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Zwischen Bergen und Meer – mit dem Wohnmobil ins Friaul (Italien)

Steilküste im Friaul bei Triest

Aktualisiert am 21. Juli 2023

Friaul mit dem Wohnmobil: Für unsere diesjährige Camping-Tour nach Italien in den Herbstferien, haben wir uns für den Norden entschieden. Das Schöne in dieser Region in Italien mit Camper, nicht weit weg von Venedig, ist die Nähe von Bergen und Meer, die sympathische Großstadt Triest, kleine Badeorte, der Rand der Dolomiten und viele grüne Weinberge.

Und dennoch ist das Friaul ein Geheimtipp mit Wohnmobil in Italien. Bisher zieht es noch nicht so viele Camper hierher. Uns lockt eine alte Kulturlandschaft, die von den Ländern Österreich, Slowenien und Italien geprägt wurde. Aber auch die Römer waren schon hier. Hier erfährst Du, welche Orte Du auf Deiner Reise durch Italien mit Camper besuchen solltest und wo es uns besonders gut gefallen hat.

Es ist für mich ein echter Wohnmobil-Geheimtipp und eine der schönsten Wohnmobil-Touren durch Italien. Wir waren bereits zweimal im Herbst in dieser Region unterwegs.

Genießen im Cafe in Triest - Highlight unserer Tour durchs Friaul mit Wohnmobil
In der Sonne sitzen, Spritz trinken und genießen in Triest
INHALTE Anzeigen

Das erwartet Dich mit Wohnmobil im Friaul (Italien)

  1. Eine vielseitige Landschaft zwischen Bergen und Meer
  2. Eine von verschiedenen Kulturen geprägte Region
  3. Sehr alte kleine Kirchen
  4. Herrliche römische Mosaiken in Aquileia
  5. Ursprüngliches und sehr gutes Essen
  6. Malerische Ortschaften
  7. Die sympathische Großstadt Triest
  8. Einfache und angenehme Wohnmobilstellplätze
  9. Verschiedene schöne Campingplätze

Mit dem Wohnmobil über die Alpen nach Italien

Stellplatz für Wohnmobile im Friaul
Im Friaul gibt es viele einfache und gut ausgestattete Stellplätze für Wohnmobile – viele davon kostenfrei. Hier stehen wir auf dem Stellplatz in Ampezzo

Diesmal wollen wir bei der Anreise nach Italien mehr von den Dolomiten sehen, die das Friaul im Norden begrenzen, und nehmen mit dem Wohnmobil die Route durch Österreich über den Plöckenpass.

Die Strecke zieht sich. Immer weiter klettert unser Kastenwagen-Camper die Berge hinauf in Richtung Italien. Es ist eine alte Reiseroute über die Alpen, der wir hier mit dem Wohnmobil folgen. Immer wieder begegnen wir auf der Strecke Hinweisen auf die alte Römerstraße.

⇒ TIPP: Die Fahrt mit dem Wohnmobil auf der Strecke über die Alpen von Österreich nach Italien ist mit dem Wohnmobil möglich. Auf diesen Straßen muss man das Bergfahren aber lieben. Sie sind an einigen Stellen sehr eng und die Kurven verlangen äußerste Konzentration. Ab dem Plöckenpass, auf dem sich auch die Grenze zwischen Österreich und Italien befindet, gilt eine Beschränkung für Fahrzeuge ab 3,5 Tonnen. Damit ist hier für größere Wohnmobil auf dem Weg über die Alpen nach Italien Schluss.

Leider ist das Wetter viel schlechter als ursprünglich angekündigt. So sind die spektakulären Berge der südlichen Alpen nur zu erahnen. Auch die von mir geplante Wanderung an der Grenze Österreich-Italien am Plöckenpass muss wegen des Wetters bedauerlicherweise entfallen. Sie führt durch das hier eingerichtete Freilichtmuseum in rekonstruierten Kriegsstellungen des 1. Weltkriegs.


Fazit Anreise mit dem Wohnmobil nach Italien über die Alpen: Diese Anfahrt mit dem Camper über Österreich nach Italien und ins Friaul über die Alpen, lohnt sich nach meiner Einschätzung nur bei gutem Wetter. Laut Navi dauert die Anfahrt mit Wohnmobil über die Berge und Bundesstraßen ab Rosenheim durch Österreich nur eine Stunde länger als der 100 Kilometer längere Umweg über die Autobahn nach Italien. Wir haben beides ausprobiert und in den Alpen mit dem Wohnmobil weit mehr Zeit für die Anfahrt ins italienische Friaul gebraucht als angegeben.


Geheimtipp Italien: Route durchs Friaul mit Wohnmobil

Ziel 1: Wohnmobiltour Friaul – Sauris

Der See in Sauris schillert grün und kühl
Der Lago di Sauris

Steil geht es mit dem Wohnmobil nach dem Plöckenpass wieder ins Tal. Als erstes Ziel in Italien haben wir uns die Doppelgemeinde Sauris herausgesucht. Über eine enge Bergstraße, die nur von Fahrzeugen bis 3,5 Tonnen befahren werden darf, erreichen wir Comeglians und folgen dann der Ausschilderung (für größere Fahrzeuge ist auch eine andere Anfahrt über Tolmezzo möglich). Die Straße ist an einigen Stellen extrem eng und schlecht. An manchen Stellen liegt noch altes Kopfsteinpflaster.

Kein Wunder, dass hier ein Wohnmobil-Geheimtipp in Italien ist. Immer weiter geht es in die Abgeschiedenheit der Berge. Mit unserem Kastenwagen-Wohnmobil ist die Fahrt kein Problem. Größere Wohnmobile schaffen die Anfahrt nach Sauris mit guten Nerven und vorausschauender Fahrt sicher auch. An einer Stelle begegnet uns ein Kleinlaster, sonst ist jetzt im Oktober nicht viel Verkehr. Hier in der Abgeschiedenheit hat sich auf einer Sprachinsel ein alter deutscher Dialekt erhalten, den wir aber nicht verstehen können.

