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Norwegen mit Wohnmobil 8: Lofoten zum mächtigen Gezeitenstrom Saltstraumen bei Bodø

Abgestorbener Baum in Gletscherlandschaft in Norwegen

Aktualisiert am 5. März 2021

Norwegen mit Wohnmobil, unser Roadtrip vom Nordkap nach Süden geht weiter. Der Saltstraumen bei Bodø in Norwegen in der Nähe des Polarkreises ist der stärkste Gezeitenstrom der Welt und ein wunderbares Naturschauspiel. Wenn Du in der Gegend bist, fahre unbedingt vorbei. Direkt nebenan kannst Du auch mit dem Wohnmobil auf einem einfachen Parkplatz übernachten.

Von den Lofoten fahren wir bei unserem Norwegen-Urlaub mit dem Camper weiter über Land durch schöne norwegische Landschaft. Der Besuch am Saltstraumen ist ein weiteres Highlight unserer Fahrt mit dem Wohnmobil durch Norwegen, die wir am Nordkap gestartet haben.

Auf den Bergen liegt in Norwegen im Juni noch Schnee
Blick auf Berge und Fjord am Wohnmobil-Übernachtungsplatz unterwegs

Norwegen-Urlaub mit Wohnmobil – rund um die Lofoten

Da die Fähre wegen dem Sturm nicht fährt und wir nicht wissen wie lange dies dauern wird, entscheiden wir nicht in Lødingen zu warten und den Landweg zu nehmen. Die Fahrt von den Lofoten herunter über Land ist sehr anstrengend. Viele Geschwindigkeitsbegrenzungen und der Verkehr fordern äußerste Konzentration. Dazu gibt es heftigen Wind. Immer wieder müssen wir bremsen oder beschleunigen. Und die vergangene Nacht auf den Lofoten mit dem heftigen Wind und Wasser im Wohnmobil steckt uns auch noch in den Knochen.


Hier erfährst Du mehr über unseren Besuch auf den Lofoten und die Fahrt über die magische Landschaftsroute auf Andoya.


Leider sehen wir so nicht viel von der Landschaft. Wir wollen einfach nur noch ankommen auf dem Festland und am nächsten Reiseziel.

Norwegen-Urlaub mit Wohnmobil auf der E6 nach Süden

Mit Wohnmobil in Norwegen: Fährfahrt
Die E6 ist für ein kurzes Stück unterbrochen. Hier geht es weiter mit der Fähre

Kurz vor der Fähre Bognes, der Fjord unterbricht hier die E6, finden wir einen schönen Parkplatz. Diesen steuern wir müde mit unserem Camper an und verbringen eine ruhige Nacht in Gesellschaft von fünf anderen Wohnmobilen und einem Laster. Es ist Platz für alle und beim Spaziergang zum Fjord hinunter, kommt noch eine schöne Aussicht aufs Wasser und die umliegenden Berge dazu. Es gibt eine Toilette und am klaren kalten Wasser einige Picknicktische auf den Felsen.

Am nächsten Tag haben wir endlich schönes Wetter und kommen mit den anderen Campern ins Gespräch. Die VW-Bus-Fahrer haben noch eine große Radtour geplant. Ihr Sohn soll den Bus abholen und bringt ihn nach Deutschland. Andere Gesprächspartner sind auf dem Weg nach Norden zum Nordkap und voller Vorfreude. Wir berichten von unseren Erfahrungen und drücken ihnen die Daumen.

Die Fahrt mit der Fähre Skarberget nach Bognes kostet für unser kurzes Fahrzeug mit zwei Personen 175 Kronen. Da wäre die Fährfahrt von Lødingen im Vergleich wirklich günstig gewesen und hätte uns viel Zeit und Diesel gespart. Gerade sind die ersten Fähren wieder gefahren, aber das war gestern ja noch nicht abzusehen. (⇒ meine Empfehlung: Nimm unbedingt die Fähre, auch wenn Du warten musst, es lohnt sich!!)

