mit Probierhäppchen.

Im ersten Stock gibt es übrigens eine Galerie, wo von 12 bis 14.30 Uhr in mehreren kleinen Lokalen hervorragendes Essen zubereitet wird. Doch leider ist es dafür noch viel zu früh, und die eifrig putzenden Mitarbeiter sehen uns erstaunt an, als wir einen neugierigen Blick durch die Tür werfen.

4. Stopp Stadtbesichtigung Toulouse: Basilika Saint-Sernin

Gezeichnetes Modell der Basilika Saint-Sernin
Im Modell wird die Größe des romanischen Bauwerks besonders deutlich

Durch gewundene Gassen erreichen wir unser nächstes Ziel in Toulouse, die romanische Basilika Saint-Sernin. Den markanten, hohen Turm haben wir bereits vorher immer wieder über den Dächern der Stadt erblickt.

Die Kirche stammt aus dem elften Jahrhundert und ist aus Stein und Ziegeln erbaut. Sie ist eines der größten romanischen Gebäude der westlichen Welt und seit 1998 UNESCO-Welterbe. Die Ausmaße des imposanten Gebäudes werden beim Spaziergang um das Gotteshaus herum so richtig deutlich. Dabei nehmen wir auch immer wieder den achteckigen Glockenturm in den Fokus. Dieser ist in Etagen errichtet und durch Buchten mit kleinen Säulen gegliedert.

In Material, Farbe und Stilelementen erinnert uns Saint-Sernin an Kirchen in der Toskana oder einigen Regionen Nordspaniens. Im Inneren präsentieren sich klar gegliederte Seitenschiffe, ein für die damalige Zeit ziemlich hohes und breites Mittelschiff und ein Sammelsurium aus Stilen und Anbauten.

Warum steht eine so gewaltige Kirche in Toulouse fragen wir uns? Saint Sernin war ein Bischof und Märtyrer aus dem dritten Jahrhundert. Seine Wallfahrt wurde so groß, dass eine eigene Kirche entstand. Weitere Bedeutung erlangte der Ort, als Toulouse wichtige Etappe auf dem Pilgerweg nach Santiago de Compostela wurde. Und damit wuchs auch die Kirche.

Leider ist der Zugang zur Krypta für uns an diesem Tag nicht mehr möglich, eine Mitarbeiterin ist erkrankt und so wird gerade geschlossen als wir ankommen. Wir müssen also noch einmal wiederkommen. Dann wird sich hier einiges verändert haben. Die Stadt Toulouse plant rund um die Basilika Saint-Sernin Verbesserungen. Der Platz um die mächtige Kirche soll zur Fußgängerzone und der Klostergarten öffentlicher Park werden.

5. Stopp: Toulouse Insidertipp – Ufer der Garonne und Espace EDF Bazacle

Blick auf die Stromschnellen der Garonne und das historische Wasserkraftwerk
Das Wasserkraftwerk von Toulouse nutzt die Macht des Stromes.

Ein Besichtigungspunkt geht noch auf unserem Stadtrundgang durch Toulouse vor dem Mittagessen. Vielleicht entdecken wir ja auch ein nettes Restaurant auf dem Weg zur Garonne. Aber wir haben kein Glück. In der Altstadt und im Studentenviertel rund um die Universität, die wir passieren, sehen wir zwar viele interessante Burger- und Sandwichbars, aber nicht das von uns gewünschte typische kleine Lokal.

Am Ufer der Garonne sitzen viele Menschen auf den Stufen am Fluss und genießen mit ihrem im Umfeld gekauften Mittagessen die Sonne und das Ambiente. Hier trifft auch der Canal de Brienne auf den Fluss. Mit diesem sollten die Stromschnellen der Garonne umgangen werden.