Nach einem engen alten Tunnel liegt der türkisblaue Lago die Sauris (Saurissee) direkt vor uns. Die Sonne spiegelt sich auf dem Wasser. Über den schroffen Gipfeln in der Umgebung liegen Wolken. Schon für diesen Blick hat sich die Anfahrt gelohnt. Danach geht es mit dem Camper immer höher durch satte grüne Almwiesen. Die Region am Rand von Italien ist wirklich schön. Sie wird auch als „Perle der Karnischen Alpen“ bezeichnet. Und die liebevoll gepflegten hölzernen Bergbauernhäuser sind so ganz anders als im Rest von Italien.

In Sauris di Sotto (auf 1.200 Meter Höhe) soll es einen schönen Wohnmobil-Stellplatz und leckeren Schinken (beim Hersteller Wolf) geben. Aber leider prangen am hervorragend mit Wasser, Strom und Toiletten ausgestatteten Parkplatz, den der Führer Venetien und Friaul aus der Womo-Reihe* empfohlen hat, jede Menge Verbotsschilder. Übernachten ist hier also bedauerlicherweise nicht mehr gestattet. Die Alternative ist der kleine Campingplatz auf halber Strecke nach Sauris di Sopra, das auf 1.400 Meter Höhe liegt und die höchste Gemeinde im Friaul ist. Dieser hat aber jetzt so spät im Jahr schon geschlossen.

Deshalb fällt unser Besuch in dieser verzauberten Region des Friaul leider sehr kurz aus.

Es ist spät und wir brauchen einen Schlafplatz, schade. Unterkunft finden wir auf dem kommunalen Wohnmobil-Stellplatz in Ampezzo (nicht mit Cortina d’Ampezzo verwechseln), neben dem Sportplatz. Hier lassen wir uns nach einem langen Tag den köstlichen in Sauris erstandenen Rohschinken schmecken.

Besichtigen in Sauris

  • Lago die Sauris
  • Sauris di Sotto
  • Sauris di Sopra

Übernachtung mit dem Wohnmobil bei Sauris

Ziel 2: Reise mit Wohnmobil ins Friaul – Gemona del Friuli

Fassade des Doms in Gemona
Die Fassade des Doms von Gemona hat das Erdbeben überstanden – etwas verzogen

Weiter geht die Italien-Fahrt mit unserem Wohnmobil über Talmezzo nach Gemona. Wir parken auf dem Wohnmobil-Stellplatz, fast direkt am Zentrum. Dieser liegt sehr günstig zum Ort und ist fast leer.

Gemona gilt als eine der schönsten historischen Ortschaften im Friaul-Julisch Venetien. Dabei wurde der Ort 1976 von schweren Erdbeben völlig zerstört.

  • Vom sehenswerten romanisch-gotischen Dom Santa Maria Assunta aus dem 14. Jahrhundert stürzten das rechte Seitenschiff und der frei stehende Glockenturm ein.
  • Teile des schönen Gebäudes mit eindrucksvoller Fassade blieben wie ein Wunder stehen.
  • Seitdem stehen die Säulen im Inneren aber ein wenig schief.
  • Auch ein Blick unter das Gebäude lohnt sich (Zugang von außen). Hier gibt es eine Unterkirche mit Malereien und ein Ossuarium, mit den Überresten von bei der Befestigung und Renovierung der Kirche gefundenen alten Gräbern.

Inzwischen ist das italienische Gemona wieder völlig aufgebaut. Nur auf der Burg oberhalb des Ortes finden noch Bauarbeiten statt. Spuren des Erdbebens bleiben. Eine der zerstörten Kirchen wurde als Mahnmal nicht wieder aufgebaut. In einem kleinen Museum gegenüber der Touristeninformation von Gemona, in der wir uns mit Informationen versorgt haben, sind eindrucksvolle Fotos der Zerstörung und des Wiederaufbaus des Ortes zu sehen.

In der Via Giuseppe Bini, die durch die Altstadt zum Dom führt, fallen schöne Paläste auf, bei denen zum Teil noch Freskenmalerei erhalten ist. Sehenswert ist auch eine Wallfahrtskirche des Heiligen Antonius von Padua. In Gemona wurde 1248 die erste dem Hl. Antonius gewidmete Kirche eingeweiht. Das war 17 Jahre nach seinem Tod. Nach dem Erdbeben 1976 wurde eine neue Wallfahrtskirche gebaut. Die Ruinen der durch den Heiligen errichteten Kapelle wurden darin integriert.

Nach zwei Stunden Besichtigung zieht es uns weiter auf unserer Wohnmobil-Tour durch Italien.

Besichtigen Gemona del Friuli

  • Dom
  • Räume unterhalb es Domes (Zugang von außen)
  • Museum zur Erinnerung an das Erdbeben: 1976 – Frammenti di Memoria
  • Wallfahrtskirche des Heiligen Antonius

Wohnmobil-Stellplatz in Gemona del Friuli (Friaul / Italien)

Ziel 3: Wohnmobiltour Italien im Friaul – San Daniele del Friuli

Schinken in San Daniele del Friuli
Die Schinken reifen in San Daniele mehrere Monate

Wir überqueren mit dem Camper den Tagliamento auf einer der wenigen Brücken. San Daniele des Friuli hat eine schöne kleine Altstadt auf dem Hügel. Aber San Daniele im Friaul ist vor allem bekannt für den leckeren Schinken. Hier dreht sich alles um „prosciutto“, den Du unbedingt probieren solltest – entweder zum Glas Wein in einer der Weinstuben, in einem der zahllosen Restaurants oder auch direkt beim Produzenten.

Unser Wohnmobil parkt auf dem offiziellen Stellplatz neben einer Sporthalle (bis in die Abendstunden ist hier ein reges Kommen und Gehen, deshalb besser auf der anderen Seite der Parkplatzabtrennung parken). Bis ins Zentrum ist es nicht weit. Erwartungsvoll erklimmen wir den Burghügel. Und wir werden nicht enttäuscht. Rund um die große Kirche auf dem Hügel gibt es eine kleine Anzahl netter Gassen und sehr viele Möglichkeiten einzukehren.

