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Nordkap mit Wohnmobil 4: Nordschweden – Stromschnellen, Geologie und leckeres Essen

Nordschweden Wohnmobil: Blick auf einen See und ein Birkenwäldchen

Aktualisiert am 11. Februar 2024

Mit dem Wohnmobil durch Schweden ist ein wunderbares Erlebnis. Auf der E4 kommen wir auf unserer Schweden-Nordkap-Route schnell voran und in Nordschweden liegen echte Highlights fast direkt am Weg.

In unserem Reisebericht erhältst Du einen Überblick über die Reiseroute durch Nordschweden mit Wohnmobil, unsere Fahrt auf der E4 und die Sehenswürdigkeiten auf dem Weg. Ich stelle Dir das Weltnaturerbe Höga Kusten, die Stromschnellen in Storforsen und die Kirchstadt in Lulea näher vor. Es sind wunderbare Reiseziele, die direkt an der E4 liegen oder mit einem nicht zu langen Umweg erreichbar sind.

Nordkap-Route: Anfahrt durch Nordschweden mit Wohnmobil

Gewaltige Wassermassen in Storforsen
Die Stromschnellen von Storforsen in Nordschweden sind ein lohnenswerter Abstecher auf dem Weg zum Nordkap

Wir verlassen mit dem Wohnmobil Stockholm und fahren weiter nach Norden.

  • Unsere Reise zum Nordkap durch Schweden geht weiter durch Nordschweden nach Finnland.
  • Unsere Übernachtungsplätze in Nordschweden sind auch für Wohnwagen geeignet.
  • Unterwegs schauen wir uns noch einige Highlights an der Strecke an.
  • Auch Dir kann ich in Schweden an der E4 diese Sehenswürdigkeiten und Abstecher sehr empfehlen.

Auch in Süd-Schweden mit Camper haben wir schöne Orte gesehen und sind trotzdem sehr gut vorangekommen.

Nützlich für Deine Reise ist auch meine Wohnmobil-Packliste.


Das erwartet Dich auf der Nordkap-Route durch Nordschweden mit Wohnmobil

  1. Nördlich von Stockholm wird der Verkehr deutlich weniger.
  2. Die E4 durch Nordschweden ist sehr angenehm zu fahren mit Wohnmobil.
  3. Die Anreise zum Nordkap durch Schweden über die E4 erfolgt auf der sehr gut ausgebauten schwedischen Autobahn & auf Schnellstraßen.
  4. Links und rechts der Route liegt dichter Wald.
  5. Auf der E4 in Nordschweden wechseln sich ein- und zweispurige Routenführungen ab.
  6. Neben der Straße liegen riesige Felsbrocken und Seen in der schwedischen Landschaft.
  7. Immer wieder gibt es schöne Rastplätze an der E4 mit Blick auf Seen und Wald.
  8. Direkt an dieser Strecke mit dem Wohnmobil durch Schweden liegen schöne Campingplätze und Wohnmobil-Stellplätze.
  9. Auf unserer Schweden-Nordkap-Route über die E4 gibt es interessante Sehenswürdigkeiten.
  10. Wir stellen fest, auch Nordschweden ist ein interessantes Reiseziel für einen Wohnmobil-Urlaub.

Gut ausgebaute Route durch Nordschweden

Straßenschild an der E4 in Nordschweden
Das Fahren auf der E4 ist sehr angenehm

Nachdem wir auf der Autobahn nördlich von Stockholm sehr gut vorangekommen sind, wird die Strecke einspurig. Kurz vor 11 Uhr haben wir jetzt Anfang Juni in der Mitte von Schweden schon 25 Grad. Eine Freundin meldet sich aus St. Petersburg, wir haben inzwischen fast die gleiche Höhe erreicht, irre oder?

80 Kilometer später wird die schwedische Straße Richtung Norden und Nordkap wieder vierspurig und auch die Landschaft ändert sich. Wir halten mit unserem Wohnmobil kurz an einem Rastplatz direkt neben der E4. Im Wald gibt es schöne Picknickplätze mit Blick auf einen See. Über einen Spazierweg erreichen wir sogar einen kleinen Strand. Das Wasser ist ziemlich warm, zeigt der Test, und ein kleiner Junge plantscht fröhlich darin herum.

Hier könnten wir eigentlich gut verweilen, aber weiter geht es, das Ziel Nordkap ist noch weit.