Toulouse Geheimtipp: Von der schwimmenden Mühle zur Energieerzeugung

Direkt am Garonneufer liegt ein weiteres Highlight unserer Stadtbesichtigung in Toulouse. Dort, wo bereits im zwölften Jahrhundert die ersten schwimmenden Mühlen verankert waren und später andere Industrie entstand, verwandelte der Energieerzeuger aus Toulouse eine der Mühlen in ein „Wasserkraftwerk“. Dieses kann besichtigt werden.

Im „Espace EDF Bazacle“, das uns die nette Dame in der Touristeninformation wärmstens als Geheimtipp ans Herz gelegt hat, haben wir von einem Balkon einen unvergleichlichen Blick auf die gewaltigen Wassermassen des Flusses und die Brücke Pont St-Pierre. Gespannt beobachten wir das Brodeln in der hier angelegten Fischtreppe. Aber leider zeigt sich heute kein Fisch. Einige der Kammern im unteren Stockwerk des Gebäudes, durch das früher das Wasser der Garonne über die Antriebsräder geleitet wurde, sind zu besichtigen.

  • Seit dem 19. Jahrhundert wird hier in Toulouse mit Wasserkraft Elektrizität gewonnen.
  • Samstag und Sonntag (16 Uhr) ist in Begleitung die Besichtigung des historischen Maschinenraums möglich.
  • Doch auch durch das Schaufenster ist der Blick auf die alten Generatoren eindrucksvoll.
  • Zusätzlich gibt es eine gut gemachte Ausstellung zur Energieerzeugung mit Schwerpunkt Wasserkraft, zum Fluss und seine Flora und Fauna und wechselnde Kunstausstellungen.

Highlight für die Mittagspause

6. Stopp Stadtbesichtigung mit Toulouse Geheimtipps: Mittagessen in den Markthallen Victor Hugo

Auf die Tische über den Markthallen kommen Köstlichkeiten aus regionalen Produkten
Die kleinen Restaurants in den Markthallen sind ein beliebter Treff für die Mittagspause

Für das Mittagessen steuern wir nun doch die Markthallen an. Eine gute Entscheidung – obwohl wir für französische Verhältnisse schon sehr spät sind, ist es knallvoll.

Die Auswahl an Speisen auf den Tellern der Gäste sieht sehr verlockend aus und auch die Speisekarten an den Wänden versprechen Gutes. Wir entscheiden uns für „Le Louchebem“, mit der Bar in der Mitte, wo man auch nach seinem Tisch fragen muss.

Dicht an dicht sitzen hier die Gäste, fast wie die Ölsardinen. Das Publikum ist dabei bunt gemischt. Geschäftsleute speisen neben Marktbeschickern, Kunden, Familien und Touristen. Damit sich der Hintermann setzen kann, wird der (sehr) kleine Tisch herausgezogen und danach wieder positioniert. Draußen auf dem beheizten Balkon ist ein wenig mehr Platz.

  • In unserem Drei-Gänge-Menü ist ein halber Liter Wein (rosé oder rot) enthalten.
  • Eine Flasche Wasser steht sofort ohne Nachfragen auf dem Tisch.
  • Das Menü bietet eine große Auswahl an Gerichten.
  • Auch das Essen à la carte ist möglich.

Wir können nicht alles übersetzen, was im Menü angeboten wird und bestellen spontan. Der eingelegter Hering mit Kartoffeln ist köstlich und auch die Vorspeise vom Markt, heute Nierchen in einer Champignon-Creme-Soße, mundet. Danach gibt es Spießchen mit Entenfleisch und ein dünnes Stück Rindfleisch. Und auch der Nachtisch schmeckt.

Wir sind sehr dankbar für diesen Toulouse Insidertipp aus der Touristeninformation. Satt und zufrieden machen wir uns danach weiter auf unsere Erkundungstour durch Toulouse.