Unser Reiseführer Friaul* rät uns zur L’Osteria di Tancredi. Das ist eine gute Wahl. Pünktlich um 19 Uhr nehmen wir an einem der wenigen Tische im liebevoll gestalteten und renovierten Gastraum Platz. Ansonsten ist alles reserviert. Besonders gut schmeckt uns der Vorspeisenteller, der neben dem hervorragenden Schinken noch eine Auswahl anderer Köstlichkeiten präsentiert.

Es ist kein ganz billiger Abend, der aber zu einem der Höhepunkte unseres Italien- und Friaulbesuches gehört. Auch einen Blick in die Kirche Sant’Antonio aus dem 14. Jahrhundert werfen wir noch. Durch den fast leeren Kirchenraum kommen die Fresken sehr gut zur Geltung. Die Kirche wird wegen der bunten Bilder aus dem 15. und 16. Jahrhundert auch „Sixtinische Kapelle des Friaul“ genannt.

Am nächsten Tag wollen wir mehr über den besonderen italienischen Schinken erfahren und diesen direkt beim Erzeuger kaufen. In der Touristeninformation besorgen wir uns eine Liste, wo und wann dies möglich ist und wo es auch eine Führung dazu gibt. Leider ist heute ein schlechter Tag für eine der öffentlichen Begehungen. Auf Empfehlung steuern wir alternativ die Prosciuttificio Prolongo Giovanni in der Vorstadt von San Daniele an. Ungünstigerweise ist das parken mit Wohnmobil nur in der weiteren Umgebung möglich. Der Hof ist sehr eng.

Und wir haben wirklich Glück und dürfen einen kleinen Blick hinter die Kulissen des 1957 gegründeten Familienbetriebes werfen, wo der bekannte Schinken von San Daniele hergestellt wird. Inzwischen ist dies nach Voranmeldung per Mail möglich. Die Produktion ist wirklich beeindruckend. Viele Monate reifen die Schinken an der Keule. Nur sorgfältig ausgewähltes Fleisch aus Italien kommt zum Einsatz, lernen wir. In San Daniele ist wohl das Klima und die Luft besonders gut geeignet für die Reifung. Adria- und Alpenwinde treffen hier zusammen.

Wir dürfen Fragen stellen, probieren und wir kaufen auch ein – für uns unterwegs und für die Lieben zu Hause. Feinst geschnittener Schinken ist vakuumiert oder als Besonderheit in einer speziellen Dose zu haben. Natürlich gibt es auch ganze Keulen oder Stücke, aber das ist für uns nicht ganz so praktisch im Wohnmobil.

Besichtigen / Essen gehen in San Daniele del Friuli

Wohnmobil-Stellplatz San Daniele (Friaul)

Ziel 4: Mit dem Wohnmobil im Friaul – Spilimbergo

Gasse im mittelalterlichen Spilimbergo, nicht weit vom Wohnmobilstellplatz
Spilimbergo wirkt als wäre die Zeit stehen geblieben

Unser nächstes Ziel auf unserer Wohnmobil-Tour in unserer italienischen Urlaubsregion Friaul ist Spilimbergo, das Zentrum der Mosaikkunst. Es liegt nur ein paar Kilometer von San Daniele del Friuli entfernt und gehört zu unseren Lieblingsorten. Der Ort ist ein echter Wohnmobil-Geheimtipp Italien, finde ich.

In Dignano überqueren wir den mächtigen Fluss Tagliamanto und sind bald danach an unserem Ziel angekommen. Der kleine, sympathische Ort Spilimbergo wurde bereits in der Antike gegründet. Warum es uns hier so gut gefällt? Es gibt einen kleinen Wohnmobil-Stellplatz direkt am Stadtzentrum. Und in der nicht sehr großen Stadt ist der mittelalterliche Grundriss und eine Reihe alte Gebäude erhalten. Viele der Häuser sind liebevoll renoviert und überall gibt es etwas zu sehen. Besonderer Flair und italienische Gemütlichkeit treffen hier zusammen.

Die gotische Kathedrale Santa Maria Assunta am Rande des großen Domplatzes zieht uns an. Der Turm weist uns vom Parkplatz aus den Weg. Und es ist auch nicht weit. Der Dom wurde direkt neben der alten Stadtmauer errichtet. Die Fassade leuchtet in hellgelb. Trotz der Schlichtheit der Fassade des Doms, gibt es viel zu entdecken. Im Inneren ist alles dunkel gehalten. In der Apsis und an den Wänden gibt es mittelalterliche Fresken. Und auch die Decken sind bemalt. Fast verpassen wir die Treppen, die in die Krypta führen.

Direkt nebenan liegt das vom Geschlecht der Spengenberger gebaute Schloss, das über eine Brücke betreten werden kann und sich in Privatbesitz befindet.

Die kleine sympathische Stadt Spilimbergo ist in mehreren Stufen von Dom und Burg her gewachsen. Die Altstadt befindet sich rund um den Corso Roma zwischen zwei Stadttoren. Immer wieder bleiben wir vor Palästen stehen, die auch in großen Metropolen nicht „popelig“ wirken würden. Dazu gibt es schöne Geschäfte und Cafés. In der Pasticceria Corso Roma genießen wir leckere Kleinigkeiten und guten Kaffee.

Zum Abendessen kehren wir in der Osteria Al Bachero in einer Seitenstraße ein. Auch dies ist ein Tipp aus unserem Reiseführer*. Es ist ein echtes Erlebnis. Das Essen ist sehr typisch, lecker und reichlich. Die regionale Küche schmeckt, als würde noch die Oma selbst kochen. Frico, Kutteln oder Stockfisch stehen auf der Karte. Immer wieder gelingt uns auch ein Blick in die Küche mit einem riesigen alten Herd. Die historische Gastwirtschaft ist sehr beliebt bei Einheimischen, also ist es am besten typisch touristisch gleich um 19 Uhr da zu sein.