Nordschweden mit Wohnmobil: Pause und Lunch Buffet

Lunchbuffet im Pink Ladies
Salat, Pizza, Fleisch und andere Köstlichkeiten sind im Angebot, immer wieder wird nachgelegt.

Ein Stück weiter haben wir aber doch Hunger. Ein Hinweis am Straßenrand macht neugierig. Pink Ladies noch fünf Minuten entfernt, steht da. Zu dieser Raststätte hatte ich doch etwas in einem anderen Blog gelesen. Also fahren wir mit unserem Wohnmobil am nächsten Rast- und Tankhof ab. Und richtig, da ist es, das Diner (Achtung, das Pink Ladies gibt es nicht mehr, aber auf dem Rasthof kannst Du immer noch sehr gut anhalten und Pause machen).

Draußen raucht der gut gefüllte große Holzkohlegrill, vor der Tür stehen pinke Flamingos aus Plastik. Njurunda steht als Ort auf unseren Fotos, die wir reichlich machen. Denn auch die Einrichtung ist eine Augenweide – American Diner pur. (Inzwischen hat das Diner den Besitzer und den Namen gewechselt. Die Flamingos gibt es wohl nicht mehr. Das Essen soll aber weiterhin sehr gut sein, haben mir mehrere Leser berichtet)

Eine freundliche Begrüßung auf Schwedisch (wir verstehen nix), schnell wird auf Englisch gewechselt und es folgt eine ausführliche Erklärung des schwedischen Mittagsangebotes. Es gibt Lunchbuffet mit Hähnchen und Schwein vom Grill und hausgemachtem Kartoffelsalat, dazu Vorspeisebuffet, Nachtisch, alkoholfreie Getränke und Kaffee.

Es ist köstlich, der Service aufmerksam und der Kaffee sehr gut. 🙂

Also gut aufpassen auf der Schweden-Nordkap-Route in Richtung Norden, wenn Du hier um die Mittagszeit vorbeikommt. Du findest das Angebot etwa 20 Kilometer vor Sundsvall. Aber auch sonst sind die Mittagsbuffets in Schweden eine Pause wert, solche Angebote findest Du überall auf dem Weg.

Camping pur in Nordschweden am Weltnaturerbe Höga Kusten

An der Brücke Högakustenbron beginnt das Gebiet Höga Kusten
Die Brücke Högakustenbron ist spektakulär. Mit dem Wohnmobil ist das Übernachten mit diesem Blick möglich.

Als nächste Sehenswürdigkeit auf unserer Fahrt über die E4 durch Nordschweden mit Wohnmobil haben wir die Region Höga Kusten (Hohe Küste), zwischen Härnösand und Örnsköldsvik, anvisiert.

Start ist an der gigantischen Brücke Högakustenbron, 1867 Meter lang, Stützweite 1.210 Meter. Die mächtige Brücke, mit der die E4 einen gigantischen Sund überbrückt, wurde 1997 eröffnet und ist das zweithöchste Gebäude in Schweden. Sie wird in der Bauweise gleichgesetzt mit der Golden Gate Bridge und ist jetzt schon die zweite imposante Brücke, die wir in unserem Urlaub passieren, Hochachtung vor den Ingenieuren.

Und diese Brücke liegt genau auf unserer Route durch Schweden zum Nordkap.

Bei der Anfahrt zur Brücke ist anhalten schwer möglich. So müssen wir leider auf ein Foto verzichten. Aber auf dem Parkplatz nach der Brücke, von dem man einen sehr guten Blick auf das Bauwerk hat, kann man sehr gut Pause machen und auch mit Wohnmobil und Wohnwagen übernachten. Es sind Wohnmobil-Stellplätze eingezeichnet. Diese sind kostenlos. Dazu gibt es Toiletten und ein Hotel mit Restaurant.

Der Blick von verschiedenen Picknickplätzen auf die Brücke ist herrlich. Ein weiteres Plus ist ein Andenkenladen mit sehr geschmackvollen Sachen. Diese sind für die angebotene Qualität auch nicht zu teuer. So landen schon in Schweden ein paar Urlaubsmitbringsel in unserem Camper.

Bei der Recherche zur Brücke sind wir auch auf das Informationszentrum zu dieser sehr ungewöhnlichen Region in Nordschweden aufmerksam geworden. Denn wir wollen noch ein wenig mehr erfahren zum Weltnaturerbe Höga Kusten. Dafür fahren wir die E4 ein Stück weiter.