Norwegen-Urlaub mit Wohnmobil – Picknickplatz Innhavet: Gletscherlandschaft und Felsbild

Wir fahren die norwegische E6 mit dem Wohnmobil weiter nach Süden durch wunderschöne Landschaften. Seen, Berge, Fjorde und satte Wiesen wechseln sich ab. Immer wieder gibt es schöne Blicke.

Hier ist Norwegen wirklich wie aus dem „Bilderbuch“ und die Fahrt sehr angenehm. Und auch unsere Stimmung hebt sich.

Unterwegs kommen wir an verschiedenen Möglichkeiten zur Übernachtung vorbei. Der Wohnmobilstellplatz in Innhavet (bobilparkering) mit Blick aufs Wasser sieht gut aus.

Gletscherlandschaft in Norwegen
Wir parken unser Wohnmobil und erkunden die durch den Gletscher geformte Landschaft

Heute ist wahrer Norwegen-Urlaub mit Wohnmobil. Spontan biegen wir auf einen ausgeschilderten Picknickplatz etwa zehn Kilometer südlich von Innhavet ab (Ausfahrt mit dem Schild „Helleristninger“, was Felskunst bedeutet, wie wir hinterher lernen). Die Gegend besteht hier aus besonderen Felsen. Sie sind ganz glatt, abgeschliffen vom Gletscher, der tiefe Furchen darin hinterlassen hat. Auch ein See ist aufgestaut.

Auf dem abgelegenen großen Parkplatz gibt es sogar Ladesäulen für Elektrofahrzeuge, stellen wir verwundert fest. Damit hätten wir hier in Nordnorwegen in der Nähe des Polarkreises wirklich nicht gerechnet. Dazu ist eine Toilette vorhanden, eine Entsorgung für die Chemietoilette und die Möglichkeit sich mit Frischwasser zu versorgen.

Wir turnen ein wenig über die Felsen und entdecken die eigentliche Sehenswürdigkeit: ein großes Felsbild mit zwei Rentieren. Dieses wurde mit einer besonderen Technik in den Felsen gearbeitet. Die Konturen sind in den Stein poliert. So kann sich an diesen Stellen kein Moos und keine Flechte halten und das Bild hebt sich gegen den bewachsenen Felsen ab. Riesengroß sind die Tiere. Wir verweilen gerne an diesem besonderen Platz, sitzen in der Sonne und schauen auf die Kunstwerke unserer Vorfahren.

Das vordere Rentier mit dem riesigen Geweih ist wirklich gut zusehen. Das zweite Rentier dahinter sieht man dann erst auf den zweiten Blick. Die Tiere sehen ganz anders aus als die Felskunst, die wir in Alta gesehen haben.


In diesem Beitrag erfährst Du mehr über den Stadtbesuch in Alta und den Spaziergang entlang der berühmten Felsritzungen in Alta.


Felskunst am Parkplatz Hellerstninger
Zwei Rentiere wurden hier in den Felsen gearbeitet

Die Fahrt heute ist eine wahre Freude und wir kommen weiter gut voran. Auf einem Parkplatz mit herrlichem Blick über einen See und auf Berge trinken wir in einem kleinen Cafe Kaffee und essen eine Waffel mit sehr guter selbst gemachter Marmelade. Sämtliche Picknicktische sind besetzt. Alle genießen die Sonne, den schönen Tag und die Aussicht.

Neben uns sitzen Menschen aus der ganzen Welt. Nach der Einsamkeit der letzten Wochen ist das etwas ungewohnt. Das schöne Wetter hebt die Stimmung erheblich. Eigentlich hätten wir Lust hier länger zu bleiben, aber alle Picknickbänke und Parkplätze mit Aussicht sind bereits besetzt. Wenn Du in der Gegend bist, die Waffeln und die Marmelade waren die Besten während unserer ganzen Tour durch Skandinavien und die Aussicht ist magisch. Cafe – Kiosk – Husflid steht über der Tür der roten Holzhütte.