Besichtigen / Essen gehen in Spilimbergo

Wohnmobil-Stellplatz Spilimbergo (Friaul)

Ziel 5: Italien / Friaul mit Wohnmobil – Valvasone

Schloss in Valvasone im Friaul
Das Schloss in Valvasone ist noch sehr gut erhalten

Nur ein paar Kilometer weiter südlich erreichen wir auf unserer Wohnmobil-Tour Valvasone. Es soll eines der schönsten Dörfer Italiens sein, steht im Reiseführer. Und einen sehr gut ausgestatteten kostenfreien Wohnmobilstellplatz am Ortsrand gibt es auch (Strom, Ver- und Entsorgung, W-LAN, …).

Vom Stellplatz laufen wir in fünf Minuten in den Ort. Dieser ist aber kein Geheimtipp mehr. Beim letzten Besuch war es hier sehr voll.

Der historische Ortskern von Valvasone ist sehr gut erhalten. Im kleinen Ort findest Du herrschaftliche Paläste aus dem 14. bis 17. Jahrhundert und ein liebevoll restauriertes Schloss, umgeben von einem Graben. Leider standen wir schon zweimal vor verschlossenen Toren. Beim Spaziergang durch die mit Kieselsteinen gepflasterten kleinen Gassen fühlen wir uns in eine andere Zeit versetzt.

Besichtigen in Valvasone

  • Schloss
  • Kirche
  • Alter Waschplatz

Wohnmobil-Stellplatz in Valvasone

Ziel 6: Wohnmobil-Reise ins Friaul – Festungsstadt Palmanova

Großer Platz in Palmanova, der Festungsstadt mitten im Friaul
Der große Platz in Palmanova wurde restauriert

Noch ein Stück weiter führt unser Weg mit dem Wohnmobil durch Italien nach Palmanova, das an einer wichtigen Straßenkreuzung im Friaul liegt. Im 16. Jahrhundert wurde die sternförmige Festungsstadt durch Venedig zum Schutz gegen die Türken geplant und angelegt. Der gewaltige Mauerring, neun Bastionen, die einen Stern bilden, und drei Stadttore sind vollständig erhalten.

Die Zufahrt ist nicht ganz einfach. An den Stadttoren und Zufahrtsstraßen wird immer mal gebaut und renoviert. Und auch nicht alle drei Tore erlauben die Zufahrt mit dem Wohnmobil, aber es geht. Aber bitte auf die Höhe des Tores achten. Der riesige sechseckige Hauptplatz „Piazza Grande“ ist noch ein Zeuge besserer Zeit. Von ihm gehen sechs Straßen ab. Die Straßen und Häuser rundherum sind nicht alle in gutem Zustand.

So richtig schön ist die Stadt nicht, aber die komplett erhaltene Festung ein echtes Erlebnis, finden wir. Auch in den Cafés rundum lässt es sich aushalten. Wir haben wirklich leckere, kleine Törtchen bekommen.

Wir sind dann aber weiter gefahren. Inzwischen gibt es einen kleinen Wohnmobilstellplatz etwas außerhalb der Mauern von Palmanova.

Richtig gut gefallen hat uns etwas entfernt die weiße Villa Manin mit einem großen verwunschenen Gelände, Park und angrenzenden Dorf. Der benachbarte Wohnmobilstellplatz bei Passariano ist ideal für eine Übernachtung und die Besichtigung. Wir waren hier vor unserem Besuch in Palmanova, für eine Übernachtung war es uns aber noch zu früh, deshalb sind wir weitergefahren.

Wohnmobil-Stellplatz in Palmanova

Ziel 7: Italien-Rundreise Friaul mit Wohnmobil – Aquileia

In der Basilika von Aqulieia im Friaul wurde ein alter Mosaikboden gefunden
Der alte Mosaikboden ist sehr gut erhalten

Und noch ein echter Geheimtipp liegt auf unserer Route. Entlang der alten Römerstraße erreichen wir mit unserem Wohnmobil Aquileia. Der kleine Ort ist wegen der hier erhaltenen Reste aus der Vergangenheit Weltkulturerbe. Auch wenn man das heute nicht mehr sieht, Aquileia war zu Zeiten der Römer eine der größten und reichsten Städten im Mittelmeerraum und später Sitz eines wichtigen Patriarchen.

Bis ins Mittelalter blieb die Stadt Aquileia dann eines der wichtigsten religiösen und wirtschaftlichen Zentren in Norditalien. Die Stadt und ihr Hafen (Grado) waren deshalb ein beliebtes Ziel von Seeräubern oder Langobarden. Mehrfach kam es zu Überfällen und Plünderungen. Heute ist Aquileia eher klein und die Sehenswürdigkeiten gut zu finden. Wir parken auf einem der Wohnmobil-Stellplätze direkt neben der Basilika und bezahlen sofort die Parkgebühr (hier wird nämlich sehr regelmäßig kontrolliert). Wer die Basilika, die römischen Ausgrabungen und Museen ausgiebig besuchen möchte, kann auch den Campingplatz als Basis wählen.

Im italienischen Aquileia verbirgt sich ein besonderer Schatz: In der mittelalterlichen Kathedrale befindet sich ein frühchristliches Fußbodenmosaik aus dem Anfang des 4. Jahrhunderts. Das Bodenmosaik mit Szenen aus dem alten Testament wurde erst im 20. Jahrhundert bei der Entfernung der neueren Bodenpflasterung entdeckt. Deshalb befindet sich das Mosaik in hervorragendem Zustand.

Wir entdecken Boote, Fische, Pflanzen, Tiere und andere liebevoll ausgearbeitete Szenen. Fast zwei Stunden sind wir mit der Besichtigung der verschiedenen Sehenswürdigkeiten rund um die Basilika beschäftigt. In den römischen Ruinen lässt sich noch einmal mehr Zeit verbringen.