Stadtbesichtigung Toulouse – Nachmittag

7. Stopp Stadtbesichtigung Toulouse: Kathedrale Saint Etienne

Blick von der Seite auf die gotische Kathedrale von Toulouse
Die Kathedrale von Toulouse wurde über einen längeren Zeitraum erbaut und erweitert

Nächstes Ziel ist die Kathedrale Saint-Etienne in der Nähe der Altstadt von Toulouse. Diese erreichen wir entlang einer der Hauptstraßen, bevor wir auf den schönen Platz einbiegen, an dessen Stirnseite die Bischofskirche liegt. Das gewaltige Gebäude wurde zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert mit einer Kombination zwischen nördlichen und südlichen gotischen Stilen erbaut.

Die 500 Jahre Bauzeit führte zu einer ungewöhnlichen Vielfalt an Formen. Die Bischofskirche wirkt nicht ganz ausgewogen. Dennoch fügen sich Turm, Portal und Rosettenfenster in unseren Augen zu einem Ganzen zusammen. Im Inneren sind noch wenige Reste des romanischen Vorgängerbaus vorhanden. Die beeindruckende Front erinnert uns an Kirchen aus Norditalien oder Nordspanien.

8. Stopp Toulouse Stadtrundgang: Pont Neuf

Die älteste Brücke von Toulouse
Die Pont Neuf hat schon viele Hochwasser überstanden

Entlang mondäner Geschäfte und herrlicher Stadthäuser spazieren wir wieder zurück zur Garonne und über die Pont Neuf. Sie ist die älteste noch erhaltene Flussbrücke von Toulouse und etwa 220 Meter lang.

Nach mehreren Vorgängerbauten wurde die Brücke 1632 nach abenteuerlicher Bauzeit fertiggestellt und in Dienst gestellt. Seitdem hat sie alle Hochwasser überstanden. Da die Garonne an dieser Stelle eine leichte Linkskurve macht, befindet sich die tiefste Stelle nicht in der Mitte des Flusses, sondern näher an der Altstadt, und die sieben Bögen sind ungleichmäßig. Große Durchläufe sollen das Bauwerk bei Hochwasser vom Wasserdruck entlasten.

Die Brücke ist eine wichtige Verkehrsachse und neben uns sind viele andere Fußgänger, Jogger und Radfahrer unterwegs. Immer wieder bleiben wir beim Spazieren stehen und genießen den abwechslungsreichen Blick über den Fluss, die Spiegelungen des Wolkenspiels über dem Wasser und auf die Dächer der Stadt.

Nach Umrunden des kleinen Wasserschlosses, das hier auf der anderen Flussseite der Garonne, im 19. Jahrhundert entstanden ist, machen wir uns wieder zurück auf den Weg in die Altstadt.

9. Stopp Stadtbesuch Toulouse mit Insidertipps: Couvent des Jacobins

Das Kirchengebäude und der Turm des Couvent des Jacobins ragen hoch über die Dächer
Blick vom Fluss auf das markante Konvent der Jakobiner

Auf dem Rückweg zum Capitole bietet sich noch eine weitere Sehenswürdigkeit in Toulouse zur Besichtigung an. Das Convent der Jakobiner ist ein schönes Beispiel südgotischer Architektur und wurde ab 1229 als Dominikanerkloster erbaut. Der Predigerorden wurde 1215 in Toulouse durch den heiligen Dominikus gegründet.

Ein bekanntes „Palmengewölbe“ auf schlanken Säulen gestaltet den hellen Kirchenraum. Die Kirche wurde im Jahr 2015 komplett renoviert, ein Kreuzgang und ehemalige Klostergebäude können ebenfalls besichtigt werden.

Innenraum in der Kirche des Canvent der Jakobiner
Das Palmengewölbe der alten Dominikanerkirche in Toulouse

10. Stopp Stadtbesichtigung Toulouse: Galeries Lafayette

Leider ist unser letztes Ziel (wieder ein Toulouse Geheimtipp der Dame aus der Touristeninformation) wegen einer geschlossenen Gesellschaft nicht zugänglich. Im sechsten Stock des Kaufhauses Galeries Lafayette gibt es ein Café. Die Besucher haben von dort aus einen tollen Blick auf die Stadt. Doch heute ist hier für die Öffentlichkeit geschlossen. Lange Gesichter nicht nur bei uns. Enttäuschung auch bei vielen Anderen, die mit uns im Aufzug stehen. Diese Lokation ist bei den Einheimischen sehr beliebt und ein echter Insidertipp. Eine ähnliche Alternative finden wir nicht, und so beschließen wir unseren Stadtbesuch in Toulouse mit einem Bummel durch die Geschäfte.