Die nächste Sehenswürdigkeit auf unserem Weg, das Museum Naturum in Docksta, liegt neben dem Skullberget (Schädelberg) und ebenfalls direkt an der E4. Der Parkplatz ist etwas geschützt, groß und offiziell auch als Wohnmobil-Stellplatz ausgeschildert. Dieser ist ebenfalls kostenlos und Toiletten gibt es auch.

Informationszentrum Höga Kusten in Nordschweden
Das Naturum in Docksta ist Informationszentrum zum Gebiet der Höga Kusten

Als wir ankommen, stehen bereits die ersten schwedischen Wohnmobile da und wir stellen unseren Campingbus mit etwas Abstand daneben und steuern gleich das Naturum an. Wir müssen uns beeilen, denn das Museum ist nur bis 17 Uhr geöffnet.

Viele kurzweilige Informationen gibt es hier zur Region Höga Kusten, die in der Eiszeit unter drei Kilometer dickem Eis lag und deshalb erheblich absank. Nach der Eisschmelze stieg das Land wieder an, und hier in der Region besonders stark (285 Meter). Dabei hat sich diese außergewöhnliche Naturlandschaft mit Seen, Bergen, Schluchten und anderen geologischen Formen gebildet. Es ist die höchste Küstenlinie der Welt (daher auch der Name Höga Kusten), erfahren wir.

Menschen siedelten sich bereits früh in der Region an und gestalteten ihre Umwelt. Zusätzlich gibt es eine große Artenvielfalt bei Pflanzen und Tieren, im Wasser und an Land.

Mein Mann ist nach dem Museumsbesuch noch spontan zur Grotte auf halber Höhe des imposanten Berges gestiegen, eine richtige Kraxelei, und hatte eine wunderbare Aussicht. Ich hatte falsche Schuhe an und bin deshalb wieder umgedreht und habe im Wohnmobil auf dem Stellplatz auf ihn gewartet. 🙂 Aktuell ist nach meinen Informationen ein Teil des Weges gesperrt.

Ganz in der Nähe des Informationszentrums Höga Kusten gibt es auch die Möglichkeit, mit einer Seilbahn auf den Skullberget zu fahren. Das wäre für mich die passende Alternative gewesen.

Die ganze Region lädt zur Entdeckung ein. Hierher kommen wir auf jeden Fall noch einmal und dann steige (oder fahre) ich auch den Berg hinauf.

Zügiges Fahren auf der E4 durch Nordschweden mit Wohnmobil

Gefahrenschild mit Elch in Nordschweden
Immer wieder weisen Schilder auf Wildwechsel von Elchen hin

Der Stellplatz neben dem Museum eignet sich gut zur Übernachtung. Wir wollen aber dem Nordkap und der nächsten Sehenswürdigkeit, die wir uns auf der Strecke ausgesucht haben, noch näher kommen. Deshalb entscheiden wir uns für die Weiterfahrt. Wie gut, dass es hier im Norden von Schweden jetzt im Juni so lange hell ist.

Die Stromschnellen Storforsen stehen als Nächstes auf der Wunschliste unseres Skandinavien-Wohnmobil-Urlaubs. Bis dahin sind es noch 500 Kilometer. Und zum Nordkap ist es noch viel weiter. Die weitere Strecke durch Nordschweden auf der E4 lässt sich sehr gut fahren und ich finde sie auch überhaupt nicht langweilig. Es geht viel durch Wald, aber die Landschaft ändert sich regelmäßig.

An manchen Stellen muss die Geschwindigkeit wegen Tempolimits reduziert werden. Deshalb gilt höchste Aufmerksamkeit. Ein Strafzettel wegen zu schnellen Fahrens wird in Schweden schnell richtig teuer.

Und auch die vielen Elchwarnschilder an der Strecke haben sicher einen Grund, auch wenn wir keines dieser imposanten Tiere entdecken. Sie haben bestimmt in den Wäldern um uns herum gelauert.

In dieser Region Nordschwedens auf der Nordkap-Route bis nach Örnsköldsvik und weiter nach Norden sehen wir viele Parkplätze mit sehr einladenden Badeplätzen oder kleine Campingplätze direkt am Wasser. Aber wir wollen ja mit unserem Wohnmobil noch weiter nach Norden in Richtung Nordkap kommen und fahren weiter.