Besichtigen in Aquileia

  • Römische Stadtreste mit Forum und Via Sacra
  • Römerstraßen und Aquädukt
  • Römischer Binnenhafen
  • Baptisterium
  • Patriarchalische Basilika mit Bodenmosaik und „Cripta degli Scavi“, „Cripta degli Affreski“ (Freskenkrypte)
  • Glockenturm
  • Verschiedene Museen

Wohnmobil-Stellplatz / Campingplatz Aquileia

Ziel 8: Geheimtipp Italien im Friaul – Grado

Kanal in Grado, Friaul, Italien
Die Schiffe der Fischer liegen in Grado mitten in der Stadt

Es sind nur ein paar Kilometer zum nächsten Ziel unserer Wohnmobil-Tour durch Norditalien. Über einen langen Damm fahren wir nach Grado und finden auf der anderen Seite des Kanals am Rand eines Wohngebietes einen freien Parkplatz für unseren Kastenwagen. Es gibt auch einen offiziellen, recht teuren Wohnmobil-Stellplatz, von dem die Stadt in etwa 20 Minuten zu Fuß zu erreichen ist. Und ein kleines Stück weiter und fast am Strand wird ein weiterer Parkplatz für Autos und Wohnmobile beschrieben.

Bis zum Bau des mehrere Kilometer langen Damms, der den Ort mit dem Festland verbindet, lag die Stadt Grado auf einer Insel. Auch wenn einem inzwischen beim Bummel im Zentrum eher moderne Häuser ins Auge fallen, liegen Grados Wurzeln schon im 2. Jahrhundert vor Christus, als Seehafen des nahe gelegenen Aquileia. Viele Jahrhunderte herrschte Venedig über Grado. 1797 war es dann im Besitz von Österreich und ab 1919 gehört es zu Italien. Grado war schon Ende des 19. Jahrhunderts beliebtes Seebad und Kurstadt, mit dem Krieg war es allerdings damit vorbei.

Heute ist Grado sehr beliebt bei Touristen, die hauptsächlich des Meeres wegen kommen. Den drei Kilometer lange Hauptstrand Spiaggia Principale verbindet eine Promenade mit dem Strand Costa Azzurra und dem Strand von Pineta. Uns zieht es in die kleine Innenstadt, in der in einem Kanal Segelboote und Fischerkutter eng nebeneinander liegen. Fisch spielt in Grado eine wichtige Rolle. Jeden Tag läuft hier die viertgrösste Fischereiflotte der Adria aus. Ein Großteil des Fangs landet auch hier auf dem Tisch.

Begeistert sitzen wir in einem Café und schauen dem Treiben auf dem Wasser zu. Dann machen wir uns auf Entdeckungstour. Die kleine Altstadt ist ein richtiges Kleinod. Sie ist für den Verkehr gesperrt und steht unter Denkmalschutz. Wir schlendern durch schmale Gassen und über kleine Plätze zwischen alten Fischerhäusern hindurch und entdecken immer neue Dinge.

Etwas Besonderes ist die schon sehr alte dreischiffige Basilika Santa Eufemia am Campo dei Patriarchi mit einem schönen Mosaikboden und daneben die frühchristliche Kirche Santa Maria delle Grazie aus dem 5. Jahrhundert. Wirf unbedingt auch noch einen Blick in die achteckige Taufkapelle. Diese stammt aus dem 6. Jahrhundert.

Wer Venedig mit dem Wohnmobil besucht, sollte auch nach Grado fahren. Es sind nur 130 Kilometer.

Besichtigen in Grado

  • Frühmittelalterliche Basilika Sant’Eufemia
  • Kirche Santa Maria delle Grazie
  • Baptisterium San Giovanni Battista
  • Altstadt mit Fischerhäusern
  • Promenade am Meer

Wohnmobil-Stellplatz in Grado

Ziel 9: Wohnmobil-Tour Italien – Sistiana

Der Hafen von Sistiana im Friaul
Blick vom Rilke Weg auf den Hafen von Sistiana. Unser Wohnmobil steht auf dem Campingplatz genau dahinter

Nach etwas längerer Fahrt mit unserem Wohnmobil über Land sind wir an der Steilküste vor Triest und dem kleine Ort Sistiana angekommen. Ein Highlight hier ist der Rilke Weg. Über diesen alten Weg oberhalb des Meeres ging der Dichter gerne spazieren.

Wir parken unser Wohnmobil auf dem Seitenstreifen und machen uns auf den Weg entlang der Klippen. Immer wieder werden wir mit Ausblicken auf den Hafen unter uns und das Meer belohnt. Der Weg ist an manchen Stellen recht uneben und glatt. Hier wären die Wanderstiefel richtig. Dann nähern wir uns unserem Ziel, dem Schloss in Dumo, das der Familie Turn und Taxis gehört.


TIPP: Wer mehr zu dieser Wanderung erfahren möchte, Daniel von fernwehblog hat den Weg genau beschrieben. Verpasst auf keinen Fall seine super Fotos.


Jetzt wollen wir dem Meer noch näher sein und parken unser Kastenwagen-Wohnmobil für ein Picknick am Parkplatz am kleinen Hafen unterhalb der Steilklippen. Hier sind wir zwischen Booten, kleinen Kneipen, Strand und Meer. In der Nebensaison ist hier viel Platz, ein Parkticket ziehen ist dennoch unbedingt notwendig. Es wird stark kontrolliert. Und schon steuert ein Parkwächter auf uns zu.

Andere Wohnmobilfahrer haben hier im Spätherbst auch übernachtet.

Beim Spaziergang wird die Größe der Anlage rund um die kleinen Kiesstrände und den Segelhafen deutlich. Im Sommer ist hier sicher viel los. Jetzt Anfang Oktober werden die Schirme und Liegen der Clubs zusammengeräumt und sauber gemacht.

Wir schauen in Ruhe den Kletterern aus dem nahen Österreich zu, die mit ganzen Familien das Areal rund um die Steilklippen am Ende des Parkplatzes in Beschlag nehmen und die Felsen erobern.