Ein Tag Toulouse mit Stadtbesichtigung auf eigene Faust: herrliche Sehenswürdigkeiten & echte Geheimtipps

Jugendstil: Brunnen, enster und Balkone an einem der Plätze in der Innenstadt
Ein Brunnen mit geflügelten Wesen in der Innenstadt von Toulouse

Toulouse ist eine schöne und sehr sympathische Stadt, lautet unser Fazit nach einem intensiven Tag. Wir haben sehr viel gesehen und viel erlebt und dabei kaum Geld ausgegeben. Das verdanken wir den Toulouse Insidertipps aus der Touristeninformation. Der Camping Toulouse lag für uns ideal für den Stadtbesuch.

Besonders ist uns auch die Fahrradfreundlichkeit in Toulouse aufgefallen.

  • Überall gibt es Fahrradwege (550 Kilometer insgesamt) und Leihfahrräder.
  • VélÔtoulouse ist der Selbstbedienungs-Fahrradverleih der Stadt Toulouse. Die erste halbe Stunde der Nutzung ist kostenlos.

Um Toulouse und vor allem auch die schönen Museen und anderen Sehenswürdigkeiten zu entdecken, wären eher drei bis fünf Tage angemessen. Aber an einem Tag konnten wir schon sehr viel sehen und erleben.

Uns zieht es mit unserem Wohnmobil weiter zu unserem nächsten Reiseziel, dem Canal du Midi, der hier in Toulouse beginnt und dem wir jetzt zum Mittelmeer folgen wollen.

Fazit Stadtbesuch in Toulouse an einem Tag

Touluse wollen wir sicher wieder während einer anderen Frankreich-Wohnmobil-Tour ansteuern. Dann planen wir einen Rundgang bei Airbus, um die Abläufe in den Fabriken und am Fließband zu sehen. Das Weltraummuseum Cité de l’Espace wollen wir besuchen und vor allem einen noch ausgedehnteren gemütlichen Stadtbummel machen, um noch mehr schöne Ecken und Geheimtipps in Toulouse zu entdecken. Und ein weiteres Mittagessen in den Markthallen ist sowieso schon gesetzt.


Reise-Tipps Toulouse

Reiseführer Toulouse

Einen Stadtplan und viele Informationen haben wir in der Touristeninformation bekommen. Wer sich intensiver auf den Stadtbesuch vorbereiten will, findet in diesen Toulouse-Reiseführern sehr gutes Material und Stadtpläne.

Anreise mit Auto / Wohnmobil nach Toulouse

  • Aus Süddeutschland bietet sich die Autobahn bis Chalon-sur-Saone an.
  • Dann auf die N79 wechseln.
  • Auf der N79 bis hinter Paray le Mondial fahren.
  • Um Vichy ist sehr viel Verkehr, deshalb haben wir auf dem Rückweg eine kleinere aber besser zu fahrende Nationalstraße als Alternative gewählt.
  • Bei Riom geht es auf die A75 (hier besser ein kurzes Stück bezahlen, als mühsam durch den Stadtverkehr quälen).
  • An der Ausfahrt 42 dann auf die N88 in Richtung Toulouse abbiegen.

Vorsicht: Es gilt Tempo 80 für die französischen Landstraßen (außer eine höhere Geschwindigkeit ist angegeben) und wenn ein Blitzer angekündigt wird, dann steht da auch einer.

Nützlich für Deine Reise ist auch meine Wohnmobil-Packliste.