Eintauchen in die Vergangenheit am Bergbauernhof Husmannsplassen Kjelvic

Immer weiter geht es auf der E6 durch die abwechslungsreiche Landschaft und durch viele Tunnel südwärts. Nächster Stopp, etwa 60 Kilometer vor Fauske, ist der „Husmannsplassen Kjelvic“. Das ist ein alter norwegischer Bergbauernhof, der noch genauso dasteht, wie ihn sein letzter Besitzer 1964/1967 verlassen hat. Achtung, die Abfahrt zum großen Parkplatz davor kommt ganz plötzlich.

Verlassener Bergbauernhof an der E6 in Norwegen
Bergbauernhof Husmannsplassen Kjelvic

Leider hat das kleine Freilichtmuseum, das von Ehrenamtlichen betrieben wird, noch geschlossen. Die Saison beginnt erst nächste Woche (Ende Juni). Aber das Gelände ist dennoch zugänglich. Wir kraxeln den steilen Hang hinauf zu den Gebäuden und fühlen uns in eine andere Zeit versetzt. Es ist ganz still und der Blick fällt auf Berge, Wasserfälle und den Fjord in der Entfernung. Auf einer Picknickbank genießen wir den Ausblick, die Atmosphäre und schreiben einige Grußworte an die Liebsten zu Hause.

Der Hof war bis zum Bau der Straße (E6) vor einigen Jahren nur vom Fjord aus erreichbar. Von dort ist es ein längerer Fußmarsch. Etwa 30 Minuten musste der Bauer zu Fuß den Berg hinauf gehen und das ziemlich steil. Es ist ein verzauberter Ort, den Du unbedingt besuchen solltet.

Norwegen-Urlaub mit Wohnmobil: Highlight mächtige Strudel am Gezeitenstrom Saltstraumen

  • In Fauske wird getankt.
  • Wir haben uns in unserem Norwegen-Urlaub mit Wohnmobil angewöhnt, wenn beim Diesel 14 und nicht 15 vor dem Komma erscheint, den Tank zu füllen. Und hier ist dies der Fall.
  • Denn die Preise liegen sonst deutlich höher.

Dann biegen wir von der Hauptroute rechts ab in Richtung Bodø. Unser nächstes Ziel ist der Saltstraumen, der größte Gezeitenstrom (Mahlstrom) der Welt.

Blick auf die Brücke am Saltstraumen
Brücke über den Saltstraumen. Darunter befindet sich der Parkplatz, der auch zum Übernachten mit Wohnmobil benutzt wird

Auf dem Weg von Fauske zum Saltstraumen bezahlen wir Maut, gleich zweimal. Dabei gibt es kein Mauthäuschen. Unser Kennzeichen wird gescannt und die Rechnung kommt dann irgendwann nach Hause. Große Schilder weisen darauf hin.

Die beste Möglichkeit den Gezeitenstrom Saltstraumen zu sehen, ist von Fauske kommend vor der Brücke (auf der Seite des Campingplatzes). Unter der Brücke gibt es neben dem Saltstraumen-Museum einen großen Parkplatz, der von vielen Wohnmobilen auch zum Übernachten genutzt wird. In der hinteren Ecke gibt es sogar noch eine relativ gerade Möglichkeit für unseren Kastenwagen. Wir parken und machen uns auf Entdeckung zum Wasser. Nur ein paar Minuten sind es auf einem gut ausgebauten Weg, der auch für Rollstuhlfahrer geeignet ist.