Zum Übernachten mit dem Wohnmobil hast Du die Möglichkeit ganz hinten im Hafen oder auf dem Campingplatz auf der Steilküste. Wir nehmen den Camping Mare Pineta und fühlen uns wohl. Der Camping ist recht teuer, mit unserer ACSI-Rabattkarte ist der Preis aber in Ordnung. Wer will, kann vom Camping auch den Stadtbesuch in Triest planen. Der Bus hält direkt vor dem Campingplatz. Tickets für die 18 Kilometer lange Fahrt, viele Tipps und sogar einen Stadtplan gibt es bei den Mitarbeitenden an der Rezeption.

Besichtigen in Sistiana

  • Rilke Weg
  • Schloss Duino
  • Hafen

Campingplatz in Sistiana

Ziel 10: Mit dem Wohnmobil nach Triest

Triest ist die Hauptstadt von friaulisch Venetien
Triest hat mitten in der Stadt einen kleinen Kanal

Nur etwa 25 Minuten dauert die Fahrt zum nächsten Ziel Triest. Auf dem Campingplatz Obelisko oberhalb von Triest beziehen wir direkt am Eingang unser Quartier. Der Campingplatz ist einfach und dicht von Dauercampern belegt. Aber er gefällt uns trotzdem und unser Camper steht hier während unseres Stadtbesuches in Triest sicher.

Der Camping Triest im Stadtteil Opicina ist das ganze Jahr geöffnet und sehr beliebt. Besitzer von größeren Wohnmobilen sollten vorher besser nachfragen, ob es Platz gibt. Der Campingplatz ist sehr gut geeignet für den Stadtbesuch in Triest. Die Bushaltestelle für den Bus in die Innenstadt ist fünf Minuten entfernt. Mit zum Campingplatz gehört eine Bar und ein einfaches Restaurant.

Was wir über den Wohnmobilstellplatz Triest gelesen haben, hat uns nicht so gut gefallen. Er liegt direkt unter einer Hochstraße. Auch erschien uns die Gegend nicht so sicher. Deshalb haben wir uns für den Besuch in Triest für den Campingplatz entschieden. Eine Alternative wäre der private Wohnmobil-Stellplatz Mamaca. Aber auch dieser Stellplatz konnte uns für den Besuch in Triest nicht überzeugen.

Mit dem Bus 2 oder 4 geht es vom Campingplatz in die Innenstadt von Triest. Atemberaubend, welche steilen Straßen der Busfahrer dabei in relativ hohem Tempo durchfährt. Wir sind froh, dass wir das nicht mit dem Wohnmobil probiert haben. Leider ist die kleine alte Bergbahn zwischen Triest und Opicina aktuell stillgelegt, auch mit dieser wäre sonst die Fahrt in die Innenstadt möglich. Nach Aussage der Mitarbeiter des Fremdenverkehrsbüros wird nach einer Lösung gesucht, damit die Touristenattraktion wieder fahren kann.

Triest ist eine Stadt mit Geschichte. Schon die Römer haben an dieser Stelle gesiedelt. Ostgoten, Byzantiner und Langobarden folgten. Venedig war über einige Jahre hier Staatsmacht. Bis zum Anschluss an Italien 1918 – über 500 Jahre lang – gehörte die Stadt dann zu Österreich. Immer wieder lassen sich im Ort Spuren davon entdecken. Die heutige Hauptstadt der Region Friaul-Julisch-Venetien war damals auch Österreichs wichtigster Handelshafen und gleichzeitig Marine-Stützpunkt.

In der Innenstadt von Triest bummeln wir durch die Straßen, entlang von Palästen und Geschäften. Begeistert sind wir vom Canale Grande, der aber viel kleiner als in Venedig ist. Die hier vertäuten kleinen Boote und Fassaden alter Paläste laden aber zum Verweilen an.

An der Piazza Unita d’Italia befindet sich die Touristeninformation. Ein Höhepunkt unseres Triest-Besuchs ist hier aber definitiv der Besuch im Café degli Specchi. Es ist so beliebt, dass es Platzanweiser für den Innen- und den Außenbereich gibt. Schon bald sitzen wir an einem der Tische unter der Markise, blinzeln in die Sonne und schauen den Menschen und dem Treiben um uns zu.

Im 1839 eröffneten Café ist ein Teil der Wiener Kaffeehaustradition von Triest erhalten. Entsprechend lang ist die Liste der Kaffee-Spezialitäten auf der Karte. Der Aperol Spritz ist gut eingeschenkt und gemischt, dazu gibt es automatisch Cicchetti (Häppchen) und Chips. Wir finden 6 Euro für den Spritz nicht zu teuer bei der Lage und der gebotenen Qualität.

Weiter bummeln wir ein Stück am Meer entlang, das nur ein paar Schritte weiter ist. Doch hier pustet uns der Wind ganz heftig um die Ohren.

Arco di Ricardo ist das älteste Stück Triest. Etwas unscheinbar wirkt das in einen kleinen Platz integrierte Stück römische Stadtmauer aus dem 1. Jahrhundert vor Christus. Eng verwinkelt geht es durch die Altstadt hinauf zur Kathedrale San Giustino. Der Aufstieg lohnt sich. Im Inneren gibt es ein feines Mosaik aus dem 5. Jahrhundert. Vom begehbaren Glockenturm hast Du einen herrlichen Blick über Triest. Auf dem Rückweg schauen wir noch am ehemaligen römischen Theater vorbei, das früher fast genau am Meer lag.

Auf dem Camping Triest genießen wir noch ein paar nette Stunden in der Bar im Gespräch mit einheimischen Campern.