670 Kilometer nach unserem Start in Stockholm suchen wir dann einen Wohnmobil-Stellplatz und finden 15 Kilometer nördlich von Umea in Sävar einen kleinen Parkplatz. Dieser liegt ein wenig weg von der E4. Neben einem schwedischen Wohnmobil parken wir auf einem für Camper eingezeichneten Stellplatz ein. Hier hat zu Napoleons Zeiten eine große Schlacht stattgefunden, ist im Informationspavillon neben uns zu lesen.

Wir sind schon ganz schön weit mit dem Wohnmobil durch Schweden nach Norden gekommen. Um 22 Uhr ist es jetzt Anfang Juni immer noch richtig hell. Von unserem Stellplatz sind es noch 1.100 Kilometer bis zum Nordkap. Wir haben mehr als 2.000 Kilometer unserer Reise geschafft und sind jetzt zweieinhalb Tage unterwegs.

Der schönste Wohnmobil-Stellplatz in Nordschweden

Wohnmobilstellplatz in Jävrebin an der E4
Der Stellplatz in Jävrebyn liegt direkt an einer kleinen Bucht

Auf dem Parkplatz an der E4 war in der Nacht noch reges Kommen und Gehen. Aber wir haben in unserem Wohnmobil gut geschlafen. Um 4 Uhr war es schon wieder hell und auch die Vögel waren topfit. Wir haben uns dem Polarkreis schon deutlich genähert.

Wieder unterwegs passieren wir in Jävrebyn einen sehr schön gelegenen Wohnmobil-Stellplatz an einem kleinen Hafen, mit Blick auf die Bucht. Er liegt direkt neben der E4. Viele Wohnmobile und auch Wohnwagen stehen hier. Daneben ist ein neuer großzügiger Platzbereich mit Strom entstanden.

Für die Übernachtung muss im Shop auf der anderen Seite der Schnellstraße bezahlt werden. Toilette und Wasser sind vorhanden. Schade, aber soweit haben wir es gestern nicht mehr geschafft. Der Aufstieg auf den Leuchtturm in der Bucht ist echt eng, aber sehr lohnend. Der Blick von Oben ist super.

Highlight Wohnmobil-Tour Nordschweden: Abstecher Stromschnellen Storforsen

Kleiner Wasserfall abseits der Stromschnellen in Storforsen
Bei den Stromschnellen von Storforsen gibt es viel zu sehen

Die weitere Fahrt durch Nordschweden mit Wohnmobil vergeht wie im Flug. Da wir uns als nächste Sehenswürdigkeit die Stromschnellen von Storforsen anschauen wollen, verlassen wir in Pitea die E4 und unsere direkte Reiseroute zum Nordkap. Dann fahren wir durch ein paar Kreisverkehre auf die 374, der wir im Camper durch Farmland und Wald folgen. Irgendwann ist dann auch unser Reiseziel Storforsen ausgeschildert. Es geht immer geradeaus durch den Wald.

Am Storforsen (bei Bredsel) überwindet der Fluss Pite (Piteälven), einer der vier großen schwedischen Flüsse, 82 Meter Höhenunterschiede auf fünf Kilometern. Dabei entwickelt er eine große Kraft. Auf den letzten 600 Metern fällt der Fluss 50 Meter.

Wir parken unser Wohnmobil auf dem Parkplatz des Naturparks (Achtung! Übernachten mit Wohnmobil ist hier verboten, am Hotel in der Nähe gibt es einen kleinen Campingplatz) und folgen dem Geräusch des fallenden Wassers. Der Weg ist sogar für Rollstuhlfahrer barrierefrei mit Stegen und Brücken angelegt.

Über Brückchen geht es durch die wilde Flusslandschaft. Überall im Gelände gibt es Picknick- und Grillplätze. Viele Einheimische sind mit großen Taschen unterwegs zu den schönsten Plätzen.

Stromschnellen in Storforsen im Juni
Mit aller Macht schießt das Wasser der Stromschnellen ins Tal

Dann stehen wir vor dem Hauptstrom des Flusses Pite und den Stromschnellen. Donnernd schießt der Fluss ins Tal. Durch die Schneeschmelze ist das Wasser jetzt im Juni sehr hoch und tost mächtig an uns vorbei. Ganze Baumstämme nimmt es dabei mit. Gebannt stehen wir vor den brodelnden Wassermassen der mächtigen Stromschnellen.