Wohnmobilstellplatz Toulouse / Camping Toulouse

Wohnmobil auf dem Stadtcampingplatz Le Rupe
Der Campingplatz von Toulouse ist ideal für einen Stadtbesuch

Inzwischen können Camper zwischen mehreren Übernachtungsmöglichkeiten in Toulouse auswählen. Es gibt einen Stellplatz in Toulouse und Campingplätze.

Camping Toulouse

Hier haben wir übernachtet. An der Rezeption des Camping Toulouse gibt es einen Stadtplan, eine Erklärung wie es in die Stadt geht und die Tickets für die öffentlichen Verkehrsmittel. Auch mit dem eigenen Fahrrad fährt es sich gut an einem Kanal entlang in die Innenstadt.

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist man vom Camping Toulouse ebenfalls recht schnell im Stadtzentrum und der Altstadt

  • Mit Bus (zu Fuß vom Campingplatz links und über die Canalbrücke, knappe 5 Minuten), die Bushaltestelle ist gleich auf der linken Seite (der Bus fährt in Fahrtrichtung rechts, also nicht die große Straße überqueren)
  • Sechs Stationen bis zur Metrostation La Vache (Endhaltestelle Bus)
  • Metro: Linie B in die Stadt

Wohnmobil-Stellplatz Toulouse

Gute Basis für den Stadtbesuch ist auch der einfache Wohnmobilstellplatz am Rand von Toulouse.

Fremdenverkehrsamt Toulouse

Das Fremdenverkehrsamt von Toulouse ist in einem Turm mitten in der Stadt hinter dem Capitole untergebracht.

Donjon du Capitole
Square Charles de Gaulle

  • Öffnungszeiten 1. Juni bis 30. September
    Montag bis Samstag von 9.30 Uhr bis 19 Uhr, Sonntags und an Feiertagen von 10 Uhr bis 18 Uhr
  • Öffnungszeiten 1. Oktober bis 31. Mai
    Montag bis Samstag von 9.30 Uhr bis 18 Uhr, Sonntags und an Feiertagen von 10 Uhr bis 18 Uhr

Ticket: Pass Tourisme Toulouse

Wer mehr Zeit hat und sich auch Museen und andere Sehenswürdigkeiten in Toulouse anschauen möchte, für den ist der Pass Tourisme ein gutes Angebot.

  • Hierin sind die öffentlichen Transportmittel und Museen und Monumente enthalten.
  • Viele weitere Attraktivitäten gibt es zu ermässigten Preisen.
  • In der Nebensaison gelten Spezialpreise.

Tipp Sehenswürdigkeiten um Toulouse herum

  • Wenn Du in Südfrankreich bei Toulouse bist, kann ich Dir neben dem Stadtbesuch einen Ausflug zur Höhle von Niaux am Rand der Pyrenäen sehr empfehlen. Da kannst Du 14.000 Jahre alte, echte Höhlenmalereien sehen und in der Höhle auf Abenteuertour gehen. Auch ein tolles Ziel für Familien.
  • Der Canal Du Midi beginnt in Toulouse. Hier lohnt auf jeden Fall ein Besuch.

DANKE

Danke an die Mitarbeiter im Capitole und die Verwaltung der Stadt für die Erlaubnis, hier zu fotografieren. Ebenso ein herzlicher Dank an die Mitarbeiterinnen der Kirche der Jakobiner und den Verantwortlichen für die Fotoerlaubnis. Ich bedanke mich auch bei edf für den freundlichen Empfang und die Möglichkeit eigene Fotos zu machen.


Reisetipp Toulouse: Stadtbesichtigung an einem Tag mit 10 Höhepunkten, inklusive Campingplatzbeschreibung #Toulouse #Stadtbesichtigung #hinfahren #Südfrankreich #Garonne

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Autor

Ich bin Journalistin, Autorin und seit über 50 Jahren leidenschaftliche Camperin. Mit meinem Kastenwagen-Wohnmobil bin ich in ganz Europa unterwegs, zwischen Südspanien und Nordkap. Hier zeige ich die schönsten Reiseziele im Camper, Routen zum Nachfahren und gebe Hilfe und Beratung zu Camping und Wohnmobil. Viele Tipps bekommst Du auch in meinen Wohnmobil-Reiseführern.