Besichtigen in Triest

  • Piazza dell’Unità d’Italia
  • Oper und Börse
  • Canale Grande
  • Altstadt und Colle di San Giusto
  • Römischer Arco di Riccardo
  • Kathedrale von San Giusto

Campingplatz Triest

Wohnmobil-Stellplatz Triest

Weiter unterwegs durch Friaul auf dem Land

Unsere Weiterfahrt geht die italienisch-slowenische Grenze entlang. In Görtz wollen wir nicht bleiben. In der Stadt konnten wir uns irgendwie nicht orientieren. Auf dem Wohnmobil-Stellplatz in der Nähe des Stadtzentrums, auf dem wir für den Stadtbesuch in Görtz geparkt haben (Viale Virgilio/Viale Antonio Oriani), fühlen wir uns wegen der dort stehenden kaputten Camper auch nicht wohl. Den Ort wollen wir aber auf jeden Fall noch einmal besuchen.

Nur sieben Kilometer weiter ist in Mossa ein kleiner Wohnmobilplatz neben einem guten Restaurant angegeben. Leider sind heute am Sonntag die wenigen Parkplätze von Ausflüglern besetzt.

Fündig werden wir schließlich in der von Weingütern umgebenen Gemeinde Capriva del Friuli. Hinter dem Sportplatz liegt der kleine Stellplatz. Neben Entsorgung gibt es hier Wasser und Strom. Der Notplatz gefällt uns auf den zweiten Blick richtig gut. In der Nähe wird gefeiert und so haben wir noch lange in die Nacht Musik. Etwa 20 Minuten brauchen wir zu Fuß bis zum Agriturismo Orzan. Wir essen sehr leckere Nudeln und Gnocci und teilen uns eine gemischte Grillplatte. Es ist wirklich schmackhaft und sehr reichlich.

Ziel 11: Wohnmobil-Tour Italien durchs Friaul – Cividale del Friuli

Ponte del Diavolo in Cividale del Friuli in Italien
Blick auf Ponte del Diavolo und Cividale in der Abendsonne

Bei der Anfahrt mit dem Wohnmobil von Comons nach Cividale wandelt sich noch einmal die Landschaft. Immer wieder werden wir mit Blicken auf die mächtigen Berge der Dolomiten und grüne Weinberge belohnt. In Cividale folgen wir den Schildern zum Wohnmobil-Stellplatz. Dieser liegt direkt an der Stadtmauer.

Vier Wohnmobile haben eng nebeneinander Platz. Das ist nicht wirklich schön, aber für einen Stadtbesuch reicht es allemal. Neben einer Italienerin und einem Deutschen parken wir ein. Unser Kastenwagen verschwindet fast hinter den anderen deutlich größeren Fahrzeugen.

Über eine kleine Brücke erreichen wir die Stadt, die wegen ihrer herausragenden Reste aus der Zeit der Langobarden zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört, und gehen auf Entdeckungstour.

  • Unser erstes Ziel ist die Teufelsbrücke (Ponte del Diavolo), das Wahrzeichen der Stadt. Sie führt über den Fluss Natisone und liegt direkt neben der Altstadt.
  • Berühmtester Schatz der Stadt und sehr außergewöhnlich ist der Tempietto Longobardo. Seine Funktion ist völlig unbekannt. Der Bau selbst und auch die Stuckdekorationen und die Freskenmalereien stammen aus dem 8. Jahrhundert. Aktuell wird in dem Gebäude ausgiebig restauriert und geforscht.
  • Einen Blick in die keltische Unterwelt kannst Du im Ipogeo Celtico in Cividale werfen. Tief unter den Häusern der Altstadt wurden Kammern in den Felsen gegraben. Hinunter geht es über eine steile Treppe. Der Eingang befindet sich eher unscheinbar in einer Seitengasse in direkter Nähe zur Teufelsbrücke.
  • Der Bummel durch die Altstadt ist sehr interessant. An allen Häuser gibt es Erklärungen über deren Geschichte. Manche gehen sogar auf Fundamente aus der Römerzeit zurück.
  • Als es anfängt zu regnen, gehen wir noch auf einen Sprung ins archäologische Museum. Hier sind die Funde aus den in Cividale gefundenen Langobardengräbern ausgestellt.

Zum Abschluss nehmen wir noch einen Kaffee und Spritz auf dem kleinen Hauptplatz. Um uns herum sitzen Familien, die Kinder spielen am Brunnen. Es ist ein wunderbarer Tagesausklang.

Besichtigen in Cividale del Friuli

  • Archäologisches Nationalmuseum mit reichen Funden aus den in Cividale gefundenen langobardischen Gräbern
  • „Langobardentempel“ im Kloster Santa Maria in Valle
  • Basilika Santa Maria Assunta
  • Ipogeo Celtico (Schlüssel gibt es beim Kloster Santa Maria in Valle): tief in den Felsen gegrabene Räume aus keltischer, römischer oder langobardischer Zeit (keltischen Hypogäum)
  • Ponte del Diavolo
  • Mittelalterliches Haus

Wohnmobil-Stellplatz in Cividale del Friuli

Ziel 12: Reise ins Friaul – Udine

Etwa 15 Minuten brauchen wir vom Wohnmobil zur Piazza Libertà in Udine
Der Piazza Libertà mit dem bekannten Uhrenturm, dahinter erhebt sich der Burgberg

Keine 20 Kilometer sind es bis zu unserem nächsten italienischen Wohnmobil-Ziel Udine. In der zweitgrößten Stadt von Friaul-Julisch-Venetien, mit etwas über 100.000 Einwohnern, gibt es ein schönes Zentrum mit vielen Gebäuden der Gotik und der Renaissance. Dennoch fahren fast alle Touristen auf dem Weg zum Meer an der Stadt im Landesinneren von Italien vorbei. Wir lieben es, durch die Gassen von Udine zu bummeln, uns zu verlaufen und dabei immer neue Eindrücke zu sammeln.

Praktisch zum Parken für das Wohnmobil in Udine ist der Parkplatz neben dem Hauptfriedhof und neben einem großen Einkaufszentrum. In zehn Minuten sind wir an einem Park und der Parrocchia di San Nicolò Vescovo al Tempio Ossari vorbei im Zentrum. Der offizielle Wohnmobil-Stellplatz am Krankenhaus hat uns nicht zugesagt. Hier sind die Parkplätze sehr kurz und bei mehreren Versuchen waren sie immer von Autos zugeparkt.