Auf einem angelegten Weg kann man an den Stromschnellen entlang laufen. An manchen Stellen fühlt es sich so an, als wäre man mittendrin. Hier haben die Flößer kleine Dämme errichtet, um die Bäume entsprechend zu leiten. Bis ungefähr 1970 wurde auf dem Fluss geflößt. Diese Konstruktionen kommen jetzt den Besuchern zugute.

Es ist absolut beeindruckend. Diesen Abstecher zu den Stromschnellen bei Storforsen solltest Du in Nordschweden unbedingt einplanen. Sie gehören zu den Top-Sehenswürdigkeiten in Schweden.

Naturpark Storforsen in Nordschweden
Das ganze Gelände in Storforsen lädt zur Entdeckung ein

Wir spazieren flussabwärts bis zum Hotel Storforsen, bei dem sich auch ein kleiner Campingplatz befindet, und genießen dabei immer wieder Blicke auf den Fluss. Auch das Flussbett mit eingegrabenen Rinnen und kleinen Schluchten ist sehenswert. Im Hotel wird gerade das Lunchbuffet serviert. Gerne nehmen wir dafür im Gastraum mit Sicht auf den Wasserfall am Ende der Stromschnellen Platz und genießen ein gutes Mittagessen.

Nordschweden mit Wohnmobil: Besuch in Gammelstad Kirchstadt

Kleine Häuser rund um die Kirche in der Kirchstadt in Lulea
Die Kirchstadt von Lulea gehört zum Weltkulturerbe

Nach der Rückkehr zur E4 und zu unserer direkten Reiseroute mit Wohnmobil zum Nordkap machen wir mit unserem Camper noch einen letzten Abstecher in Nordschweden. Die Gammelstad Kirchstadt bei Lulea gehört zum Weltkulturerbe und ist ebenfalls eine der Sehenswürdigkeiten, die nicht weit von der E4 entfernt liegen.

Was ist aber eine Kirchstadt? Früher lebten die Menschen in Nordschweden verstreut auf ihren Gehöften. Die nächste Kirche war weit weg. Deshalb bauten sie rund um die Kirchen kleine Häuser, um nach oder vor dem Gottesdienstbesuch übernachten zu können. Die einfachen Häuschen wurden nur an den Sonn- und Feiertagen genutzt.

Im historischen Teil von Lulea (Gammelstad) ist rund um die Kirche Nederluleå ein solches altes Kirchdorf mit rund 400 Häuschen erhalten geblieben. Dieses besteht seit etwa 500 Jahren. Die typisch schwedische Sehenswürdigkeit wurde als traditionelle nordskandinavische Kirchstadt als Welterbe der UNESCO geschützt.

Die Gammelstad Kirchstadt in Lulea
Die Häuser in der Gammelstad Kirchstadt werden auch heute noch genutzt

Wir schlendern andächtig durch die Gassen rund um die Kirche.

Noch heute werden die Häuschen der historischen schwedischen Ansiedlung vorwiegend am Wochenende genutzt. Längeres darin Wohnen ist untersagt. Strom gibt es inzwischen, aber nur wenige der roten, in Reihen gebauten Gebäude verfügen über fließendes Wasser.

Innere eines der Kirchstadt-Häuschen
Die Häuser der Kirchstadt sind sehr einfach eingerichtet

Ein Haus der Kirchstadt bei Lulea ist zu besichtigen. Da es einem wichtigen Mitglied der Gemeinde gehörte, ist es etwas größer. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein.

Auf dem großzügigen Parkplatz der Kirchstadt kann auch mit dem Wohnmobil übernachtet werden. Hier steht man ruhig am Feldrand. Wer etwas mehr Komfort und Trubel wünscht, in Lulea gibt es am Hafen einen sehr gut ausgestatteten Wohnmobilstellplatz.

Nordschweden mit Wohnmobil: Weiter in Richtung Finnland

Das Wohnmobil steht direkt am Meer
Einer der vielen schönen Campingplätze in Nordschweden

Der Tag war lang und wir haben viel gesehen. In Töre, knapp 80 Kilometer vor der finnischen Grenze, steuern wir mit unserem Wohnmobil einen kleinen schwedischen Campingplatz am Meer an. Es ist windig und die Sonne scheint auch am späten Abend noch kräftig. Rund um uns ist Wasser. Lange sitzen wir vor unserem Wohnmobil. Noch 800 Kilometer sind es jetzt bis zum Nordkap.