12 Kommentare Neuen Kommentar hinzufügen

  1. Silke Koch sagt:

    Liebe Katja,
    Ich bin mit meinem Sohn für 2 Tage in Toulouse wegen Zugausfall „gestrandet“. Dein Bericht war genau richtig, um für diese kurze Zeit einen schönen Überblick zu bekommen! Jetzt gehen wir mal los und starten in die Altstadt 🙂
    Silke

  2. Jochen Bake sagt:

    Ein sehr ausführlicher Bericht. Den habe ich mir gleich mal abgespeichert, denn für uns geht es im September Richtung Spanien. Dafür lassen wir uns 4 Wochen Zeit für die Durchquerung von Frankreich. Da kommen solche Informationen gerade recht.

  3. Lena sagt:

    Wow, wart ihr gründlich, sowohl beim Besichtigen als auch beim Schreiben! Toller Artikel! (Wir sind auch mal an einem Tag durch Toulouse geschlendert, waren dabei aber so nachlässig, dass nie ein Blogbeitrag darüber rausgekommen ist. Und jetzt ärgere ich mich richtig, dass wir offenbar so viel verpasst haben…)

    1. Katja sagt:

      Hallo Lena, Toulouse ist wirklich ein wunderbares Reiseziel. Uns fehlen auch noch ein paar Ziele, die Firmen und das tolle Museum außerhalb stehen noch auf meiner Liste. LG Katja

  4. Familie Rockmann sagt:

    Bonjour,
    Wir fanden die Tour ganz Klasse als Anregung, wie wir uns durch Toulouse bewegen können😉
    Wir kamen mit dem Zug aus Castelnaudary, wo unser Bootstour auf dem canal du midi endete. Daher haben wir die Tour mit einem Gang entlang des Kanals gestartet, der fließt nämlich vor dem Bahnhof von Toulouse und findet seinen Anfang in einem großen Becken etwa drei Kilometer entfernt. Entlang eines anderen Kanals konnten wir so direkt weiter zu EDF. Ohne Euch wären wir da nie rein gegangen! Man kann dort übrigens kostenlos die Handys mit Ökostrom aufladen während man sich umschaut!

    1. Katja sagt:

      Hallo, das ist ja klasse, ja der Kanal ist super. Ich hoffe Ihr hattet eine prima Tour. In Toulouse haben wir ihn noch nicht ausführlich beguckt, aber haben ihn die ganze Strecke mit dem Wohnmobil verfolgt und mit Begeisterung die Freizeitkapitäne beim Manövrieren beobachtet. Danke mit dem Hinweis auf das Aufladen vom Handy. Das klingt nach einer tollen Tour durch Toulouse und Südfrankreich. LG Katja

  5. Steffi sagt:

    Liebe Katja,
    ein toller und informativer Beitrag! Für uns geht es in zwei Wochen nach Toulouse und ich bin schon sehr gespannt, was uns erwarten wird. Lieben Dank für deine Tipps! Sie sind alle notiert…

    Liebe Grüße
    Steffi| Reiselust und Fernweh

    1. Katja sagt:

      Liebe Steffi, das ist ja super. Toulouse war der absolute Traum, so vielseitig. Es wäre noch so viel anzusehen gewesen und auch der Canal du Midi ist wirklich toll und etwas ganz Besonderes. Wenn Ihr die Möglichkeit und Zeit habt, macht auch einen Abstecher zur Höhle von Niaux. Und unbedingt im Markt essen gehen. Voll aber echt ein Erlebnis. Viel Spaß. Ich bin richtig ein wenig neidisch. LG Katja

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