Auffallend sind in der Altstadt von Udine die vielen interessanten Geschäfte in den liebevoll restaurierten Gebäuden. Zahlreiche Arkaden bieten Schutz vor Sonne und Regen.

Rund um den großen Piazza Giacomo Matteotti sitzt es sich besonders gut in einem der vielen Cafés. Nicht weit entfernt und mitten durch die Stadt läuft ein Kanal, Reste des Grabens der Stadtbefestigung. Auch hier finden sich viele schöne Ecken. Ein MUSS in Udine ist aber vor allem der Besuch der prunkvollen Piazza Libertà. Er wird auch als „Juwel“ bezeichnet und im Reiseführer als „schönster venezianischer Platz auf dem italienischen Festland“ beschrieben. Es ist der älteste Platz von Udine, mit einer großen Anzahl von Renaissance-Bauten. An der Stirnseite liegt die Loggia del Lionello, das ehemalige Rathaus. Gegenüber findest Du den Uhrturm Torre dell’Orologio.

Besichtigen in Udine

  • Piazza Libertà mit Palazzo Communale, Loggia di San Giovanni und Uhrenturm
  • Piazza Giacomo Matteotti
  • Dom
  • Palazzo Arcivescovile
  • Burghügel

Wohnmobilstellplatz Udine

  • In Udine befindet sich der offizielle Wohnmobil-Stellplatz auf einem sehr gut genutzten Parkplatz in der Nähe des Krankenhauses. Die Hälfte des Platzes ist für Dauerparker gesperrt. In der Mitte befindet sich eine Ver- und Entsorgung. Der Parkplatz ist kostenpflichtig. Ins Zentrum läuft man etwa 30 Minuten. Es gibt keine eingezeichneten Parkflächen für Wohnmobile. Wir hatten hier ein ungutes Gefühl und haben uns deshalb einen anderen Parkplatz für den Stadtbesuch gesucht. Ich habe auch von mehreren Auf- und Einbrüchen in Camper mitten am Tag gelesen. Das Viertel wird aktuell umgestaltet.
    Wohnmobil-Stellplatz Udine: Via Chiusaforte, 33100 Udine UD, Italien
  • Der nächste offizielle Wohnmobil-Stellplatz zu Udine befindet sich in Buttrio
    Wohnmobil-Stellplatz Buttrio: Via Cividale, 21, 33042 Buttrio UD, Italien
  • In die andere Richtung befindet sich außerhalb von Fagagna an einem Park ein angenehmer und sehr gut ausgestatteter Wohnmobil-Stellplatz mit Strom, der noch kostenfrei ist
    Wohnmobil-Stellplatz Fagagna: Via Stalletti, 232, 33034 Fagagna UD, Italien

Parken mit dem Wohnmobil in Udine

  • Alternativ haben wir für den Stadtbesuch auf dem Parkplatz am Friedhof geparkt und sind ins Zentrum gelaufen.

Camping Udine

In Udine gibt es keinen Campingplatz. Die nächsten Campingplätze befinden sich nördlich der Stadt.


Auf dieser Seite habe ich viele nützliche Informationen zu Urlaub in Italien mit dem Wohnmobil zusammengestellt.

Wenn Du im Friaul unterwegs bist, dann mache doch noch einen Abstecher über die naheliegende Grenze und besuche die schönsten Urlaubsziele in Slowenien. Ideal für den Besuch ist meine Auswahl von Campingplätzen in Slowenien und Stellplätzen in Slowenien.


Tipp Reiseführer und Karten Friaul mit dem Wohnmobil

Entdeckertouren mit dem Wohnmobil Venetien und Friaul (Womo-Reihe, Band 76)*
  • Winkler, Christian (Autor)
  • Zielgruppen-Bewertung: Freigegeben ab 6 Jahren

Noch mehr Friaul? Elena vom Reiseblog Verliebt in Italien war ebenfalls im Friaul unterwegs, aber mit dem PKW. Hier findest Du ihre Eindrücke mit wunderbaren Fotos.


Dies war unser zweiter Besuch mit Wohnmobil im Friaul. Wir fanden den Herbst für diese Wohnmobil-Tour durch Italien ideal. Im vergangenen Jahr waren wir im November hier. Es hatte uns super gefallen, allerdings hatten wir auch viel Regen. Deshalb haben wir die Region nochmals angesteuert. Diesmal hatten wir im Oktober mehr Glück, es war kühl aber sonnig. Mit An- und Abreise waren wir fast zehn Tage unterwegs. Da uns die Region so gut gefallen hat, haben wir inzwischen auch das angrenzende Slowenien mit Wohnmobil besucht.


Herzlichen Dank an die Verantwortlichen der Basilika von Aquileia und der Prosciuttificio Prolongo Giovanni in San Daniele für den Blick hinter die Kulissen und die Erlaubnis zu fotografieren.


Und wo sind Deine Lieblingsorte in Italien?


Wohnmobil-Italien-Wissen kompakt

Kann man mit dem Wohnmobil nach Italien fahren?

Darf man in Italien frei übernachten?

Was sind die schönsten Wohnmobil-Touren durch Italien?

Was kostet die Übernachtung auf dem Wohnmobil-Stellplatz in Italien?

Was sind Geheimtipps im Friaul?

Wie bereite ich mich am besten auf eine Wohnmobiltour durch Italien vor?

Wie finde ich die besten Stellplätze für mein Wohnmobil in Italien?

Kann ich mein Wohnmobil überall in Italien parken?


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Autor

Ich bin Journalistin, Autorin und seit über 50 Jahren leidenschaftliche Camperin. Mit meinem Kastenwagen-Wohnmobil bin ich in ganz Europa unterwegs, zwischen Südspanien und Nordkap. Hier zeige ich die schönsten Reiseziele im Camper, Routen zum Nachfahren und gebe Hilfe und Beratung zu Camping und Wohnmobil. Viele Tipps bekommst Du auch in meinen Wohnmobil-Reiseführern.