Am nächsten Tag überqueren wir die Grenze und fahren weiter im Camper durch Finnland.

Meilenstein auf dem Weg zum Nordkap, die Grenze nach Finnland
Grenze erreicht: Jetzt geht es weiter nach Finnland.

Sehr ausführlich habe ich die Schweden-Nordkap-Route und Übernachtungsmöglichkeiten auf Wohnmobilstellplätzen und Campingplätzen an der Strecke im Beitrag Der schnellste Weg zum Nordkap beschrieben.

Wir setzen unsere Reise mit Wohnmobil zum Nordkap durch Finnland fort.

Praktische Tipps Nordschweden Wohnmobil

01. Schweden-Nordkap-Route mit Wohnmobil durch Nordschweden

  1. Immer der E4 folgen
  2. Stockholm
  3. Sundsvall
  4. Umea
  5. Pitea (Abstecher Storfosen)
  6. Lulea (Kirchstadt)
  7. Haparanda (Finnland)

02. Sehenswürdigkeiten an der E4 in Nordschweden mit Wohnmobil

  • Zwischen Stockholm und Uppsala lohnt sich ein Abstecher an den Melarsee und nach Sigtuna, der ältesten Stadt in Schweden, mit schöner Fußgängerzone und Runensteinen
  • Höga Kusten, Weltnaturerbe zwischen Härnösand und Örnsköldsvik, das Land hat sich hier nach der Absenkung in der Eiszeit um 285 Meter gehoben
  • Brücke Högakustenbron (direkt an der E4)
  • Region Höga Kusten
  • Museum Naturum zur Region
  • Stromschnellen Storforsen (Abstecher ab Pitea)
  • Gammelstad Kirchstadt bei Lulea

03. Auswahl Wohnmobil-Stellplätze & Campingplätze Nordschweden

04. Wohnmobil-Reiseführer mit den schönsten Routen Nordschweden

Unsere komplette Rundreise zum Nordkap und durch Skandinavien

Frage und Antworten Nordschweden Wohnmobil

Was sollte man sich in Nordschweden auf der Fahrt zum Nordkap ansehen

Sehenswert sind die Region Höga Kustenbron, die Stromschnellen von Storforsen und die alte Kirchstadt von Lulea.

Wo kann ich mit Wohnmobil oder Wohnwagen in Nordschweden übernachten?

Es gibt sehr schöne Campingplätze und eine Reihe von Wohnmobilstellplätzen oder Parkplätze mit Bereichen für Wohnmobile.

Gilt das Jedermannsrecht in Schweden auch für Wohnmobile?

Nach dem Jedermannsrecht darf man sich in Schweden frei in der Natur bewegen und sogar zelten. Es gilt aber nicht für Fahrzeuge mit Motor, also nicht für Wohnmobile.

Was muss man mit dem Wohnmobil in Schweden beachten?

Die Gasversorgung ist in Schweden nicht so einfach. Also besser mit vollen Gasflaschen nach Schweden fahren.

Auf welcher Strecke komme ich auf der Schweden-Nordkap-Route in Nordschweden am besten voran?

Die E4 ist gut ausgebaut und angenehm zu fahren. Dadurch ist das Fahren nicht so anstrengend.

Gibt es Gefahren für Wohnmobilfahrer in Schweden?

Achte unbedingt auf Elche, denn die sind riesig. Nicht umsonst stehen überall in Schweden Warnschilder. Rund um Malmö und bei den anderen Städten im Süden das Wohnmobil nicht unbeaufsichtigt abstellen. Hier kommt es immer wieder zu Aufbrüchen.

Nordkap-Wohnmobil-Tour: Route in Nordschweden, Stromschnellen, Kirchstadt #Wohnmobilreise #Schweden #Nordkapfahrt

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Autor

Ich bin Journalistin, Autorin und seit über 50 Jahren leidenschaftliche Camperin. Mit meinem Kastenwagen-Wohnmobil bin ich in ganz Europa unterwegs, zwischen Südspanien und Nordkap. Hier zeige ich die schönsten Reiseziele im Camper, Routen zum Nachfahren und gebe Hilfe und Beratung zu Camping und Wohnmobil. Viele Tipps bekommst Du auch in meinen Wohnmobil-Reiseführern.