Blick auf Leuchtturm, Sund und Strudel am Saltstraumen in Norwegen
Blick auf den Gezeitenstrom Saltstraumen
  • Der Saltstraumen ist der größte Gezeitenstrom der Welt.
  • Durch den etwa 150 Meter breiten und fast drei Kilometer langen Sund strömen beim Gezeitenwechsel fast 400 Millionen Kubikmeter Wasser zwischen dem Meer und dem Inlandsfjord (Skjerstad zu Saltenfjord).
  • Der Unterschied zwischen Ebbe und Flut ist gewaltig.
  • Das Wasser erreicht dabei eine Geschwindigkeit bis 40 Kilometer (20 Knoten).
  • Am Rand entstehen riesige Strudel. Diese haben einen Durchmesser bis zu zehn Meter.
  • Viermal am Tag, etwa alle sechs Stunden, ändert der Strom Ebbe und Flut folgend die Richtung und liegt dann kurz still da.
  • Die Küstenstraße Fv17 führt über den Strom, auch von der Brücke gibt es eindrucksvolle Aussichten.
  • Die Gezeitentafeln hängen aus.
  • Lage Saltstraumen auf Google Maps

Wir haben das Naturschauspiel am Saltstraumen leider gerade verpasst und entscheiden uns bis zum nächsten Mal zu warten. Das ist erst wieder am Abend. Also gehen wir spazieren, schauen den Anglern zu und kochen. Rund um uns herum kehren die erfolgreichen Angler mit ihrer Beute zurück. Hier an dieser Engstelle ist das Wasser, nämlich sehr sauerstoffreich. Ganze Schwärme von Fischen halten sich deshalb hier auf.

Kein Wunder, dass hier der Weltrekord im Seelachsangeln aufgestellt wurde. Der Rekord-Seelachs wog  22,7 Kilogramm.

Strudel am Saltstraumen in Norwegen
Die Strudel werden immer mächtiger
Malstrom Saltstraumen in Norwegen
Immer mehr Strudel entwickeln sich

Um 20.30 Uhr stehen wir wieder am Fjord und schauen zu, wie die Wasserstrudel des Saltstraumen immer mehr und stärker werden. Dabei ist ein Teil des Wassers in der Mitte völlig glatt. Der Strom dreht seine Fließrichtung je nach Wasserstand um. Teilweise gibt es dabei zu den angrenzenden Strudeln Höhenunterschiede bis zu einem Meter. Es ist ein gewaltiges Naturschauspiel.

Boot fährt unter der Brücke und zwischen den Strudeln am Saltstraumen hindurch
Der Saltstraumen ist der mächtigste Mahlstrom der Welt, nur ein kleiner Streifen Fahrwasser bleibt

Der Parkplatz am Saltstraumen gefällt uns nicht so gut zum Übernachten. Deshalb entscheiden wir uns, trotz der fortgeschrittenen Stunde (es ist ja noch hell), noch ein „paar Meter“ weiterzufahren. Wir sind ja schließlich im Urlaub und wollen es schön haben.

Alternativ zur Rückkehr zur E6 über Fauske wäre von hieraus auch eine Fahrt über die bekannte Küstenstraße und Landschaftsroute Fv17 möglich oder über die 812 zurück zur E6. Und wer zu den Lofoten möchte, der nimmt am Bodø die Fähre. Wir wollten ja auf diesem Weg von den Lofoten zurückkommen, aber der Sturm hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Weil wir nicht mehr so viel Zeit für unsere Rückfahrt nach Deutschland haben verschieben wir die Fahrt über die Fv17 auf unseren nächsten Norwegenbesuch. Als Nächstes überqueren wir den Polarkreis und sind unterwegs mit dem Wohnmobil auf der E6 in Richtung Trondheim.


Norwegen mit Wohnmobil: Reiseroute Lofoten zum Saltstraumen bei Bodø


Der nächste Teil unserer Reise mit dem Wohnmobil durch Norwegen: Auf der E6 nach Trondheim

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Autor

Journalistin, Autorin und seit über 50 Jahren leidenschaftliche Reisende & Camperin. Mit meinem kompakten Kastenwagen-Wohnmobil bin ich in ganz Europa zwischen dem Südzipfel Spaniens und dem Nordkap unterwegs. Seit 2018 blogge ich auf www.hin-fahren.de zu schönen Reisezielen und gebe Tipps zu Camping und Wohnmobil.

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